Donnerstag, 12. Februar 2015

Für gleichgeschlechtliche Küsse im brasilianischen Karneval gibt es Ärger mit der Polizei

Eigentlich ist Homosexualität seit Beginn dieses Jahrhunderts in Brasilien nicht mehr strafbar. Diese Kenntnis scheint sich aber noch nicht bis in untere Polizeiränge durchgesetzt zu haben. Der “Jornal do Commercio” auf Recife berichtet von einem Zwischenfall beim Karneval in Olinda, der die völlige Ignoranz einer Polizeistreife an dem von vielen Touristen besuchten Karneval offenlegt.

Ein 21-Jähriger und ein 22-Jähriger aus anderen Regionen Brasiliens trafen sich zum traditionsreichen Karneval in Olinda in Pernambuco. Beide wurden in der Nacht von 4 Militärpolizisten festgenommen, weil sie sich auf offener Straße geküsst haben sollen. Für die Polizisten war damit der Tatbestand einer “gewalttätigen Attacke auf das Schamgefühl” erfüllt. Die beiden wurden zu Polizeiwache in Recife geschleppt und dabei wie Schwerverbrecher behandelt. Nach der Aufnahme der Anzeige küssten sich die beiden mutigen Männer erneut und erregten damit die Wut der Polizisten. Sie bekamen die Belehrung, dass sie sich in Bahia (von wo der eine der beiden her kam)  gerne küssen könnten, aber in Pernambuco gäbe es das nicht. Basta.

Die beiden erklärten dann der Presse: “Wenn wir könnten, dann würden wir noch heute nach Hause zurückkehren. Wir haben nichts getan und wir haben noch nie so etwas demütigendes erlebt. Sie haben uns mit viel Verachtung behandelt. All das hinterlässt bei uns einen sehr schlechten Eindruck von Pernambuco”.

Ob die Polizisten für ein solches Handeln ein Disziplinarverfahren bekommen? Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Der Hass auf Homosexuelle ist in Brasilien immer noch sehr gut entwickelt wie jetzt auch eine Nachricht von der Universität von São Paulo zeigt, wo in einem Theaterstück unter Studenten in herabwürdigender Weise über Homosexuelle hergezogen wurde.

Informationsquelle
Beijo entre gays em Olinda acaba na delegacia