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Baroness Warsi macht den Vatikan happy

Wikipedia beschreibt Baroness Warsi wie folgt: “Sayeeda Hussain Warsi, Baroness Warsi. Geboren 28. März 1971 in Dewsbury, Kirklees, West Yorkshire, England) ist eine britische Politikerin der Conservative Party pakistanischer Abstammung, Geschäftsführende Vorsitzende der Conservative Party sowie seit Mai 2010 Ministerin ohne Geschäftsbereich und damit die erste weibliche muslimische Ministerin Großbritanniens. Darüber hinaus ist sie zurzeit das jüngste Mitglied des House of Lords.”

Baroness Warsi besucht derzeit in offizieller Funktion den Vatikan. Sie führt eine Delegation von 6 britischen Ministern an und wird am kommenden Mittwoch vom Papst empfangen werden. Sie soll auch einen Vortrag vor dem diplomatischen Nachwuchs des Vatikans halten. Die ministeriale Gruppe, zu der auch der Kulturminister Jeremy Hunt gehört, wird am Dienstag mit dem Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone dinieren und anschließend in Zimmern schlafen, in denen die Kardinäle während der Papstwahl, dem Konklave, gewohnt haben. Kein Wunder, dass man im Vatikan über die erlesene Delegation aus dem anglikanischen England erfreut ist. Nach Ansicht des britischen Botschafters zeigt die Art wie der Vatikan die Delegation empfängt, die Wertschätzung für eine starke Beziehung mit Großbritannien.

Kein Wunder, dass man sich verpflichtet fühlt, wenn man so hofiert wird. Die Baroness macht deshalb dem Papst die Freude und klinkt sich in sein Klagelied über europäische Verfassungen ein, die in ihren Präambel mit keinem Wort den Begriff “Christentum” erwähnen. Sie versteht auch was der Heilige Vater meine, wenn er sage, dass man es mit einer sich verstärkenden Marginalisierung der Religion zu tun habe. Uns sie setzt hinzu: “Jahrhunderte hat das Christentum inspiriert, motiviert, gestärkt und unser Gesellschaften verbessert”. Sie ist sich auch mit dem Papst einig, dass die Religion ein Verbündeter der Freiheit und Feind der Tyrannei sei. Sie unterstützt auch den Vatikan bei dem Versuch, das Aufhängen von Kruzifixen in öffentlichen Gebäuden durchzusetzen.

Nelson Jones vom New Statesman erklärt, was die Baroness so antreibt: “Baroness Warsi’s Kommentare sind weit davon entfernt ihren Gastgebern nur zu schmeicheln. Sie ist schon länger daran, einen Kreuzzug – auch wenn dieses Wort für eine Muslimin etwas ungewöhnlich ist – zu diesem Thema zu führen. Die Debatte über die Rolle der Religion im öffentlichen Leben ist natürlich hoch aktuell, nachdem ein Gericht vor kurzem auf der Basis der Gemeindegesetzgebung der Stadt Bideford verboten hat, dass die Sitzungen des Gemeinderates mit einem Gebet eröffnet werden. Weitgehend wurde dies als eine weitere Marginalisierung der Religion angesehen. Abgesehen von Warsi’s persönlichen Gefühlen sieht die Koalitionsregierung Glaubensorganisationen als den Schlüssel für ihr Programm der “Big Society” (Wahlmanifest der Konservativen Partei 2010) an. David Cameron hat sich ähnlich geäußert, vor allem in seiner Rede im Dezember zur Jahrhundertfeier der “King James Bibel”.

Großbritannien auf dem Weg zurück zur Staatskirche? Auf jeden Fall ist erstaunlich, dass sogar eine Muslimin sich für die Christenheit in die Bresche schlägt. Dabei sollte sie eigentlich wissen, dass die alleinseligmachende katholische Kirche ungern andere Religionen neben sich duldet. 

Informationsquelle:
Vatican welcomes Lady Warsi's comments on 'intolerant secularisation' – The Guardian
Sayeeda Warsi, secularism and the Pope – New Statesman

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