Direkt zum Hauptbereich

Prominenter SUV-Fahrer sorgt für Desaster

Der rumänische TV-Präsentator Șerban Huidu, bekannt durch eine Satire-Show beim rumänischen Fernsehsender Prima TV und seine Sendungen im Radio KissFM, hat vor ein paar Tagen mit seinem Mercedes-Geländewagen für ein Blutbad auf den Straßen in der Nähe von Brasov / Kronstadt gesorgt. Er stieß mit einem Dacia zusammen, in dem ein älteres Ehepaar und eine dritte Person saßen, die alle durch den Zusammenstoß ums Leben kam.

Es war Sonntag 11:15 Uhr in der Ortschaft Timiş de Sus, es schneite leicht, als Huidu mit seinem SUV auf die Gegenfahrbahn geriet und mit dem schuldlosen Dacia-Fahrer zusammenstieß. Ein Augenzeuge berichtet: “"Wir befanden uns hinter dem Dacia als wir einen Geländewagen sahen, der beschleunigte, um zu überholen. Er muss etwa 100-120 km/h schnell gewesen sein, als er mit dem Dacia zusammenstieß.” Dem ehrenwerten Herrn Huidu und den Insassen des Mercedes-Geländewagens – seine Frau und 2 Kinder - passierte nicht viel, dank sei dem gut gesicherten Geländewagen.

Huidu war bereits mehrfach im Verkehr auffällig geworden. Bereits im August erhielt er einen Strafbefehl wegen Überschreitens der Geschwindigkeitsgrenze. Aber auch im Zeitraum davor war er der Polizei als Raser aufgefallen. Er ist damit ein typischer Vertreter des neureichen Rumänen mit Luxusauto und der Meinung, dass man sich auf Grund seiner Prominenz alles herausnehmen kann.

Ein rumänischer Fachmann erklärt die charakterlichen Eigenschaften eines solchen prominenten Autofahrers: “Die SUV’s geben ein Gefühl der Sicherheit, das die Fahrer zu riskanter Fahrweise ermuntert. Die Leute bevorzugen starke Autos vom Typ SUV, weil diese ihnen Sicherheit und Kraft anbieten. Aber die Aggressivität im Verkehr hängt auch mit der Persönlichkeitsstruktur dieser Fahrer zusammen. Durch das Fahrzeug meinen sie einen Machtzuwachs zu haben. Sie meinen gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmer überlegen zu sein und daraus entstehen oft Zwischenfälle.”

Huidu soll laut Ankündigung der Polizei wegen Totschlags angeklagt werden. Die traurige Geschichte im rumänischen Verkehrsgeschehen ist, dass gerade diese Art von Prominenz letztendlich ungeschoren davon kommt. So schreibt ein Kommentatorin auf der Webseite der Zeitung Adevarul: “Wenn man die Geschichte dieses Fahrers sieht, der nicht nur wegen zuviel Adrenalin einen Knall hatte, sondern auch ein berufsmäßiger Raser war, der glaubte, dass die Straße nur ihm gehört, der ins Schleudern kam, auf der Gegenfahrbahn überholte mit überhöhter Geschwindigkeit, dann ist das schlimm genug, aber eben auch nur eine Gutenachtgeschichte für Kinder. Denn ich wette viel darauf: der wird keine Sekunde ins Gefängnis gehen, denn er ist eine öffentliche Person und hat einen Haufen Geld!”

Siehe auch:
Rumänische Raser zivilisieren, aber wie?
Aggressiv und voller Vorurteile: Der rumänische Autofahrer
Das Blutbad von Scanteia oder wenn Bus-Taxis aufs Gas drücken

Informationsquelle:
Feriţi-vă din calea "tancurilor"! Şoferii cu maşini puternice au tendinţa de a fi mai agresivi şi imprudenţi – Adevarul

Beliebte Beiträge

Elsässer stimmten lustlos über die Wiedervereinigung ab

Das Elsass existiert administrativ-rechtlich im französischen Staat nicht als Einheit. Elsass ist eine historische Bezeichnung für die Region zwischen Vogesen und Oberrhein. Administrativ ist die Region in zwei Departements aufgeteilt: Bas-Rhin (Niederrhein) und Haut-Rhin (Oberrhein). Die Elsässer fühlen sich aber zumindest folkloristisch einer Region Elsass zugehörig.

