Direkt zum Hauptbereich

Rumäniens Regierung schenkt seine Schülern ein neues Abitur

Rumäniens Senat hat jetzt einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dem ein Berufsabitur in Rumänien eingeführt wurde. Auf Rumänisch nennt es sich “bacalaureat professional”. Die Zeitung Romania Libera berichtet, dass das Berufsabitur den Schülern das Recht zum Zugang auf den Arbeitsmarkt gibt, aber kein Recht zum Zugang zu Hochschulen.

Die rumänische Erziehungsministerin Ecaterina Andronescu hat versucht ihren Landsleuten zu erklären, was das für die Zukunft bedeutet. Ihrer Ansicht nach wird mit dem Berufsabitur das bisherige Berufsschulwesen reformiert. Bisher wechselten Schüler nach der 9. Klasse des Gymnasiums in die Berufsschulen, jetzt soll der Berufsschulunterricht bereits nach der 8. Klasse beginnen. Die Schüler sollen damit besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Originaltext Ministerin: “Durch das Berufsabitur wollen wir die beruflichen Kompetenzen stärken und die Absolventen attraktiver für die Arbeitgeber machen. Das Berufsabitur-Zeugnis ist eine Eingangsschein für den Arbeitsmarkt, aber der Abschluss erfolgt dem Kalender nach, so dass der Schüler wählen kann”. Mit den letzten Worten meint sie, dass das Berufsabitur vor dem üblichen nationalen Abitur abgelegt wird, so dass ein Berufsabitur-Absolvent sich gegebenenfalls noch für den Abschluss des nationalen Abiturs mit Hochschulzugang entscheiden kann.

Die Berufsabiturienten müssen sich zwei Prüfungen unterwerfen: Die Erstellung eines Projekts und eine praktische Prüfung. Zudem müssen sie eine schriftliche Prüfung im Fach der unternehmensfachlichen Erziehung (educaţia antreprenorială) ablegen.

Für den ehemaligen Erziehungsminister Daniel Funeriu, jetzt Berater des rumänischen Präsidenten, ist die Einführung des neuen Abiturs ein totaler Fehler. Seiner Ansicht nach handelt es sich um ein Billig-Abitur, dass den Stolz der rumänischen Gymnasiasten, das nationale Abitur, damit in den Schmutz ziehe. Die Einführung des Berufsabiturs geschehe auf Druck der “Diplom-Fabriken”, denen bei einem seriösen Abitur die Kunden fehlen würden. Für das rumänische Schulwesen bezeichnend ist, dass etwa 80% der Gymnasiasten privaten Nachhilfeunterricht nehmen. Die auf Nachhilfeunterricht spezialisierten Unternehmen werden “Diplom-Fabriken” genannt. Funeriu vermutet, dass sie mit dem Berufsabitur eine neue Kundengruppe erhalten.

Der Hintergrund ist darin zu finden, dass in den vergangenen Jahren die Abiturabschlüsse in Rumänien eine Katastrophe waren. Gerade mal die Hälfte der Kandidaten und Kandidatinnen haben das Abitur bestanden. Mit dem Berufs-Abitur gibt es die Möglichkeit wenigstens ein Abschlusszeugnis zu bekommen und damit geht es dann ab in die Lehre.

Siehe auch:
Spiru Haret, das Schnellwaschmittel unter den Akademiker-Produzenten
Rumänien sucht einen makellosen Erziehungsminister
Abitur-Desaster in Rumänien

Informationsquelle:
Andronescu: Diploma de bacalaureat profesional, permis pentru piaţa muncii –Romania Libera
Senatul a VOTAT bacul profesional. Vom avea două tipuri de bacalaureat de anul viitor – Romania Libera

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…

Was kostet das Sterben in Spanien?

In Spanien sind 2011 knapp 400.000 Personen gestorben. Da gibt es für Bestattungsunternehmen zu tun. Der Generaldirektor der Bestattungsdienste “Mémora” hat gegenüber den Medien auf ein paar Zahlen im Zusammenhang mit der Beerdingungspraxis in Spanien verwiesen. Danach kostet die durchschnittliche Bestattung in Spanien 3.700 Euro. In Nordspanien sind die Bestattungen etwas teurer und im Süden etwas billiger. Er führt dies darauf zurück, dass man in Nordspanien auf eine bessere Qualität des Sarges achte und zudem die Überführungen über größere Distanzen erfolgen.

Die Billigversion einer Beerdigung wäre noch für 1.000 Euro zu haben. Aber auch die Spanier wollen es etwas gediegener, das heißt sie beauftragen ein Beerdigungsunternehmen und benutzen eine Aussegnungshalle. Bei internationalen Überführungen kommen in der Regel noch einmal 700 Euro dazu. Die Beerdigungsdienste von Mémora bieten auch eine Finanzierung der Beerdigung an. Dafür gibt es Kredite von bis zu 5.000 Euro, die man in…