Direkt zum Hauptbereich

Angekündigter Völkermord an den Guarani-Kaiowá

“Wenn die Regierung Krieg haben will, dann kann sie Krieg haben. Wenn sie eine Invasion machen, werden wir auch eine Invasion machen. Wir haben keine Angst vor dem Indio. Wir gehen zum Krieg über und zwar in der kommenden Woche. Von diesen Indios dort wird es vielleicht einigen gelingen zu überleben. Die, die es nicht überleben, werden wir den Schweinen zum Frass vorwerfen”. Breitbeinig erklärt dies der Fazendeiro Luis Carlos da Silva Vieira auf seinem Landgut in Paranhos im Bundesstaat Mato Grosso do Sul der filmenden Presse. Erstaunlich mit welcher Arroganz und ungestraft dieser Großgrundbesitzer auftreten und mit Mord und Totschlag drohen kann. Es zeigt sich, dass das Leben der Indios solchen Leuten nichts wert ist und das angekündigte Blutbad eine reale Bedrohung ist.

Die Indio-Völker der Guarani-Kaiowá hatten früher in dieser Region ihre Heimat. Ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden sie nach und nach aus ihren Gebieten vertrieben. Die Agrarkonzerne setzten auf die Vernichtung der Kaiowas. Diese hatten in den letzten Jahren für die Rückgabe ihrer alten Heimat gekämpft und öffentlichkeitswirksam demonstriert. Jetzt wollen sie die Gebiete mit friedlichen Mitteln besetzen. Die Agrar-Gangster schlugen bisher brutal zurück: In den letzten 9 Jahre wurden von ihnen über 270 Führer der Kaiowás umgebracht.

Jetzt geht ein Hilferuf der Guarani-Kaiowá an die Welt, den ich hiermit auszugsweise wiedergebe:
“Note der Aty Guasu Guarani-Kaiowá (Versammlung der Guarani-Kaiowá) an die Bundessbehörden Brasiliens und an die Welt angesichts Drohung der kollektiven Ermordung des Indio-Volkes: Angesichts der Drohung einer kollektiven Ermordung unseres Volkes in der Form eines angekündigtes historischen Genozids durch die Besetzer der alten Territorien der Guarani-Kaiowá, geben wir den Behörden bekannt, dass die Großgrundbesitzer, die gefürchteten Mörder der Indios, heute am 18. August 2012 ein neues Blutbad zur Auslöschung der Indio-Bevölkerung in Paranhos an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay angekündigt haben. ….. Angesichts der kollektiven Todesdrohung, die in aller Öffentlichkeit erfolgte, verlangen wir eine Untersuchung und rigorose Bestrafung dieser Anstifter zum Genozid. Wir alle wissen, dass sie modernste und gefürchtete Waffen haben, sie haben Geld, das sie über das Blut der Indios verdient haben, mit dem sie Waffen kaufen und Pistoleiros engagieren können.  …… Es ist wichtig zu verstehen, dass in den Dekaden von 1940, 1960 und 1970 dieselben Großgrundbesitzer, nachdem sie das Land der Kaiowá und Guarani besetzt hatten, angefangen haben, mit ihren Morden und den gewalttätigen Vertreibungen. Heute erklären sie unumwunden im Wildwest-Stil, dass sie mit den Morden fortfahren werden…..Angesichts der bevorstehenden Attacke wenden wir uns noch einmal an die Bundesbehörden Brasiliens und die Welt. Wir Völker der Guarani und Kaiowa kämpfen um ein paar Stücke unserer alten Territorien. Wir haben keine Waffen und darüberhinaus wissen wir nicht einmal wie man mit Waffen umgeht. Wir wiederholen noch einmal, der Kampf um unsere Territorien soll das menschliche Leben, die Fauna und Flora unseres Planeten Erde sichern. Wir glauben an den Frieden, wir sind für einen wirklichen Frieden, wir haben keine die Menschen zerstörenden Waffen. Wir haben nur unsere Gesänge und heiligen Gebete mbaraka und takua, um damit einen wirklichen Frieden für die Menschheit zu suchen….In diesem Sinne werden wir hingehen in den kollektiven Tod durch die Pistoleiros der Großgrundbesitzer”.

