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Rumänische Verbraucher noch zu gutgläubig

Eigentlich interessiert den rumänischen Verbraucher recht wenig, was er sich an Lebensmitteln aus den Ladenregalen nimmt und einverleibt. Die rumänische Lebensmittelindustrie darf ihm dank vieler Gesetzeslücken vorgaukeln, dass er das Frischeste vom Frischen und Gesündeste vom Gesunden auf den Tisch bekommt. Dabei gibt sogar der Landwirtschaftsminister zu, dass vieles dem Verbraucher nur “vorgegaukelt” wird. Man kann das auch härter informieren und von Verbraucherbetrug sprechen.

So wird dem Verbraucher aus Pulver gemischte Milch als Frischmilch verkauft. Käse, in dem sich kein Gramm Milch befindet, der dafür aus Soja und Kartoffelmehl zusammengesetzt ist, kräftig gesalzen und mit Farb- und Aromastoffen auf Hochglanz gebracht wurde. Die beliebte Fleischwurst “Parizer”, in der der Fleischanteil sich sehr in Grenzen hält, dafür aber umso mehr Emulsionen und Farbstoffe für den Eindruck einer knackigen Wurst sorgen. Die Liste lässt sich fortsetzen mit Press-Schinken, der aus Hühnerteilen besteht, Leberwurst mit einem Leberanteil von 25%, der Rest liefern Speck, Wasser und Xanthan-Verdickungsmittel. Butter, die fast nur aus Margarine besteht. Die Liste könnte man noch beliebig fortsetzen.

Die Nahrungsmittelproduzenten haben leichtes Spiel, weil der rumänische Verbraucher sich selten die Mühe macht, die Etiketten mit den Inhaltsangaben zu lesen. Er scheint noch ein grenzenloses Vertrauen in die Qualität der Produkte zu haben. Dabei hat die Nationale Behörde für Verbraucherschutz (ANPC) viele Kontrollen durchgeführt mit zum Teil beängstigenden Resultaten. 2011 wurde bei Kontrollen vor allem bemängelt, dass die angegebenen Mengen nicht mit dem tatsächlichen Gewicht übereinstimmten, dass die Bestimmungen zur Angabe der Inhaltsstoffe nicht berücksichtigt wurden und die am Regal angegebenen Preise nicht mit den Kassenpreisen übereinstimmten.

Die Verbraucherschutzbehörde hat anlässlich der Osterfeiertage Bukarester Supermärkte überprüft und folgende  Mängel festgestellt: Der Supermarkt “Cora Sun” verkaufte Hühner- und Truthahnfleisch als Sonderangebot, das nicht mehr gültig war. “Kaufland Barbu Vacarescu” wurde abgemahnt, weil die Verbraucher nicht richtig über aufgespritzte Schweinekotletts informiert wurden und wegen des Verkaufs von angeblichem Hühnerfleisch unter der Bezeichnung “Antistress-Huhn”, das nur aus Fleischresten bestand, die die Bezeichnung “Hühnerfleisch” nicht verdienten. Der Supermarkt “Real Vitan” verkaufte Milch, bei dem auf der Verpackung ein Becher abgebildet war, in den bildhaft die Vitamine D und Kalzium hinzugefügt wurden, die aber im Produkt selber nicht zu finden waren. Im selben Supermarkt wurde der Verkauf von minderwertigen Nahrungsmittel, z.B. Hühnerbrust mit nicht definierbarem Geruch, Salami mit Schimmelbildung und Rindfleischsalat mit modifizierter Farbe bemängelt.

Der rumänische Landwirtschaftsminister Stelian Fuia gibt zu, dass es Pflicht der Behörden sei, hier durch eine entsprechende Gesetzgebung mehr Verbraucherschutz zu ermöglichen. Er verweist darauf, dass es einen Gesetzentwurf für eine zukünftiges Nahrungsmittelregister gebe. Sobald dieses umgesetzt sei, würden die Käufer wissen, was sie Tag für Tag auf den Tisch bekommen.

Informationsquelle
ADEVĂR Laptele din magazine nu este natural – Adevarul
Hyper si supermarketuri de pe raza municipiului Bucuresti verificate de ANPC in prima zi de dupa sarbatorile pascale – 17.04.2012 – ANPC

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