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Dunga macht die Pressefritzen zur Schnecke

Nach dem Ausscheiden der brasilianischen aus der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika, hat sich der Trainer Carlos Dunga jetzt erstmalig der brasilianischen Presse gestellt. Nach der Ankunft in Brasilien hatte er sich in seinem Haus in Porto Alegre verbarrikadiert und die Tage mit seiner Familie verbracht. Die Halbfinalspiele hat er sich nicht angesehen und er hat die Absicht, auch das Endspiel zu ignorieren.

Der Zeitung "O Estado de São Paulo" hat er jetzt ein Telefoninterview gewährt. Dabei hat er erklärt, dass er nichts bereue und dass die Arbeit der "seleção" in Afrika beispielhaft war. Er erklärte, dass Felipe Melo "die Rechnung bezahlte", aber keine Schuld am Ausscheiden trage. Die Niederlage gegen Holland habe ihm sehr weh getan. Er habe Vorschläge, wie man in Zukunft vorgehen müsse. Dann griff er zu einem etwas schärferen Ton gegenüber den Journalisten, die aber positiv vermerkten, das er zu keinem Zeitpunkt respektlos oder ausfallend wurde.

Nachstehend ein paar Antworten Dunga's: "Ich bin jetzt in den Ferien und mit meiner Familie und meinen Freunden zusammen. Was die Zukunft bringt, liegt in der Hand Gottes. Ich habe mir kein Spiel mehr angesehen, habe meine Freizeit nur noch der Familie gewidmet und nur noch die Resultate zur Kenntnis genommen. Ich habe alles getan, was ich tun musste. Sie sagen, dass die Mannschaft zu sehr abgeschottet war. Würde ich in ihre Redaktion kommen, um zu sehen, was sie da treiben? Oder in ihr Haus? Nein. Also darf auch niemand ins Mannschaftslager kommen. Was ich gemacht habe, war Organisation. Aber irgendwer sagt irgendwas oder kritisiert und ihr von der Presse rennt ihm hinterher. Es hat keinen Sinn der Verteidigung die Schuld für die Niederlage zu geben, sie hat uns mehrfach gerettet. Über Kaká sage ich nichts, er hat trainiert wie ein Berserker und ich musste ihn oft bremsen. Wegen meiner Entlassung bin ich nicht sauer, der Präsident des Fussballverbandes hatte mir das telefonisch mitgeteilt bevor die Nachricht im Internet veröffentlicht wurde. Gegen Journalisten habe ich nichts. Die meisten Attacken gegen mich kamen, weil ich keine Exklusiv-Nachrichten vergeben habe. Ich habe nichts gegen ehrenhafte Journalisten, aber niemand kann mich zwingen, mich korrupt zu verhalten oder den Bösewicht zu spielen. Das Spiel gegen die Niederlande werde ich nicht so schnell vergessen. Es wird eine offene Wunde bleiben. Das Spiel wird mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Fussball ist mein Leben. Niemand ist darauf vorbereitet zu verlieren, es war Pech. Die Holländer hatten 2 Chancen und machten daraus 2 Tore."

Endlich wollte mal ein brasilianischer Nationaltrainer die Losung in der brasilianischen Flagge "ordem" (Ordnung) und "progresso" (Fortschritt) umsetzen und dann war es auch wieder nicht recht.

Informationsquelle: O Estado de São Paulo, 'Vai ficar uma ferida', diz Dunga

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