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Was die Rumänen beschäftigt

"Debatten" sind sehr beliebt in rumänischen Zeitungen. So hat die Webseite der Zeitung "Evenimentul Zilei" eine Rubrik "Debatten" (dezbatere), was man natürlich auch mit "Wir diskutieren" übersetzen kann. Zur Zeit scheinen für die Rumänen die nachfolgenden Themen interessant zu sein:

"Die 75-Watt-Lampe wurde verboten. Sind sie glücklich mit den Sparlampen?". 186 Kommentare verzeichnet dieses Thema. Die Meinungen dazu sind geteilt. Viele finden die Sparlampen gut, warnen aber vor chinesischen Billigprodukten. Markenprodukte wie die von Philips oder Osram seien viel besser. Einige berichten, dass Produkte aus China oder Polen nur 14 Tage halten. Die Gegner stören die hohen Kosten und sie haben auch Gesundheitsbedenken.

"Warum haben wir soviele Zugverspätungen? Warum arbeitet man seit 20 Jahren am Schienennetz?". Dieses Thema beschäftigt nur 35 Kommentatoren und artet zumeist in Politikerbeschimpfungen aus.

"Die Rumänen glauben, dass man ohne Zahlung von Bestechungsgeld nichts erreichen kann. Wieviele Bestechungsgelder zahlst du während des Jahres?". Hier gibt es 90 Kommentare. Erstaunlich viele zahlen kein Bestechungsgeld und kommen damit durchaus im rumänischen Alltag weiter. Der Vorwurf an den Rest der Landsleute schwingt mit, dass eigentlich sie das Problem sind, weil sie glauben, dass man ohne Bestechung nichts erreichen könne.

"Muss man aus Rumänien auswandern? Wohin gehst du?". Das Thema scheint recht heiss zu sein, den damit befassen sich 348 Kommentare. Viele sind fürs Auswandern mit der Begründung der geringen Verdienstmöglichkeiten und desolaten politischen Verhältnisse in Rumänien. Das Thema eignet sich auch gut, um zum Rundumschlag gegen Politiker auszuholen. Es ist viel von "Zigeunern" und "Räubern" die Rede. Über das Auswanderungsziel lässt sich aber kaum einer aus.

"Wo sollten die Ärzte arbeiten: Nur in staatlichen Einrichtungen oder auch privat?". 154 Kommentare beschäftigen sich mit diesem Thema. Hintergrund ist, dass der Gesundheitsminister einen Gesetzesentwurf vorgelegt hat, nach dem sich Ärzte entscheiden müssen, ob sie entweder in staatlichen Einrichtungen oder privat praktizieren wollen. Die Meinungen der Kommentatoren sind sehr geteilt. Auf der einen Seite das Misstrauen, dass die Patienten in den staatlichen Einrichtungen dann vernachlässigt werden und auf der anderen Seite, dass die Ärzte genügend Einkommen haben müssten, um sie von einer Auswanderung abzuhalten.

"Schleicht sich die Republik Moldau mit Hilfe Rumäniens durch die Hintertür in die EU?" Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu hat vor kurzem erklärt, dass "Rumänien eine Blutschuld gegenüber den moldawischen Staatsbürgern habe". Damit versucht er der Kritik der EU-Länder zu begegnen, die Rumänien eine lockere Einbürgerungspolitik gegenüber moldawischen Staatsangehörigen vorwerfen. Viele Kommentatoren werden den westlichen Ländern die Probleme mit den eigenen Minderheiten vor (z.B. Frankreich und Quebec). Andere beschimpfen die Moldauer, besonders beliebt ist, diese als "Zigeuner" zu beschimpfen.

Informationsquelle: Evenimentul Zilei

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