Direkt zum Hauptbereich

Der Sommer bringt Spanien's Atomkraftwerke und ihre Betreiber ins Schwitzen


Die Sommerhitze ist für Spaniens Atomkraftwerke eine Gefahr. Da die Temperaturen durch den Klimawandel immer mehr steigen, wird eine strukturelle Schwäche der Atomkraftwerke bloß gelegt. Für ihre Kühlung brauchen sie nämlich Wasser, das im Sommer immer knapper wird. Zudem bilden sich in dieser Zeit im Wasser Algen, die die Kühlung zusätzlich erschweren.


So verwundert es nicht, das der spanische Nuklearpark in diesen Tagen mit großen Schwierigkeiten kämpft. In den Nähe des Atomkraftwerks Cofrentes in der Region Valencia kam es zu einem Großbrand, der erst 11 km vor dem AKW gestoppt werden konnte. Die spanische Atomaufsichtsbehörde CSN meldete zu diesem Zeitpunkt, dass die externe Elektrizitätsversorgung des Kraftwerks durch den Brand beschädigt wurde. Deshalb mussten die Dieselgeneratoren eingeschaltet werden, die nur für Notfälle gedacht sind.

Der Altmeiler Garoña in der Region Burgos, dessen Laufzeit von der Regierung bis 2019 verlängert wurde, leidet ebenfalls unter den hohen Temperaturen. Er wird vom Ebro gekühlt, der jetzt einen sehr niedrigen Wasserstand hat. Am 28. Juni löste ein falscher Alarm, ausgelöst durch die Hitze, die Zufuhr eines Gases des Sicherheitssystems aus, das gegen Brände gedacht ist. Die Gaszufuhr bedeutete keine größere Gefahr, wenn aber jetzt ein Brand ausgebrochen wäre, wäre das System schutzlos gewesen. Das AKW müsste dringend auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht werden. Es gibt entsprechende Auflagen des CSN, auf deren Realisierung man verzichtet hatte, weil die Vorgängerregierung die Stilllegung für 2013 beschlossen hatte. Der CSN sieht jetzt großzügig über diese Mängel hinweg und billigt den Betreibern weitere Fristen für die Erfüllung der Auflagen zu.

Am 20. Juni musste das AKW Ascó I in der Provinz Tarragona seine Produktion herunterfahren, weil das Wasser des Ebro voller Algen war. 2004 hatte dasselbe AKW eine Invasion von Muscheln erlebt.


Gerade im Sommer müssten die AKW's am stärksten gekühlt werden und gerade in dieser Jahreszeit fehlt es am wichtigsten Kühlmittel, dem Wasser. Ein Widerspruch in sich in einem Land, in dem die Sommer extrem heiß sind.

Siehe auch:
Atomalarm in Almaraz, was tun?

Informationsquelle:
Las altas temperaturas amenazan las centrales nucleares - Ecologistas en acción

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…