Dieser Zustand hätte sich jetzt ändern sollen. Die Elsässer stimmten am Sonntag darüber ab, ob die beiden Departements administrativ zu einer Region zusammengelegt werden sollen. Daraus sollte dann ein einheitlicher Regionalrat für das Elsass entstehen. Eigentlich eine wenig weltbewegende Angelegenheit, wenn nicht damit in die vor sich hin tümpelnde elsässische Identitätsfindung neuen Schwung gekommen wäre. Wie schon lange nicht mehr wird die Stellung des Elsass in Frankreichs diskutiert. Bisher überwog das Bedürfnis einer bedingungslosen Anpassung an die französische Sprache und Kultur, obwohl das Elsass historisch ge…

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Der spanische König will nur seine eigene Haut retten

Nachdem sich König Felipe VI. in der Katalonienfrage voll auf die Seite des Zentralstaates gestellt hatte und nicht den mindesten Versuch unternommen hat, in diesem Konflikt zu vermitteln, war man doch recht gespannt, was Felipe in seiner Weihnachtsansprache dem Volk nach den katalanischen Wahlen, die wieder eine Mehrheit für die Unabhängigkeitsbefürworter brachte, zu sagen hatte.


Um es vorweg zu nehmen: Nichts von Bedeutung, außer dass die Spanier ganz stolz auf sich sein könnten. Wie man mit nichtssagenden Sprüchen versucht dem Problem aus dem Weg zu gehen, ergibt sich aus folgenden Ausführungen:


Und dieser große Wandel (Spaniens), dieser ganz große Sprung nach vorn wie es ihn bisher in unserer Geschichte nicht gegeben hat, war nur möglich dank eines offenen und solidarischen Spaniens, das sich selbst nicht eingeigelt hat; eine Spanien, das unsere Unterschiede anerkennt und respektiert, unsere Pluralität und unsere Verschiedenheit mit einem integrierenden Geist; ein Spanien, das von…

Die britische Pass-Burleske oder so dümmlich tickt der Populimus

Unglaublich, was Theresa May ihren Landsleuten als Weihnachtsgeschenk glaubte machen zu müssen: Die Briten werden statt des bisherigen roten einen blauen Pass bekommen, auf dem auch die ominöse "Europäische Union" nicht mehr erwähnt wird. Suggeriert wird damit - und von den Hurra-Patrioten krampfhaft behauptet -, dass man sich einer weiteren Zwangsmaßnahme der perfiden Europäischen Union gegen das seiner Souveränität beraubten Vereinigten Königreichs damit entledigt. Nur, niemand hat die Briten gezwungen, den roten Pass für seine Bürger anzuwenden, die Entscheidung traf damals allein die Thatcher-Regierung, es so zu machen, wie es seither gelaufen ist.

Die harten Brexit-Anhänger - inzwischen eher eine große Minderheit - laufen seither einen Jubel-Amok. Die Premierministerin May verkündet über Twitter: "Der UK-Pass ist ein Ausdruck von Unabhängigkeit und Souveränität, indem er uns als Bürger einer stolzen, großen Nation symbolisiert. Darum haben wir angekündigt, dass de…

Meinungsfreiheit in Spanien erheblich bedroht

Die spanische "Plattform zur Verteidigung der Informationsfreiheit (PDLI)" hat für 2017 ein deprimierendes Resumée über den Stand der Meinungsfreiheit in Spanien gezogen. In der Zusammenfassung stellt die Präsidentin der PDLI, Virginia Pérez Alonso, fest:

Es fällt schwer im zurückliegenden Zeitraum der demokratischen Entwicklung Spaniens einen Präzedenzfall zu finden für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, wie wir sie dieses Jahr erlebt haben. Es wurden Leute ins Gefängnis gesteckt nur wegen eines Liedes oder einer Twittermeldung. Wir dachten nicht mehr an eine solche Entwicklung und doch geschah es jetzt mitten in Europa im 21. Jahrhundert. Das ist so schwerwiegend, dass wir immer noch Probleme haben, deren Reichweite zur Kenntnis zu nehmen.


Es ist so, dass vor allem Jugendliche, die ihre Meinungen in den sozialen Netzwerken veröffentlichten, Ziel einer so seltsamen Strafvorschrift wie "Verherrlichung des Terrors" war. Dazu gaben Witze über Repräsentanten der …