Direkt zum Hauptbereich

Massentierhaltung in Spanien wird zur Gesundheitsgefahr

Spanien hat sich seit einiger Zeit von der Ära der kleinen Vieh- und Schweinezüchter verabschiedet. Bereits 2005 beobachtete die Umweltgruppe “Ecologistas en Acción” mit Sorge das Anwachsen der Massentierhaltung im Land. Es hat sich eine starke Lebensmittelindustrie entwickelt, die auf Menge und nicht auf Qualität setzt. Große Tierfabriken, vor allem in Nordspanien, sind entstanden. Die Folge sind eine erhebliche Belastung der Umwelt.

Die Universität von Cordoba schreibt in einer Zusammenfassung über die “aktuelle Produktion und die Perspektiven des Marktes für Schweinefleisch”: “Zur Zeit hat Spanien ein produktives Niveau erreicht, das es zum zweitgrößten Produzenten in Europa hinter Deutschland und weltweit zum viertgrößten Produzenten macht. …. Dabei verstärkt sich die Tendenz zu einer Tierhaltung, die nicht von Land abhängig ist, vor allem bei Schweinen und Geflügel, obwohl es auch immer mehr Massentierhaltung bei anderen Produktionen wie Rinder und Schafen, sowie im Bereich der Fisch- und Kaninchenzucht gibt.”

Inzwischen gibt es bei uns die Erkenntnis, dass die Massentierhaltung eine Tierquälerei und eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen ist. Spanien spürt jetzt auch negativen Seiten dieser Entwicklung. Die Erkrankungen auf Grund des Fleischkonsums sind ebenfalls steil angestiegen. Nach einer Untersuchung des “Europäisches Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten” (ECDC) ist in Spanien eine starker Steigerung von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Fleischkonsum festzustellen. Besonders Erkrankungen an der Campylobacter-Enteritis (Zunahme um 62% im Jahr 2014) haben zugenommen. Mit 11.841 derartigen Fällen, die Fieber und Durchfall hervorrufen, liegt Spanien inzwischen in der oberen Hälfte der europäischen Erfassung dieser Erkrankungen. Weiter ist die Salmonellose weit verbreitet. 2014 gab es 6.643 Fälle, gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 46%. Damit belegt Spanien bei Salmonellose den 2. Platz innerhalb der EU.

Die Tierärzte in Spanien führen die steigenden Zahlen an diesen Erkrankungen darauf zurück, dass es jetzt mehr Gelegenheiten zum Kontakt zwischen Tieren und Menschen kommt. Dadurch würden Krankheitsträger im Wege der Zoonose auf Menschen übertragen. In Spanien gebe es zur Zeit etwa 4,4 Millionen Rinder, mehr als 240 Millionen Hühner, 22 Millionen Schweine, 16 Millionen Schafte und 2,7 Millionen Ziegen. Die Massentierhaltung sei riskant durch die Konzentration der Tiere oder die Globalisierung der Märkte, bei dem Tiere hin und her transportiert würden.

Die Spanier liegen beim Konsum von Antibiotika über dem europäischen Durchschnitt. Vermutlich deshalb sind die von Tieren übertragenen Krankheiten dort besonders gefährlich, denn beim Prozentsatz der Antibiotika-Resistenzen liegt Spanien ebenfalls an der Spitze in Europa.

Also höchste Zeit zu Handeln. Empfehlenswert wäre es, wenn dies präventiv durch Rückführung der Massentierhaltung geschehen könnte. Inzwischen ist die Lobby der Fleischproduzenten aber derart stark, dass dies ein schwieriger Kampf werden wird. Schließlich haben sie es geschafft, dass die früher eher an geringerem Fleischkonsum orientierten Spanier zu passionierten Fleischessern wurden.


Informationsquelle
PRODUCCIÓN ACTUAL Y PERSPECTIVAS DEL MERCADO DEL PORCINO
España multiplica los casos de enfermedades transmitidas por los alimentos

Beliebte Beiträge

Großbritannien, das zerstrittene Königreich, auf den Spuren Griechenlands

Das Vereinigte Königreich (UK) verlässt die EU. Nach dem Brexit-Referendum hatten die regierenden Konservativen  um Premierministerin May entdeckt, wie toll ein solcher Abschied vom europäischen Kontinent ausgehen könnte. Ungeahnte Möglichkeiten würden dem Land in der weiten Welt winken, die nur darauf warte, mit den Briten ins Geschäft zu kommen. Realistischerweise hat Premierministerin May schon einmal erklärt,  dass das nur funktioniere, wenn das Land zu einer Steueroase à la Panama umgebaut werde.

Die EU schien in dieser Zukunftphantasie keine Rolle zu spielen,  obwohl sie doch der größte Handelspartner des Landes ist. In einem Anflug von völliger Betriebsblindheit setzte May noch Neuwahlen an, weil man ihr eine überwältigende absolute Mehrheit prognostizierte. Das ging dann gründlich schief und jetzt steht Großbritannien ratlos vor einem Scherbenhaufen. Plötzlich kommen auch Bedenken auf, ob ein knallharter völliger Abschied von der EU tatsächlich für Großbritannien positiv sein…

Wale an Menschen: Lasst uns in Ruhe!

