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Ökotourismus an vergiftetem See?

Der See Lago da Serra Mesa ist der fünftgrösste See Brasiliens. Er ist ein Stausee zur Stromproduktion im Nordosten des Bundesstaates Goiás und wird von den Flüssen Tocantins, Traíras und Maranhão gespeist. Er liegt auf 460 m Höhe und ist vom Wasservolumen her der wasserreichste See Brasiliens. Er gilt als touristisches Ziel, vor allem für die Sportfischer. Um den See erheben sich Berge bis zu einer Höhe von 1.400 Meter. Die Webseite "Ecorotas" beschreibt ihn als ausgezeichneter Ort für Seesportarten und Fischerei.

Das Kraftwerk am See wird von Tractebel Energia betrieben.

Der schöne Schein der touristischen Attraktivität kommt ins Wanken. Das Zentrum für "unabhängige Medien" (CMI) berichtet am 21. November unter dem Titel "Vergifteter See / Tote Fische", dass der See flächendeckend von einer dicken Schicht Algen bedeckt ist. Zum Teil hat die Algenschicht eine Tiefe von 4 Metern.

João Carlos Kruel, Direktor für Umwelt im Verband der Sportfischer von Goiás (Apego) schlägt Alarm. Er berichtet, dass der See mit Quecksilber belastet ist, der mehrfach den Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation überschreitet. Der See ist voll mit Blaualgen (Cyanobakterien). Viele Cyanobakterien bilden starke Nervengifte, die bei Massenvorkommen („Algenblüte“) vor allem im Süßwasser zu Fischvergiftungen führen können. Nach Ansicht von Kruel ist die öffentliche Gesundheit in Gefahr. Er sieht eine der grössten Umweltkatastrophen auf Brasilien zukommen.

Er hat versucht, die Behörden auf die Situation aufmerksam zu machen und sie zu einer Sperrung des Sees zu veranlassen, weil sonst erhebliche Schäden für die öffentliche Gesundheit zu erwarten seien. Die ganze biologische und Nahrungsmittelkette sei betroffen. Seiner Ansicht nach nicht mehr umkehrbar. Da der See gestaut werde und sein Niveau noch steigen werden, würden auch die Flüssen des hydrografischen Beckens des Tocantins davon betroffen.

Die Behörden haben seine Warnungen bisher ignoriert. Und das, obwohl das Fischsterben den Behörden schon seit längerem bekannt ist.

Informationsquelle: Centro de midia independente (CMI Brasil)
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