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Der Mittelmeer-Korridor weckt Erwartungen und schürt Zwist

Spanien hat schon seit einigen Tagen dieser Entscheidung entgegengefiebert: Die Europäische Union hat heute beschlossen, dem Ausbau des Mittelmeer-Korridor Vorrang einzuräumen. Es geht um eine neue Eisenbahnstrecke von der französischen Stadt Perpignan bis zur Hafenstadt Algeciras am südlichsten Zipfel Spaniens. Gleichzeitig wurde auch der Atlantik-Route, die Portugal und Nordspanien mit Frankreich verbindet, Priorität eingeräumt.

Der Mittelmeer-Korridor besteht aus 2 Eisenbahnlinien. Bei der einen geht es um eine Güterzugstrecke von Algeciras über Madrid nach Zaragoza. Hier hat die EU nur eine Finanzierung bis Zaragoza zugesagt, einem weitergehenden Plan der Spanier – der Bau eines Tunnels durch die Zentralpyrenäen – wurde nicht zugestimmt. Die zweite Linie führt von Algeciras über die Städte Granada, Almeria und an der Küste entlang hoch nach Südfrankreich. Während die Güterzugstrecke sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, dümpelt die Küstenroute noch im Planungsstadium. Beide Strecken werden sich in Tarragona treffen und führen über Barcelona gebündelt nach Norden. In Barcelona ist eine Flughafenanbindung geplant.

Die EU hat Spanien und Portugal zur Sparsamkeit bei diesen Projekten aufgerufen. Es gebe nicht genug Geld, um jede Idee zu verwirklichen. Finanziert würde nur das, was am effizientesten erscheine. Dabei werde dem Güterverkehr oberste Priorität eingeräumt. Der Transport-Kommissar der EU erklärte, dass die Mittel dort eingesetzt werden sollen, wo ein Mehrwert dabei herauskomme. Die politischen Pläne der Regierungen seien dahingehend überprüft worden, ob sie auch dem tatsächlichen Erfordernissen angepasst seien.

Morgen soll der Investitionsbeschluss der EU in der Handelskammer von Barcelona in Anwesenheit des spanischen Infrastruktur-Ministers José Blanco gefeiert werden. Der katalanische Präsident Artur Mas wurde, nachdem er sein Befremden über die Einladung von Blanco als Stargast zum Ausdruck brachte, nachträglich zur Feier eingeladen. Im übrigen beglückwünschten sich die Regierungschefs Kataloniens, Valencias, der Balearen und von Murcia über die Entscheidung. Sie sind der Meinung, dass sie gute Vorarbeit durch geschlossenes Auftreten geleistet hätten und ihre Region damit zu Recht den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verdient bekommen werde. Ungnädig ist die Regierungschefin der nordspanischen Region Aragón (Hauptstadt: Zaragoza), Luisa Fernanda Rudi, weil der Tunnel durch die Pyrenäen nicht gebaut wird. Sie wirft der Regierung vor, sich einseitig für die Küstenregionen eingesetzt zu haben.

Informationsquelle:
El Pais - La UE declara prioritarios los ejes ferroviarios del mediterráneo y atlántico

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