Vor allem an der französischen Mittelmeerküste hat der Kommerz ein neues Vermarktungspotential entdeckt. Mit Delfinen oder Walen schwimmen. Das läuft so ab: Ein Flugzeug sucht im Tieflug die Tiere und danach werden entsprechende Interessenten an den Ort gebracht, um mit den Tieren schwimmen zu können. Hört sich schrecklich tierlieb an, ist aber nur wieder einmal eine der schrecklichen Geschmacksverirrungen, zu denen der Mensch in der Lage ist.
Die französische Umweltorganisation "France Nature Environment " beschreibt die Folgen:
Die Meeressäugetiere, insbesondere die Wale, sind es nicht gewöhnt in der Nähe von Menschen zu sein.  Die Tatsache, direkt mit der Anwesenheit des Menschen konfrontiert zu werden führt zu einer nicht widerrufbaren Änderung im Verhalten der Tiere. Die Delfine und Wale werden durch die Anwesenheit von Menschen verwirrt und gestresst.  Wenn Sie mit dem Flugzeug verfolgt werden,  erschöpfen sie sich. Sie werden von ihren normalen Aktivitäten abgehalten …

Für was sich ein brasilianischer Präsident nicht alles hergibt

Am Montag hat der Generalstaatsanwalt der Republik, Rodrigo Janot, Anklage gegen den derzeitigen brasilianischen Präsidenten Michel Temer erhoben. Temer soll vom Schlachthof-Industriellen Joesley Batista, Besitzer des weltweit größten Fleisch-Verpackungskonzerns JBS, über den ehmaligen Abgeordneten und Sonderberater im Präsidentenbüro Rodrigo Rocha Loures 500.000 R$ verlangt und erhalten haben. Die Beweislage dazu ist laut Angaben des Generalstaatsanwalt erdrückend. "Es muss festgestellt werden, dass die von den Angeklagten rechtswidrigen Handlungen schwerwiegend sind. Die Untersuchungsberichte bezeugen, dass die Beschuldigten mit absoluter Verachtung und Respektlosigkeit gegenüber ihrer Funktion als Präsident der Republik und als Bundesabgeordneter, Funktionen, die Michel Temer und Rodrio Loures ausüben, handelten. Damit haben sie der öffentlichen Sache  und den republikanischen Werten geschadet", erklärte Janot.


Ein Präsident, der wegen Korruption angeklagt wird, ist noch…

"Die Faschisten von Soros wollten mich lynchen"

Gabriela Firea ist Oberbürgermeisterin von Bukarest. Sie ist 43 Jahre alt und von Beruf Journalistin. 2012 wechselte sie in die Politik und wurde für die Partidul Social Democrat (PSD) in den rumänischen Senat gewählt. Im Juni 2016 wurde sie zur Oberbürgermeisterin von Bukarest gewählt. Inzwischen hat sie einen sehr hohen Beliebtheitsgrad in Rumänien und nach einer neueren Umfrage würden sie bei Präsidentschaftswahlen meht Stimmen bekommen als der derzeitige Amtsinhaber Iohannis.

Etwas rätselhaft ist diese Intention der Bevölkerung, denn in Bukarest ist Frau Firea nicht unbedingt beliebt. Sie hat bei den Wahlen viel versprochen und bisher wenig gehalten. Ein empörter Bukarester Bürger beschreibt die bisherige Erfolgbilanz von Frau Firea so: "Sie hat bisher nichts getan. Sie soll zurücktreten. Es gibt keine Parkplätze, der öffentliche Nachverkehr ist genauso schlecht wie bisher. Sie hat nichts von dem gehalten, was sie versprochen hat wie zum Beispiel Klimaanlagen in den öffentlic…

Polizei auf Bettler-Jagd in Timisoara

Der OB von Timisoara / Temesvar, der Hauptstadt des rummänischen Banats, hat der eigenen Lokalpolizei vorgeworfen, dass Bettlerproblem in der Stadt nicht ausreichend zu bekämpfen. Das Zentrum der Stadt sei inzwischen beliebtes Ziel von Bettlern. Tags darauf haben die Gescholtenen beschlossen in Zivil auf Bettler-Jagd zu gehen.

Die Webseite deBANAT.ro berichtet über die Arbeit der Lokalpolizei:

Die Polizisten haben sich nach der Schelte sofort an die Arbeit gemacht und eine Razzia im  öffentlichen Nahverkehr vorgenommen. "Die Aktion erfolgte auf der Strecke Badea Richtung Nordbahnhof. Es wurden auch Strafen für die Tatsache des Alkoholkonsums, Bettlerei, Müllverursachung und anderes erlassen. Bereits im vergangenen Monat haben die Aktionen auf diesen Linien zur Festnahme von 81 Bettlern geführt, gegenüber denen gesetzliche Massnahmen angewendet wurden, aber leider kommen diese Personen immer wieder auf die Straße zurück", erklärte der Verantwortliche der Lokalpolizei. Er erkl…

So soll Großbritannien vom Joch der EU-Gesetzgebung befreit werden

Die britische Premierministerin Theresa legte vor kurzem dem Parlament das "Great Repeal Bill"  zur Abstimmung vor. Dabei handelt es sich um ein Gesetz, mit dem das EU-Recht im Vereinigten Königreich für ungültig erklärt werden soll. Offiziell nennt sich das Gesetz "European Union (Withdrawal) Bill", also EU-Rücknahme-Gesetz.


Mit dem Gesetz sollen die rechtlichten Wirkungen des Vertrages von 1972 über den Beitritt des UK zu EU aufgehoben werden. Damit würde wieder nur das Recht des Vereinigten Königreichs gelten und die Rechtssprechungsbefugnis des Europäischen Gerichtshofs für Großbritannien beendet. Dazu soll die bisherige in EU-Gesetzgebung in nationales Recht überführt werden, so dass am Tag des erfolgten Austritts aus der EU kein Chaos entsteht.

Alle EU-Regeln sollen in nationales Recht übernommen werden. Anschließend kann das Parlament diese Regeln "ändern, ergänzen oder verbessern". Damit soll die Geschäftswelt und Bürger und Bürgerinnen beruhigt …