Montag, 30. April 2012

Steinreicher Trump sauer über Windräder an seinem Golfplatz

Donald J. Trump ist amerikanischer Multi-Milliardär und in Immobiliengeschäften groß geworden. Bekannt wurde er insbesondere durch sein extrovertiertes Verhalten in den Medien, das sich insbesondere durch Großmäuligkeit auszeichnete. Trump hat in Aberdeen in Schottland einen Golfplatz für Betuchte gebaut. Das natürlich nicht ohne dankbare Unterstützung durch schottische Politiker, die von dem Projekt einen wirtschaftlichen Impuls erwarteten.

Trump begrüßt auf der Webseite des Golfplatzes in Aberdeen Interessenten mit diesen Worten: “Ich bin über alle Maßen glücklich mit ihnen meine neueste Errungenschaft im Golf-Portfolio zu teilen und das in der Heimat des Golfs, in Schottland. Ich habe über 5 Jahre in Europa nach Land dafür gesucht und natürlich lag meine Präferenz dabei auf Schottland, da ich ein halber Schotte bin….. Als ich dieses Stück Land sah, war ich überwältigt von den überwältigenden Dünen und der Küste von Aberdeenshire. Ich wusste, dass dies der perfekte Platz für Trump International – Schottland war. Ich habe noch nie eine solche unverfälschte und dramatische Küstenlandschaft gesehen und diese Lage macht es perfekt für eine Entwicklung durch uns.”

Leider funktionieren die Politiker nicht so wie der Herr Milliardär es gerne möchte. Die haben die Unverschämtheit und erlauben den Bau eines Windparks in der Nähe seines Golfplatzes. Trump’s Stellungnahme im Januar ließ an Deutlichkeit nicht zu wünschen: “Wenn Nordost-Schottland den Tourismus ernst nimmt und eine weltweit bekannte Golf-Destination werden möchte, kann es nicht erlauben, dass die Küste von einem hässlichen Industriepark – 11 64-stöckige Windturbinen direkt an der Küste – ruiniert wird”. Trump schrieb an den schottischen Ministerpräsidenten Alex Salmond und beschwerte sich, dass mit den Windrädern die schottischen Küsten zerstört würde.

Alex Salmond hat kein Verständnis für den wetternden Trump. Er hält ihn für unbelehrbar, wenn er erklärt: “ich habe mich mit Donald Trump verkracht, weil es scheint, dass er nicht verstehen will, dass an und vor der Küste installierte Erneuerbare Energien in den nächsten 10 Jahren 28.000 Jobs nach Schottland bringen werden. Wenn Arbeitsplätze und Investitionen die erste Priorität haben, dann macht man die richtige Arbeit für Schottland. Ich würde meine Arbeit für Schottland nicht tun, wenn ich sagen würde, dass wir gerne die 28.000 Jobs haben möchten, aber Donald Trump sagt “pfui” zu mir und dann würde ich meine Meinung über Erneuerbare Energien in Schottland ändern. Der Grund für den Streit mit Trump ist, dass ich denke, dass Erneuerbare Energien vor der Küste eines der Schlüsselthemen für Wieder-Industrialisierung dieses Lands sind. Es interessiert mich nicht, was Donald Trump sagt”.

Für David Milne, ein Bewohner Aberdeens und heftiger Gegner der Trump’schen Golf-Pläne, der auch dafür kämpfte, dass die Genehmigung für den Windpark erteilt wurde, ist klar: “Die Wahl ist einfach: Es ist eine zwischen Kindern, die in diesem Land aufwachsen und die Wahl haben entweder Pendler und Gras-Schneider zu werden oder indem sie die Möglichkeit haben, Ingenieure, Designer, Entwickler und Bauunternehmer zu werden und dazu der ganze Rattenschwanz an Geschäftsmöglichkeiten kommt, die eine reale Industrie mit sich bringt. Da ist die Antwort doch ganz klar - goodbye, golf course. Lasst ihn bluffen und abhauen.”

Nun hat Herr Trump die Wahl: Golf spielen in Schottland und immer die Windräder fest im Blick haben oder seine Zelte wieder abbrechen.


Informationsquelle:
Alex Salmond says lessons learned from Trump and Murdoch dealings –The Scotsman
Donald Trump halts golf course construction due to 'ugly' wind farm threat – The Telegraph