Mittwoch, 4. November 2009

Klaus Johannis zum Zustand der rumänischen Politik

Johannis hat der Zeitung "Evenimentul Zilei" (EVZ) in Hermannstadt / Sibiu ein Interview zu dem derzeitigen Stand der rumänischen Politik gegeben. Während der neue zukünftige Ministerpräsident Lucian Croitoru mühsam versucht, die Anerkennung des Parlaments für seine neue Regierung zu finden, erklärte sein Gegenpart und Kandidat für den Ministerpräsidentenposten, Johannis, dass er die Entwicklung in Bukarest nicht mit guten Augen sehe. Alles, was da laufe, diene nicht dazu die Wirtschaftskrise zu bekämpfen.

Die Frage, ob er sich im gegenwärtigen Stellungsspiel der Präsidentschaftskandidaten ausgenutzt sieht, verneinte er. Die Parteien PNL, PSD, UDMR und die Gruppierungen der nationalen Minderheiten hätten mehrfach erklärt, dass sie seine Kandidatur für den Ministerpräsidentenposten unterstützten.

Folgende Frage der Zeitung möchte ich wörtlich wiedergeben:
EVZ: "Die Zustimmung zu ihrer Person ist in dauerndem Wachsen. Glauben sie, dass das ihrem Image als "Macher" entspringt oder auf Grund der Tatsache, dass sie der deutschen Volksgruppe angehören und die Rumänen kein Vertrauen in Rumänen mehr haben?"
Antwort Johannis: "Die Welle der Sympathie, die mir von Seiten der Bürger entgegenschlägt, freut mich sehr und gibt mir die Sicherheit, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Ich glaube, dass die Tatsachen jede Person definieren und dass die besseren Tatsachen sprechen. Bezüglich der Volkszugehörigkeit eines Mannes glaube ich nicht, dass dieses Elemement einen Politiker oder Stadtverwalter voranbringt. Ich halte es für übertrieben zu sagen, dass die Rumänen kein Vertrauen mehr zu Rumänen haben."

Auf die Frage, ob er glaubt, dass seine Popularität nicht auch eine ausreichende Basis sei, für die Präsidentschaft zu kandidieren, erklärt er, dass dies nicht sein Ziel sei. Das Beste an seiner Popularität sei, dass die gestiegene Präsenz seiner Person auch eine gestiegene Präsenz für Hermannstadt / Sibiu sei. Auf die Frage, ob ein Ministerpräsident ein guter Politiker oder ein guter Verwalter sein müsse, erklärt er, dass beides gut sei, aber ein Ministerpräsident auch immer ein guter Verwalter sein müsse.

Zur Einschätzung der Haltung des Präsidenten Băsescu gegenüber der Wirtschaftskrise: "Ich glaube, dass der Präsident zu schnell eine ungeeignete Haltung gegenüber der politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes eingenommen hat. Die politische Krise muss schnellstens gelöst werden, damit konkrete und eindeutige Massnahmen zur Lösung der wirtschaftlichen Krise getroffen werden können.

Angesprochen auf die Tatsache, dass Băsescu erneut die Präsidentschaftswahlen gewinnen könnte und eine Regierung seiner Wahl an die Macht käme, ob er dann nicht Progleme für Hermannstadt / Sibiu befürchte: "Ich glaube nicht. Es ist mir zusammen mit meiner Mannschaft in der Stadtverwaltung und im Kreisrat gelungen, die Projekte von Interesse für die Stadt zu einem guten Ende zu führen. Sicher ist die Hilfe von der Zentrale für die lokale Verwaltung immer willkommen."

Informationsquelle: Evenimentul Zilei, Johannis: Băsescu a avut o atitudine inadecvată

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