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Legalisierte Bestechungspraxis im rumänischen Gesundheitswesen

"Romania Libera" berichtet heute unter dem Titel "Spaga pentru halatele albe, consfintita prin lege" (Bestechung für die Weisskittel durch Gesetz gefördert) über die Praxis der Zusatzzahlungen im rumänischen Gesundheitswesen. Durch ein im Jahr 2003 erlassenes Gesetz "über die Rechte der Patienten" wurde auch geregelt, dass "der Patient den Angestellten der Krankenversorgungsstelle, wo er behandelt wurde, eine Zusatzzahlung oder Spende machen kann". Für rumänische Verhältnisse ist eine solche Regelung eine Legalisierung der Korruption. Schon seit Zeiten vor der Revolution hat das Krankenhauspersonal keinen Finger gerührt, wenn der krankenversicherte Patient Krankenschwestern und Ärzten nicht Geldscheine in die Kitteltaschen gestopft oder früher auch mal ein Huhn oder Zigaretten mitgebracht hat.

"Romania Libera" schätzt, dass solche Zahlungen sich im Jahr auf insgesamt etwa 360 Millionen Dollar belaufen. Eine Änderung dieser Praxis dürfte nur sehr schwer zu erreichen sein, da dieses System "der Aufmerksamkeiten" eine solide Tradition im rumänischen Gesundheitswesen hat. Das heisst, dass der Patient es schon so verinnerlicht hat, dass er ohne Zusatzzahlungen nichts bekommt und somit dem Personal die "Spende" förmlich aufdrängt.

Diese Praxis war früher verständlich, da das Personal im Gesundheitswesen weitgehend unterbezahlt war. "Romania Libera" meint, dass die heutigen Gehälter diese Praxis nicht mehr rechtfertigen. Ein rumänischer Arzt soll inzwischen ein monatliches Durchschnittsgehalt von 2.000 bis 5.000 Euro haben. Für rumänische Verhältnisse in der Tat eine Menge Geld.

Der Präsident der Ärztekammer von Cluj (Klausenburg), Mircea Barsan, hat zu Beginn des Jahres unter Hinweis, auf die Tatsache, dass die gestiegenen Gehälter nicht zur Bekämpfung der Korruption beitragen, weil das Gesundheitspersonal an das System der Zusatzzahlungen gewöhnt ist, vorgeschlagen, dass
1. Gefängnisstrafe für jeden Arzt vorgesehen wird, der eine Behandlung von Zusatzzahlungen abhängig macht,
2. Verbot von Geschenken,
3. strengere Kontrolle des Vermögens von Angestellten des Gesundheitswesen, da einige unter ihnen sich Häuser bauen und Autos haben, die in keinem Verhältnis zu ihrer Entlohnung stehen,

vorgesehen werden muss. Das Vertrauen zwischen Patient und Ärzten sei derartig gestört, dass nur ein grosser Kraftakt eine Verbesserung bringen werde.

Recht hat er!

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