Samstag, 14. November 2009

Die Herrscher der Sertão oder wilder Westen in Brasilien

Ein Bericht des Blogs "PEBodycount" aus Recife / Pernambuco macht erneut darauf aufmerksam wie wenig sich manchmal in Brasilien Polizei und Kriminelle unterscheiden. Den Text des Artikels in nachfolgender Übersetzung:

"Gewalt - Polizei verprügelt Arbeiter in Petrolina

Seit wir den Blog "PEBodycount" begonnen haben vergeht kein Monat, in welchem wir nicht einen Bericht über Gewalttätigkeiten im Sertão von Pernambuco erhalten. Die Berichte stammen von Personen, die keinerlei kriminellen Hintergrund haben und Opfer oder Eltern von Opfern der Brutalität der Polizei sind.

Das neueste Ereignis geschah am vergangenen Wochenende in Petrolina. 14 Angestellte des Unternehmens "Majestosa Engenharia" waren verprügelt, gedemütigt und gefoltert worden. Täter waren Militär- und Bundespolizisten, die an einem Gemeinschaftsfest im Haus eine Beamten der Bundespolizei teilnahmen. Auf dem Fest befanden sich Militärpolizisten von Bahia und Pernambuco sowie Bundespolizisten. Während des Festes wurde das Auto eines Militärpolizisten aus Bahia aufgebrochen. Daraufhin zogen seine Kollegen los um "Untersuchungen" anzustellen und den gestohlenen CD-Spieler zu finden. Sie nahmen an, dass sie den in einer Unterkunft der Firma "Majestosa Engenharia", wo sich 14 Arbeiter ausruhten, finden würden. Sie stürmten das Gebäude und dann begann die Folterei. "Ich kam ins Lokal und traf 3 Polizisten an, die auf einen unserer Angestellten, der am Boden lag einschlugen. Die Prügelei, die Drohungen und der Terror dauerten mehr als 2 Stunden. Sie fanden nichts in unserer Unterkunft und wir mussten 3 Angestellte ins Krankenhaus bringen", sagte eine Augenzeugin der Agressionen. All das geschah am letzten Samstag. Obwohl Radios und regionale Fernsehsender ausführlich über den Vorfall berichteten, wurde keine Untersuchung des Vorfalls veranlasst. Lediglich die 14 Arbeiter reichten ihre Kündigung ein und verliessen Petrolina, um nie wieder zurückzukehren."

Man kann die Machtlosigkeit der Bürger im Sertão angesichts einer kriminellen Bande von Leuten, die sie schützen sollten, nur zu gut verstehen.

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