Mittwoch, 26. Oktober 2011

Auf Andalusier eindreschen im spanischen Wahlkampf beliebt

Nachdem bereits Verantwortliche der katalanischen Regierung sich mit despektierlichen Äußerungen über Andalusier profliliert haben, treibt das Andalusier-Bashing inzwischen weitere Blüten. Andalusien ist noch immer ein Hochburg der Sozialisten, der PSOE. Demzufolge sind für die größte Oppostionspartei, die Partido Popular (PP) die Bewohner dieser Region ohnehin Idioten zumindest, wenn sie die PSOE gewählt haben sollten.

Die Vizesekretärin der PP, Ana Mato, hatte sich bereits im Wahlkampf 2008 unbeliebt gemacht, als sie andalusische Kinder als “Analphabeten” beschimpfte. Nach einem Sturm der Empörung musste sie sich für diese billige Wahlkampflüge entschuldigen. Jetzt befindet sich Spanien wieder im Wahlkampf und Frau Mato brauchte wieder einmal ein griffiges Beispiel für verfehlte sozialistische Schulpolitik, um von den umfangreichen Kürzungen im Bildungsbereich in Regionen, die von der PP verwaltet werden, abzulenken. Sie glaubte das Beispiel wieder einmal in Andalusien zu finden, wo sie von Schülern berichtete, die auf dem Boden lernen müssen, weil sie keine Schulmöbel haben. Sie bezog sich dabei auf Bilder aus einer Schule in Málaga, wo Kinder vor der Lehrerin auf dem Boden saßen. Der Leiter der betroffenen Schule erklärte danach, dass der Schule überhaupt keine Möbel fehlen würde. Bei dem Bild hätten die Kinder sich lediglich zur Erzählung einer Geschichte am Boden sitzend um die Lehrerin gruppiert.

Die genervten Vertreter der andalusischen Landesregierung erklärten dazu: “Frau Mato versucht es wieder einmal auf ihre Weise. In den andalusischen Schulen lernt man, abgesehen davon dass dies über ein moderne und würdige Ausstattung verfügen, dass man nicht lügen darf, sondern die Wahrheit sagen muss und andere nicht schlecht machen soll”.

Frau Mato ist in Madrid geboren und hat ihre Laufbahn als Politikerin in der spanischen Autonomie von Castilla León gemacht. Die Kastilier und die Bewohner Madrids haben ohnehin den Ruf, die Nase innerhalb Spaniens recht hoch zu tragen und mit einer gewissen Verachtung auf andere Landesteile herunter zu sehen. Und gerne macht man sich über die Andalusier her, die man einfach nicht für voll nimmt. Vor allem die PP zeichnet sich hier aus. Die andalusische Regierung erklärt, dass es jetzt schon die 11. Beleidigung Andalusiens innerhalb kürzester Zeit sei. Mal seien die Andalusier alle Subventionsbetrüger, mal finanzieren sie den Islam oder sie beschimpfen den “Vater des andalusischen Vaterlandes”, den Schriftsteller Blas Infante, als Arschloch.

Dabei sollte Ana Mato nicht zu stark auftrumpfen. Immer noch liegt über ihr der Schatten der Verwicklung in die Korruptionsaffäre “Gürtel”. Ihr Ehemann soll vom Bauunternehmer Correa ein Jaguar geschenkt bekommen haben.  Ein Leserkommentator bei “Público” erregt sich über die Dame: “Diese Frau ist bösartig, sie lügt bei vollem Bewusstsein, sie steht an dritter Stelle (in der PP), weil es niemand besseren gibt. Sie hat gut durch die Korruption gelebt, hat die Verwaltung geplündert und sich in einen Jaguar gesetzt in ihrer Garage, von dem sie nicht wusste, von wem er war. Sie hat sich jedes Mal, wenn ihr die Gelegenheit geboten wurde, denen von ihresgleichen angeschlossen, um das andalusische Volk zu beleidigen. Kurzum ein Weib von der schlechtesten Sorte!”

Informationsquelle:
Mato: "Los niños dan clase en el suelo en Andalucía"