Direkt zum Hauptbereich

Von der Lynch- und Rassenjustiz in Bahia

Wir, schwarze Männer und schwarze Frauen, Bewohner der einfachen Viertel, Marihuanasüchtige, Analphabeten und Halbanalphabeten, ex-Verhaftete und Frauen von Verhafteten, ex-Zuchthäusler, Professoren, Rechtsanwälte, Zahnärzte, Hand-Arbeiter, eine ungeheure Menge von Leuten, die gerne brüllen möchten über das Blut, das seit Urzeiten vergossene Blut, Geprügelte des Kolonialismus eingewickelt in die betrügerische Politik einer Regierung der weißen Übermacht in dem Bundesstaat, in der es die meisten Schwarzen Brasiliens gibt, sind wir aus der Sicht dieser Regierung Feinde, die niedergeschlagen werden müssen und sie, die Weißen aller ideologischen Farben sparen nicht mit Schriftstücken zur Rechtfertigung dieses Massakers.

Dies schreibt der Blog-Autor Hamilton Borges dos Santos, genannt Walê. Er gehört der schwarzen Rasse an und hat die Nase voll wie das Volk der schwarzen Rasse im brasilianischen Bundesstaat Bahia behandelt wird. Es gibt die Einheit der Rondas Especiais (Rondesp) in Bahia, ein Sondereinheit der Militärpolizei, die für Menschen wie Borges dos Santos nur dafür da sind, um vor allem die schwarze Bevölkerung, die in der Regel auch das Heer der Armen stellt, zu terrorisieren. “Ich habe  vor einigen Tagen über die Grausamkeit der Rondesp geschrien, ihren Genozid-Charakter, die das Leben und die Menschenwürde verspottet. Die Rondesp ist eine Polizei zur Produktion und Einsammlung schwarzer Körper, indem sie wie ein Raubsaurier handeln, der meint alle Rechte für sich zu haben. Ihre Form zu handeln: An unser Wohnorten, unseren Gemeinschaften, die nicht den Hauch der öffentlichen Politik zu spüren bekommen, von denen diese parfümierten Menschen in nicht enden wollenden Konferenzen sprechen, wenn Wahlzeit ist. Unsere Leute kennen keine Präsenz des Staates mit Ausnahme des “Ausnahmezustandes”, die die Politik immer wieder beschwört”.

Die Wut von Borges dos Santos ist verständlich, weil Ereignisse wie das vom 6. Februar im Stadtteil Cabula von Salvador / Bahia seine Erfahrung bestätigt. Dort erschießt die Polizei 12 meist jugendliche Männer, eine Tat der gefürchteten Rondesp. Diese Polizei wurde nach Cabula gerufen, weil es dort Kämpfe zwischen Banden geben sollte. Der Kommandant entschied sich mehrere Fahrzeuge mit Besatzung hinzuschicken. Diese trafen am Tatort 6 Männer mit Rucksäcken an, die ihnen suspekt vorkamen und bei Ansicht der Rondesp flüchteten. Daraufhin hielt sich die Polizei nicht lange mit Fragen auf und beschoss die Gruppe und alles, was in ihrer Nähe war. “Die Polizisten waren auf der Straße, stellten sich auf und töteten”, erzählte ein Augenzeuge. Nach einem anderen Augenzeugenbericht gelang es drei Verdächtigen, zu fliehen und in einem Wäldchen zu verstecken, sie wurden von der Polizei gefunden und ebenfalls erschossen.

Die Toten lagen auf der Straße und das Massaker sorgte dann doch für Unruhe. Die Polizei rechtfertigte sich damit, dass die Verdächtigen einen Banküberfall geplant hätten. Zudem wären sie schwer bewaffnet gewesen. Erstaunlich ist, dass bei der Bewaffnung kein Polizist verletzt wurde. Sogar den politisch Verantwortlichen in Bahia war die Bluttat doch erklärungsbedürftig, aber das lief immer in dem Sinne ab, dass die Polizisten alles richtig gemacht hätten. Die Vizerektorin der Staatsuniversität von Bahia hat dazu nur folgenden Kommentar: “Das billigste Fleisch auf dem Markt ist das schwarze Fleisch” und sie kritisiert die Marginalisierung der schwarzen Bevölkerung in der Gesellschaft.

