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"Soziale Säuberung" bei Obdachlosen

Im brasilianischen Bundesstaat Alagoas im Nordosten Brasiliens verzeichnet man in diesem Jahr eine Welle von Morden an Menschen, die obdachlos sind und auf der Strasse leben. Gestern wurde das zehnte Opfer in diesem Jahr, ein 22-jähriger, der an einer Omnibus-Haltestelle in der Hauptstadt Maceió schlief, mit einem Schuss in die Brust getötet.

Augenzeugen berichten, dass der Obdachlose von 3 Männern erschossen wurde, die auf Fahrrädern flüchteten. Nach Angaben der Polizei war das Opfer Drogenkonsument und hatte keinen festen Wohnsitz. Der Beauftragte für Stadtverwaltung verlangte von den Sicherheitsbehörden die Untersuchung der Mordfälle. Er vermutet hinter den Morden ein Todeskommando, das eine "soziale Säuberung" in der Strasse vornehme. Dadurch, dass bisher kein einziger Mord aufgeklärt werden konnte, werde geradezu zu Verbrechen dieser Art ermuntert.

Die Gruppe zur Bekämpfung krimineller Banden im brasilianischen Innenministerium befürchtet, dass die Taten von Gruppierungen mit einem rassistischen Hintergrund vorgenommen werden. "Dieser Bevölkerungsteil ist leicht anzugreifen und einige der Aktionen scheinen nach Art des organisierten Verbrechens geplant zu sein", erklärte ein Sprecher.

Die Mehrzahl der Obdachlosen verdienen ihren Lebensunterhalt mit Betteln. Die Stadtbehörden von Maceio sind der Ansicht, dass Betteln zu einem Geschäft geworden ist und Bemühungen der Sozialbehörden, die Betroffenen von den Strassen zu bekommen, bisher erfolglos waren. Die Stadt Maceio verfügt über 45 Plätze für Obdachlose, aber nach Schätzung der Sozialbehörden gibt es 500 Obdachlose in der Stadt.

Informationsquelle: A Tarde, Alagoas vive onda de assassinatos de moradores de rua und Correio do Povo de Alagoas, Gecoc investiga morte de moradores de rua em Maceió

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