Direkt zum Hauptbereich

Wie eine Regierung zugunsten der Banken unter dem "Europa-Etikett" das Volk betrügt

In der Republik Moldau hat sich letzte Woche eine pro-europäische Regierung konstituiert. Eine pro-europäische Regierung im eigentlichen Sinne des Wortes, mit europäischen Staatsangehörigen, die zur neuen Ministerriege gehören. Es geht um den Wirtschaftsminister, eine Franzose namens Stephane Bride, der 2013 die moldauische Staatsbürgerschaft bekam. Vor seiner Ernennung zum Minister war er Mitglied der Wirtschaftsprüfer Grant Thornton. In dieser Eigenschaft hat er 2011 zu einem Zeitpunkt, bei dem die moldauische Bank BEM in einer Aktion der räuberischen Übernahme – von den Russen “Raider” genannt – gekapert wurde, 3 Banken, die auf dieselbe Art “übernommen” wurden, geprüft, ohne irgendwelche Unregelmäßigkeiten zu finden. Die Journalistin Victoria Stoiciu schreibt auf der rumänischen Webseite “Romania Curata” (Sauberes Rumänien) dazu: “In der Moldaurepublik wurde der Direktor einer Wirtschaftprüfungsgesellschaft, der vor dem Raub von 1 Milliarde Dollar die Augen geschlossen hat, zum Wirtschaftsminister ernannt! Zur Beruhigung der Wähler, die für pro-europäisch Parteien gewählt haben.”

Victoria Stoiciu fährt fort: “Seit ungefähr anderthalb Monaten werden 3,5 Millionen Staatsbürger der Republik Moldau auf offener Straße und bei Tageslicht bestohlen. Obwohl es in allen Nachrichten steht, wird niemand zur Verantwortung gezogen. Im letzten Monat hat sich der moldauische Leu um ungefähr 50% gegenüber dem Dollar entwertet. Eine Panik ohnegleichen hat die Bevölkerung erfasst. Die moldauische Wirtschaft hat sich über Nacht mehr oder weniger halbiert, die Löhne haben ihre Kaufkraft verloren. Die Menschen haben die Wechselstuben gestürmt, aber innert kurzem gab es keine Valuta mehr. Verzweifelt über die Entwertung ihres Geldes – die Preise steigen von einen Tag zum andern im Gleichschritt mit der panischen Wechselkursentwicklung – haben die Moldauer die Supermärkte gestürmt”.

Stoiciu weiß auch warum: “Die moldauische Finanzkrise steht im Zusammenhang mit dem große Raub im November 2014 als von den Konten der drei großen moldauischen Banken mysteriös ungefähr eine Milliarde Dollar verschwanden. Das entspricht einer Summe, die etwa 13% des moldauischen Bruttoinlandsproduktes oder 58% der Staatseinnahmen entspricht. Der große Raub lief unter Beteiligung der Regierung und der moldauischen Nationalbank (BNM) ab. Im November 2014 gab es Wahlen und die Regierung hat alles getan, um die Effekte des großen Raubes zu vertuschen. Bereits im November hat deshalb die moldauische Nationalbank den geplünderten Banken einen Notkredit von 3 Milliarden Moldau-Lei gewährt. Natürlich hat das nichts geholfen und da hat sich die Nationalbank an eine unschätzbare Quelle erinnert – das Volk. Des Geld der normalen Staatsbürger sollte das Bankensystem retten. Über Nacht erhöhte die BNM abrupt die Wechselkurse für Euro und Dollar. Nachdem alle harten Währungen ausverkauft waren, wertete sie brüsk den Kurs für die Landeswährung auf.”

Ein echt guter Trick, um ans Geld zu kommen! Das in Panik versetzte Volk kauft teuer Dollar oder Euro und ein paar Tage muss es genauso teuer die eigene Landeswährung zurückkaufen. Die Banken haben damit innerhalb kürzester Zeit über diese Methode einen Profit von 646 Millionen Moldau-Lei eingefahren und damit waren sie gerettet. Dem Volk erzählte man davon, dass die Russland-Krise, der Ausfall der Exporte nach Russland und die weniger werdenden Überweisungen von Moldauern aus Russland Grund für die Verwerfungen auf dem Devisenmarkt gewesen seien.

Um die Bevölkerung zu beruhigen hat man sich nun also für eine pro-europäische Regierung entschieden. Ministerpräsident wurde ein völlig unbekannter Technokrat mit Namen Chiril Gaburici. Zuvor war er Direktor einer aserbaidschanischen Gesellschaft. Er wird dem Clan um Voronin zugerechnet. In Russland wird er wegen illegalen Grenzübertrittes und Urkundenfälschung gesucht.   Die pro-europäischen Parteien, die demokratische (PD) und liberaldemokratische Partei (PDL) sind aber seltsamerweise eine Koalition mit der Partei der Kommunisten von Vladimir Voronin eingegangen und nicht mit der liberalen Partei (PL), die von ihrem Programm her besser zur Regierung gepasst hätten. Als Grund vermutet Victoria Stoiciu, dass die PL statt der Ernennung eines moldauischen Oberstaatsanwaltes die Ernennung eines europäischen Staatsanwaltes als Generalstaatsanwalt verlangt habe.

Eine seltsame Regierung also, der eher an Vertuschung als an Aufklärung gelegen ist. Da ist “pro-europäisch” nur ein Etikett, um der Bevölkerung zu suggerieren, dass alles auf bestem Wege ist.

Victoria Stoiciu fasst nochmals die Stimmung im Land zusammen: “Mal sehen, ob die Hoffnungen der pro-europäischen Wähler nicht mit kaltem Wasser übergossen werden, vor allem wenn sie merken, dass der Sparstrumpf verbrannt ist. Vor 6 Jahren, in Chisinau, sind viele junge Moldauer in der Schlacht aus Protest gegen die Partei der Kommunisten gestorben oder verletzt worden. Wegen einer kommunistischen Partei, die ihre Macht nicht abgeben wollte. Jene Jugendliche haben nach Europa geschaut und auf eine pro-europäische Regierung gehofft. Heute ist das europäische Etikett von jenen beschmutzt worden, die die Nutznießer der Proteste von 2009 waren. Der Begriff pro-europäisch ist zu einer Verpackung geworden unter der sich eine Parteienkoalition versteckt, die von niemandem anderen als der kommunistischen Partei PCRM unterstützt wird. Nicht nur der moldauische Leu wurde entwertet, sondern auch das Etikett “pro-europäisch”.”

Informationsquelle
Marele jaf al deceniului în Republica Moldova sau cioburi de iluzii portocalii

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

"Globo" überall

In Brasilien gibt es einen übermächtigen Medienkonzern, der sich Organizações Globo nennt. Der Schwerpunkt der Organisation liegt beim Fernsehen, wo das Unternehmen mit TV Globo einer der grössten Fernsehsender Amerikas und angeblich den drittgrösste Sender der Welt besitzt. Die Programme des Senders werden von 80 Millionen Personen täglich gesehen. Schwerpunkt sind die Telenovelas.

Der Gründer, der Unternehmer Roberto Marinho, schloss 1967 einen Kooperationsvertrag mit der Time-Life-Gruppe. Bei der damaligen Militärregierung geriet er damit in den Ruch eines Vaterlandverräters. Unternehmerisch war diese Entscheidung ein Volltreffer, denn nun war der Aufstieg von TV Globo nicht mehr aufzuhalten. Der Sender hob sich schon früh durch bessere technische und auch inhaltliche Qualität gegenüber dem ohnehin äusserst niedrigen Niveau der privaten brasilianischen TV-Sender hervor.

Der Sitz der Unternehmensgruppe liegt in Rio de Janeiro. Neben dem Fernsehen gehören auch Radiostationen und viele …