Die Rondesp ist in der Tat eher eine öffentliche Terrortruppe als eine Polizei. Schon allein ihre Facebook-Seite zeigt, dass ihr oberstes Ziel ist, die Bevölkerung einzuschüchtern. Martialisch bewaffnete Männer, Christbaumkugeln mit dem Emblem der Truppe, die um den Frieden zu Weihnachten für sich selbst bitten, und Droh-Videos gegen “braun” gefärbte Verbrecher im Comic-Stil zieren ihre derzeitige Hauptseite. Der Verbrecher ist vor allem dunkler Hautfarbe und bei ihm schießt man erst einmal, bevor man fragt.

Blogger Borges dos Santos zieht folgende Schlussfolgerung: “In diesem Moment des tiefsten Schmerzes, weinen wir über den Tot der Abgeschlachteten in Cabula. Aber auch der vielen Anderen, die in ganz Bahia umgebracht und in ihrem Blut erstickt wurden.”


Informationsquelle
Sobre a Bahia, seus linxamentos e confinamento racial
Policiamento no Cabula é reforçado após mais de 10 mortes em confronto
Vice-reitora da UNEB critica massacre do Cabula

Beliebte Beiträge

Elsässer stimmten lustlos über die Wiedervereinigung ab

Das Elsass existiert administrativ-rechtlich im französischen Staat nicht als Einheit. Elsass ist eine historische Bezeichnung für die Region zwischen Vogesen und Oberrhein. Administrativ ist die Region in zwei Departements aufgeteilt: Bas-Rhin (Niederrhein) und Haut-Rhin (Oberrhein). Die Elsässer fühlen sich aber zumindest folkloristisch einer Region Elsass zugehörig.

Dieser Zustand hätte sich jetzt ändern sollen. Die Elsässer stimmten am Sonntag darüber ab, ob die beiden Departements administrativ zu einer Region zusammengelegt werden sollen. Daraus sollte dann ein einheitlicher Regionalrat für das Elsass entstehen. Eigentlich eine wenig weltbewegende Angelegenheit, wenn nicht damit in die vor sich hin tümpelnde elsässische Identitätsfindung neuen Schwung gekommen wäre. Wie schon lange nicht mehr wird die Stellung des Elsass in Frankreichs diskutiert. Bisher überwog das Bedürfnis einer bedingungslosen Anpassung an die französische Sprache und Kultur, obwohl das Elsass historisch ge…

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Aufs falsche Pferd gesetzt: Eukalyptus in Galicien

Wer den Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela wandert kommt an Wälder vorbei, die so gar nicht in diese Landschaft passen. Es sind Eukalyptus Plantagen,  die dieser doch wasserreichen und sehr grünen Landschaft in weiten Bereichen einen desolaten Aspekt geben. 
Vor etwa 50 Jahren hatte Diktator Francisco und sein Regime die Idee, den Eukalyptus großflächig in Galicien und in Nordspanien anpflanzen zu lassen mit dem Ziel weltweit die Zellulose-Industrie beliefern zu können. Ganze Gebiete wurden für die Monokultur freigegeben.  Die Zellulosefabrik ENCE in der Nähe der Stadt Pontevedra erhielt weitreichende Anbau-Konzessionen. Im letzten Jahr wurden die Konzessionen für das Unternehmen um 60 Jahre verlängert und gleichzeitig die Produktionserlaubnis für ein Biomasse Kraftwerk erweitert. 
Der Blogger "Mendigo" gibt dem Protest dagegen eine wütende Stimme:
Sind unsere Mülldeponien ein riesiges Problem? Einige Betroffene Hektar Land in Galicien? Das ist kompletter Unsinn! Auf …

Tolhaus Madrid oder wie verhindere ich die Wahl eines demokratisch gewählten Politikers zum Präsidenten

Die katalanische Krise geht weiter. Nachdem die Wahlen zum katalanischen Parlament, die von der Zentralregierung in Madrid nach dem Unabhängigkeitsreferendum angeordnet worden waren, für dieselbe mit einem Schuss ins Knie endete und die Parteien, die für die Unabhängigkeit oder zumindest einer Änderung der spanischen Verfassung hinsichtlich der Organisation des Staates eintraten, die überwiegende Mehrheit erhalten hatten und die Partei Partido Popular des Ministerpräsidenten Rajoy nur noch mit einem unter der Fraktionsgrenze liegenden Grüppchen im katalanischen Parlament vertreten ist, hätte man denken können, dass diese Situation vielleicht zur Lösung des Konflikt über Gespräche der Konfliktparteien hätte führen können.

Puigdemont, der katalanische Präsident, der sich seiner Verhaftung entzogen und nach Brüssel abgesetzt hatte, hat auf jeden Fall seine Gesprächbereitschaft zu erkennen gegeben. Aber in Spanien sind die Kräfte des Zentralismus noch viel zu stark, um an eine andere Lösu…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …