Freitag, 8. Januar 2016

Wo trotz “Pakt für das Leben” Mord und Totschlag Alltag ist

Deutschland hat etwa 80 Millionen Einwohner. 2014 gab es hier 555 Fälle von Mord und Totschlag. Der brasilianische Bundesstaat Pernambuco mit der Hauptstadt Recife hat knapp 9 Millionen Einwohner. In Pernambuco sind aber im vergangenen Jahr 3.434 Menschen durch Mord oder Totschlag ums Leben gekommen. Gegenüber 2014 hat sich die Situation verschlimmert, 2015 gab es 14% mehr Tote durch Gewaltdelikte.

Und das obwohl es seit einiger Zeit ein Programm namens “Pakt für das Leben” (Pacto pela Vida) gibt, das dieser Entwicklung Einhalt gebieten sollte. Der zuständige Landesminister führt das Ansteigen der Todesrate auf die Streiks der Zivilpolizisten zurück. Für dieses Jahr soll alles besser werden. Laut Minister sind die Ziele für die im Pakt vorgesehenen Sicherheitszonen neu definiert. “Wir müssen aus dem Haus gehen und dabei wissen, was wir tun sollen. So wird es uns gelingen unser Ziel, der Bevölkerung Sicherheit zu bieten, zu erreichen”, erklärt der Minister.

Der “Pakt für das Leben” wurde 2011 per Gesetz ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, den sozialen Frieden in der Bevölkerung zu fördern. Die Gewerkschaft der Polizei in Pernambuco erklärte allerdings Ende vergangenen Jahres, dass der Pakt gescheitert sei. Ihrer Ansicht nach werde zu sehr Presserummel gemacht und die Detailarbeit vernachlässigt. Es gebe keine Struktur der Zusammenarbeit bei den beteiligten Organisationen und keine Aufwertung der Polizei. Die Polizisten seien total demotiviert. Viele Polizeiposten würden geschlossen, weil Zivilpolizisten fehlten.

Informationsquelle
“O Pacto Pela Vida está falido”, critica presidente do Sinpol
Pernambuco teve 3.891 mortes em 2015 e SDS estuda novas estratégias