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Barcelona versucht Touristen an die Peripherie abzuschieben

In den vergangenen Jahren gab es ein ziemlich zügelloses Wachstum bei Ferienwohnungen in zentralen Lagen von Barcelona. Das hatte zur Folge, dass alteingesessene Bürgerinnen und Bürger Barcelonas aus ihren angestammten Vierteln vertrieben wurden und dies zu viel Unmut geführt hatte.Die neue Stadtregierung um Ada Colau war mit dem Versprechen angetreten, dieser Gentrifizierung der Stadt Einhalt zu gebieten. Jetzt ist zur Neuorientierung im Toursmusbereich von einer Kommission der Stadtverwaltung der “Urbanistische Spezialplan bezüglich von Touristenunterbringungen”, abgekürzt PEUAT, beschlossen worden.

Barcelona wird in diesem Plan in 4 Zonen aufgeteilt. In der zentralen Zone, die vor allem Viertel der Altstadt und des Zentrums betrifft, dürfen keine Ferienwohnungen mehr eingerichtet werden, auch nicht als Ersatz für bestehende Wohnungen, die geschlossen werden. Das ist deswegen schwierig, weil für diese Viertel eigentlich die größte Nachfrage besteht. Im Viertel der Sagrada Familia mit der Gaudí-Kathedrale, wo sich die Touristenangebote am intensivsten massieren, dürfen zurückgenommene Angebote ersetzt werden, aber keine neuen zusätzlichen angeboten werden. Gleiches gilt auch für das Olympische Dorf.

Neue Touristenherbergen und zwar 11.625 Betten, dürfen an der Peripherie zum Zentrum entstehen. Zwischen den einzelnen Einrichtung muss jedoch ein Mindestabstand von 150 bis 250 Meter liegen. Diese liegen dann zum Beispiel im Viertel Nou Barris im Nordosten der Stadt. Mancherorts wird dann der Blick von der Höhenlage am Abhang der Collserola über Barcelona schweifen, in anderen Teilen wird man mit der schlechten Luft der sich kreuzenden Stadtautobahnen konfrontiert werden. Oder auch so ein liebenswürdiger Ort, den Touristen auch bald kennenlernen dürfen, ist Marina del Prat Vermell. Ein völlig neu urbanisierte ehemaliges Industrieviertel, eingezwängt zwischen dem Berg Montjuic, der Ring-Autobahn “Litoral”, der “Zoll-frei-Zone” “Zona Franca” und dem Industriehafen. Nicht weit entfernt kommt noch der Flughafen “El Prat de Llobregat” hinzu. Sehr ruhig wird es da wohl nicht werden, aber Barcelonas Touristen suchen vermutlich auch keine Ruhe. Nur: Die altbekannte Bar, das schöne Restaurant, der Olympiahafen mit seinen Kneipen, die liegen dann aber nicht mehr vor der Haustür.

Touristen müssen also beweglicher werden, wenn sie sich in Barcelona befinden. Vielleicht helfen aber auch Touristenherbergen in gesichtslosen Neubauvierteln den Strom der unerwünschten Vergnügungs- und Sauftouristen abzubauen.

Siehe auch
Strandviertel Barceloneta macht Barcelona keine Ehre
Barcelona geht gegen Billig-Tourismus auf die Barrikaden

Informationsquelle
Colau permitirá 11.625 nuevas camas para turistas en la periferia de Barcelona

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