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Wurde in Tordesillas zum letzten Mal ein Stier zu Tode gehetzt?

Heute um 11:25 Uhr wurde heute beim Stierkampfspektakel “Toro de la Vega” in Tordesillas der Stier “Rompesuelas” (Sohlenbrecher) zu Tode gehetzt und erstochen. Inzwischen geht auch vielen Spaniern das jedem Tierschutz hohnsprechende Spektakel auf den Geist und das Thema ist auch in der Politik angekommen. Die Tierschützerpartei PACMA  hat unter dem Slogan “Brich eine Lanze gegen den Toro de la Vega” eine Kampagne gestartet, der sich viele, auch prominente Spanier angeschlossen haben. PACMA erklärt auf seiner Webseite, was eigentlich der “Toro de la Vega” ist: “Im vollen 21. Jahrhundert wird in Tordesillas ein Turnier zu Fuß und auf dem Pferd gefeiert, in dem der Stier verfolgt und mit Lanzen misshandelt wird bis zu seinem schmerzhaften und langsamen Tod”.

In Tordesillas kam es heute morgen zu Auseinandersetzungen zwischen Stierkampfbefürwortern und –Gegnern. 15 Personen wurden dabei leicht verletzt. Die Sozialisten forderten den Justizminister im Parlament auf, ein Gesetz zu erlassen, das Spektakel wie den Toro de la Vega verbietet. Dieser äußerte sich dann dahingehend, dass es sich “um historische und kulturelle Traditionen handelt, die als Freiheitsrechte in einer demokratischen Gesellschaft und in einem Rechtsstaat geschützt seien”. Mit diesem Argument hätte man natürlich auch die “Heilige Inquisition” auf ewig verlängern können. Der Präsident der Vereinigten Linken (IU) sieht das etwas anders: “Heutzutage ist wie nie zuvor, die Folter weder Kunst noch Kultur. Nein zum “Toro de la Vega”! Der Sprecher der sozialistischen Partei (PSOE) erklärte, dass dies der letzte “Toro de la Vega” gewesen sei, da seine Partei nach den nächsten Parlamentswahlen ein Gesetz gegen die Misshandlung von Tieren, das solche Praktiken verbiete, in das Gesetzgebungsverfahren einbringen werde. Eine Gruppe von Hacker legte aus Protest die Webseite der Gemeinde Tordesillas lahm. In den sozialen Netzwerken grummelt es. Stellvertretend der Kommentar von “Eco Republicano” auf Twitter: “Wenn man die Größe eines Landes daran misst wie es Tiere behandelt, dann ist Spanien ein Schandfleck”.

Eigentlich hätte der Stier nicht sterben dürfen. Sogar das hohe Stierkampf-Gericht hatte den Kampf für Null und Nichtig erklärt, da die Regeln nicht eingehalten worden wären und damit die “Reinheit” des Kampfes verletzt worden sei. Unter anderem sei der Stier von der Seite mit Lanzen bestochen worden, während die Regeln vorschreiben würden, dass dies nur frontal gemacht werden dürfe. Das nützt “Rompesuelas” wenig. Ein 21-Jähriger darf sich brüsten, dem Stier den Todesstoß gegeben zu haben, aber offiziell gibt es keinen Sieger.  Allerdings warten auf den 21-Jährigen, wenn man den sozialen Netzwerken glauben darf, wo er als der Mörder von Rompesuelas bezeichnet wird, jetzt harte Zeiten.

Informationsquelle
La última hora del Toro de la Vega 2015, en directo

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