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Marken-Ostalgie in Rumänien

Die rumänische Revolution wird in Kürze ebenfalls 20 Jahre alt. Da denkt man gerne zurück, was eigentlich geblieben ist, von der Zeit davor. So wie es im Gebiet der ehemaligen DDR eine Rückerinnerung an die vertrauten Gegenstände des täglichen Lebens gibt, das wir als "Ostalgie" bezeichnen, so gibt es auch in Rumänien Tendenzen, die vorrevolutionäre Geschichte nostalgisch in Erinnerung zurück zu rufen. In den Köpfen ist noch gut präsent, für was man besonders lange Schlange gestanden hat, über was man besonders glücklich war, wenn man eines der seltenen Produkte mit Qualität ergattern konnte.

Die Werbeindustrie nutzt diesen nostalgischen Rückblick und versucht Produkte mit altem Namen auf dem rumänischen Markt zu lancieren.

Der Nationalstolz der Rumänen und das weltweit bekannteste Produkt ist das Auto Marke "Dacia". Die erste Autofabrik Rumäniens wurde 1966 gebaut und die ersten Automobile wurden ab 1968 produziert. Den Namen "Dacia" hat das Fahrzeug der Kommunistischen Partei zu verdanken, die mit dem Namen "Dakien (Dacia)" an ein Symbol der nationalen Geschichte erinnern wollte. Damals wollte man auf Biegen und Brechen beweisen, dass die Rumänen keine Slawen, sondern Nachkommen des Volkes der Daker mit einer sehr römischen Prägung sind. Das erste Modell war damals eine Lizenzausgabe des Renault 12. Nach der Revolution hauchte Renault durch Übernahme der Produktion der Marke neues Leben ein. Heute werden die Fahrzeuge aus Mioveni in 53 Länder exportiert.

Ein anderes Produkt ist der Schokoladenriegel "Rom Autentic", der auch 2009 noch das Markensiegel der Schokoladenfabrik Bukarest aus der kommunistischen Zeit trägt. Er hat sich also gehalten, eingewickelt in den Farben Rumäniens ist er ein nationales Symbol geblieben, das die Rumänen gerne um sich haben möchten. Er verbindet die Alten mit den Jungen. Nur in seiner Grösse ist er verändert worden und zudem gehört er jetzt den Kapitalisten von Cadbury.

Auch im Kosmetik-Bereich halten sich noch einige Marken. Das Kosmetiklabor von "Farmec" in Cluj-Napoca (Klausenburg), das 1995 privatisiert wurde, sich aber nochzu 100% in rumänischer Hand befindet, produziert noch die altbekannten und zum Teil auch im westlichen Europa bekannten Produkte Gerovital, Doina oder AslaVital.

Andere Marken wie die Zigaretten Carpaţi oder Snagov stecken auch noch in den Köpfen, obwohl man vor allem an die stinkenden Carpaţi nur mit Schaudern zurückdenken kann. Weiter schweift die Erinnerung zurück an die Säfte Brifcor oder Cico, das Schuhwerk Clujana oder Antilopa oder die Puppen Arădeanca und die Zeitschrift Femeia. Hier erinnert man sich nur noch, die Prokukte haben die veränderten Zeiten nicht überlebt.

Informationsquelle: Adevarul, Întoarcerea mărcilor comuniste
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