Montag, 23. August 2010

"Rassistische und diskriminierende Kommentare sind nicht erlaubt und werden gelöscht"

Mit dem oben angeführten Satz eröffnet die rumänische Zeitung Evenimentul Zilei eine Diskussion über die Abschiebung von Angehörigen der rumänischen Roma aus Frankreich nach Rumänien. Der Satz ist fettgedruckt und dies ist dringend nötig, denn auch so beteiligen sich einige mit Schaum vor dem Mund an der Diskussion. Wenn man bedenkt, dass das Schlimmste schon gleich nicht veröffentlicht wird, dann kann man sich ausmalen, mit welchen Vorurteilen die Roma in Rumänien zu kämpfen haben.

Eine kleine Auswahl an bereits "gefilterten" Kommentaren:

"Sie stehlen nur, besetzen illegal Grundstücke, sind Analfabeten. Jetzt kommen sie aus Frankreich zurück und lassen sich in deinem Hof nieder. Sie sagen, dass sie in Rumänien vor Hunger sterben werden, womit haben sie aber in Frankreich ihr täglich Brot verdient?"

"Die Rückführung der in Rumänien geborenen Roma (das ist die richtige Bezeichnung!) ist doch nur Rauch in den Augen der Fanzosen. Wenn sie die los werden wollen, sollen sie Betteln und illegale Wohnungsnahme bestrafen und zwar mit einer Gefängnisstrafe! Ein solches Gesetz sollte man auch in Rumänien erlassen."

"Sie gehen nicht in die Schule, zerstören die Schulen, die man für sie gebaut hat, sie respektieren nicht die Gesetze der Staaten, deren Pass sie haben. Ihr Hauptproblem sind alte Bräuche in den sexuellen Beziehungen und Heiraten zwischen Minderjährigen. Sie gehen nicht zu Qualifizierungskursen. Was bedeutet das? Sie sind nicht interessiert zu arbeiten. Ihre Tradition ist das Nomadenleben."

""Rassistische und diskriminierende Kommentare sind nicht erlaubt und werden gelöscht". Dann werdet ihr keinerlei Kommentar hier bekommen! Denn nicht die Zigeuner sind diskriminiert".


Soweit ein paar Kommentare. Grundsätzlich gibt es keine positiven oder etwas ausgewogenere Kommentare. Der Hass ist das dominierende Element. Es gibt Roma in Rumänien, die in ihrem Verhalten diesem Idealbild der Zigeunerhasser entsprechen. Aber wie schon oft in der Geschichte ist das Verhalten einzelner der Grund, ein ganzes Volk in Bausch und Bogen zu verdammen. Es ist auch ein billiger Grund dafür, nichts zu tun, um die Situation dieses Volkes zu ändern.

Dazu braucht man einen langen Atem und keine populistische Augenwischerei wie das zur Zeit in Frankreich der Fall ist. Es gibt einen "Thinktank" der europäischen Roma, der mit europäischer Unterstützung sich Gedanken über die Zukunft der Roma im europäischen Raum macht. Als Aufgabe definiert die Gruppe "Roma und andere Minoritäten darin zu unterstützen, aktive Bürger in ihren Gesellschaften zu werden und die Bevölkerungsmehrheit anzuregen, aktiv an diesem Prozess der sozialen Integration mitzumachen. Die Beteiligung und Veranwortung der ganzen Bevölkerung und der Minoritäten am Aufbau einer offenen Gesellschaft soll gestärkt werden." Dahin ist ein langer Weg, aber man sollte ihn mit Geduld und Ausdauer beschreiten.


Siehe auch Blogbeitrag: Europas Zigeuner als Sündenböcke

Informationsquelle: Evenimentul Zilei, Repatrierea romilor din Franţa, un gest inept şi instinctiv?