Die Großgrundbesitzer sind daran interessiert, die Indios zu terrorisieren, so dass sie den Mut verlieren Gerechtigkeit für ihre Vertreibung zu fordern, aber sie schrecken in der Tat auch vor keinem Mord zurück. Wie das dann aussieht, kann man der Schilderung eines Vorfalls am 10. August im Indio-Dorf Aldeia Arroyo Corá ersehen: Die Indios protestierten an diesem Tag friedlich für eine Rückgabe ihrer Territorien. Die Proteste begannen um 5 Uhr des Morgens des 11. August. Gegen 8 Uhr erschienen im Dorf 4 Kleinlastwagen mit 50 bestens bewaffneten Männern. Die Pistoleiros teilten sich in 3 Gruppen auf und kreisten die protestierenden Indios ein und richteten ihre Waffe auf sie. Sie kamen bis auf 200 Meter heran und begannen auf die Indios zu schießen. Nach Information der Indios dauerte die Schiesserei 2 Stunden. Kleinlaster brachten neue Munition und die Schiesserei ging weiter. Die Indios berichten: “Ungefähr weitere 2 Stunden schossen sie in unsere Richtung, wir hatten uns hinter den Bäumen versteckt und andere lagen im Bach oder im Schlamm. Die Pistoleiros lachten uns aus und schrien “ihr Scheiss-Indioss! Ihr werdet hier alle sterben! Heute wird hier kein Indio lebend davon kommen. “ Wir sahen wie Autos kamen und neue Munition mitbrachten”. 4 Polizisten der Nationalgarde sollen vor Ort gewesen sein, aber von den Bewaffneten vom Gelände verdrängt worden sein. Die Nationalgarde soll ohnehin der Ansicht sein, dass die Indios selbst Schuld seien, denn schließlich würden sie die Landgüter besetzen. Das Resultat der Schiesserei: Ein alter geistig behinderter Indio und ein 9 Monte altes Kind wurden erschossen, ein weiterer Indio ist verschwunden.

Siehe auch:
Kaiowá und Guarani haben die Nase voll

Informationsquelle
Assassinos de Indígenas: Guerra aos Guarani-Kaiowá é declarada esta semana no Mato Grosso do Sul
Nota da Aty Guasu Guarani-Kaiowá às autoridades federais do Brasil e Mundo diante da ameaça de morte coletiva indígena – CMI
ANGRIFF AUF INDIGENE – Amnesty International

Beliebte Beiträge

Elsässer stimmten lustlos über die Wiedervereinigung ab

Das Elsass existiert administrativ-rechtlich im französischen Staat nicht als Einheit. Elsass ist eine historische Bezeichnung für die Region zwischen Vogesen und Oberrhein. Administrativ ist die Region in zwei Departements aufgeteilt: Bas-Rhin (Niederrhein) und Haut-Rhin (Oberrhein). Die Elsässer fühlen sich aber zumindest folkloristisch einer Region Elsass zugehörig.

Dieser Zustand hätte sich jetzt ändern sollen. Die Elsässer stimmten am Sonntag darüber ab, ob die beiden Departements administrativ zu einer Region zusammengelegt werden sollen. Daraus sollte dann ein einheitlicher Regionalrat für das Elsass entstehen. Eigentlich eine wenig weltbewegende Angelegenheit, wenn nicht damit in die vor sich hin tümpelnde elsässische Identitätsfindung neuen Schwung gekommen wäre. Wie schon lange nicht mehr wird die Stellung des Elsass in Frankreichs diskutiert. Bisher überwog das Bedürfnis einer bedingungslosen Anpassung an die französische Sprache und Kultur, obwohl das Elsass historisch ge…

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Tolhaus Madrid oder wie verhindere ich die Wahl eines demokratisch gewählten Politikers zum Präsidenten

Die katalanische Krise geht weiter. Nachdem die Wahlen zum katalanischen Parlament, die von der Zentralregierung in Madrid nach dem Unabhängigkeitsreferendum angeordnet worden waren, für dieselbe mit einem Schuss ins Knie endete und die Parteien, die für die Unabhängigkeit oder zumindest einer Änderung der spanischen Verfassung hinsichtlich der Organisation des Staates eintraten, die überwiegende Mehrheit erhalten hatten und die Partei Partido Popular des Ministerpräsidenten Rajoy nur noch mit einem unter der Fraktionsgrenze liegenden Grüppchen im katalanischen Parlament vertreten ist, hätte man denken können, dass diese Situation vielleicht zur Lösung des Konflikt über Gespräche der Konfliktparteien hätte führen können.

Puigdemont, der katalanische Präsident, der sich seiner Verhaftung entzogen und nach Brüssel abgesetzt hatte, hat auf jeden Fall seine Gesprächbereitschaft zu erkennen gegeben. Aber in Spanien sind die Kräfte des Zentralismus noch viel zu stark, um an eine andere Lösu…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Wer braucht in den USA einen Psychiater? Die Waffenlobby oder kriminelle Täter?

Die Medien berichten: Ein 19-Jähriger schießt am Valentinstag an einer High School in Florida um sich. 17 Menschen sterben. Schüler berichten von Momenten der Verzweiflung. Viele Schüler lieferten verzweifelte Berichte ab, schilderten wie sie an Leichen und Blutlachen vorbei die Schule verlassen mussten, wie sie sich in Abstellräumen und Spinden oder unter Schulbänken verbarrikadierten.

US-Präsident Trump betet wie immer, wenn solche "Schicksalsschläge" kommen, und sein Hauptproblem ist der Täter,  von dem er die Opfer tröstend twittert, dass der 19-jährige Schütze offensichtlich „mental gestört“ und aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden sei – und wie wichtig es sei, solche Verhaltensauffälligkeiten den Behörden zu melden. Hallo Herr Präsident, gibt's da noch etwas anderes? Warum läuft ein 19-jähriger mit einem halbautomoatischen Gewehr rum? Könnte es sein, dass der von der Waffenlobby geschürte amerikanische Waffenwahn der Grund für die viele…