Direkt zum Hauptbereich

Es braucht ein ertrunkenes Kind, um den britischen Premierminister zu verunsichern

“Gehen wir einmal davon aus, wir tun nichts. Dann wird dies passieren. Die Krise wird sich verschlimmern. Der Sturm der Menschlichkeit wird zur Flut. Tausende werden ertrinken. Dann Zehntausende. Dann Hundertrausende. Das Chaos von Calais und Budapest und Kos wird sich ausweiten. Und während das passiert, wollen wir hier stehen, in einer glorreichen Isolation und zusehend wie sich das Chaos entwickelt. Wie wird die Geschichte uns dann beurteilen? Wie wird das Gericht der Geschichte dann David Cameron beurteilen?”
Wer sich das fragt ist Dan Hodges in der Zeitung “The Telegraph”. Ministerpräsident Cameron mit seiner Tory-Regierungstruppe haben in letzter Zeit alles getan, um ihr Finanzzentrum London zu fördern und alles, um ja keine Verantwortung für die Leidgeprüften dieser Welt zu übernehmen. Tatenlos und mit kühlen Sprüchen wurde zugesehen, wie sich die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und im Südosten Europas verschärfte. Mit Frankreich wurde die französische Hafenstadt Calais aufgerüstet, damit auch kein Flüchtling über den Eurotunnel auf die glückliche Insel gelange. Tausende Flüchtlinge sind ertrunken oder haben auf andere Weise ihr Leben verloren. Das britische Hauptproblem dabei bleibt die Bekämpfung der Schlepper. Dafür hat man Geld und ist es bereit auszugeben. Erst das Bild eines ertrunkenen syrischen Kindes, ein Bild voller Trostlosigkeit, bringt den ganzen Zynismus  ins Wanken.

“Schande auf unser Land, etwas womit die Deutschen lange gelebt haben. Die Briten erzählen nur edle Geschichten über sich selbst. Jetzt hat uns David Cameron allen Schande gemacht, seine schäbige Partei hat uns in den Ruf der Schäbigkeit gebracht. Es gab Zeiten als unsere Führer das Beste aus unseren Leuten holen mussten und nicht feige am schlechtesten kleben blieben. “Wir haben eine Anzahl übernommen” – er wagte es nicht die Zahl zu nennen: 216. “Einfach immer mehr und mehr Flüchtlinge zu übernehmen” ist keine Antwort, sagte er, ohne rot zu werden. Dann beschämte ein Bild Cameron, der Moment als die von SUN-Kolumnisten als “Kakerlaken” und “Marodeure” auf einer “Flutwelle von Migranten” geschilderten Flüchtlinge in dem Bild eines leblosen Körpers in den Armen eines Soldaten endeten”, schreibt Polly Toynbee im “”Guardian” und fügt hinzu: “Die Schande wird Cameron quer durch Europa verfolgen, wenn er über einen gesichtswahrenden Handel für sein Referendum verhandeln will. Die EU-Führer haben bereits gewarnt, dass seine Weigerung, neu Ankommende von den unter hohem Druck stehenden Ländern Italien und Griechenland aufzunehmen, auf ihn zurückfallen werde.”

Spät,aber vielleicht nicht zu spät, hat Cameron nun auch die Einsicht getroffen. Bei einer Werksbesichtigung erklärte er: “Jeder, der letzte Nacht diese Bilder gesehen hat, kann nichts anderes als bewegt sein und als Vater war ich tief bewegt, als ich diesen kleinen Jungen an einer türkischen Küste sah. Britannien ist eine Nation mit Moral und wir werden unserer moralischen Verantwortung nachkommen. Wir nehmen tausende von Menschen und wir werden tausende von Menschen nehmen”. Detaillierter wollte er nicht werden, aber er will die Sache im Auge behalten. Weitere Cameron’sche Lösungen des Flüchtlingsproblems: “Wir brauchen eine umfassende Lösung, eine neue Regierung in Libyen und wir müssen mit den Problemen in Syrien klar kommen”. Wie wenn das den derzeitigen Flüchtlingen helfen würde.

Vielleicht ist aber diese Andeutung einer neuen britischen Flüchtlingspolitik nicht so sehr der Einsicht geschuldet, sondern der Tatsache, dass die Menschen im eigenen Land, aber auch im Ausland genug vom britischen Zynismus gegenüber den Flüchtlingen haben. Die schottische Premierministerin hatte schon klar gemacht, dass Cameron auf der “falschen Seite” stehe, wenn er sich weiterhin weigere, Flüchtlinge aufzunehmen.

Informationsquelle
David Cameron says UK will fulfil moral responsibility over migration crisis
The UK’s stance on the refugee crisis shames us all Polly Toynbee
Refugee crisis: David Cameron is placing himself on the wrong side of history

Beliebte Beiträge

Ikonen küssen kann tödlich sein

In rumänisch-orthodoxen Kirchen sind die Heiligenbilder im Ikonenstil ein fester Bestandteil des Inventars und die Bilder von besonders wunderwirkenden Heiligen haben einen herausragenden Platz. Zu ihnen pilgern alle, die sich etwas von Ihnen erhoffen und als besondere Verbindung zwischen Gläubigen und dem/der Heiligen gilt der Kuss auf die Ikone. Viele Ikonen sind an bestimmten Stellen dadurch schon ziemlich in Mitleidenschafft gezogen.

Das Orthodox-Wiki erklärt den Brauch so:

Der Kuss
Der Kuss ist ein in der Orthodoxie tief verwurzelter Brauch. Wenn man in die Kirche geht, gibt es die Gewohnheit der orthodoxen Christen die Ikonen zu verehren oder zu küssen. Durch diese Handlung zeigt der Christ Liebe und Respekt für die Geschenke und Taten Gottes für den Menschen.

Genauso küsst der Gläubige die rechte Hand des Priesters bei bestimmten Gelegenheiten. Mit der rechten Hand gibt der Priester den Wilkommensgruß, der nicht von ihm kommt, sondern von Gott. Durch diesen Akt der Verehrung e…

Spanien muss sich seiner Geschichte stellen, dann kann auch Katalonien seinen Platz finden

Spanien hatte mal einen blutigen Diktator, der als Sieger aus dem Bürgerkrieg (1936-1939) dank der Hilfe von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien hervorging. Francisco Franco terrorisierte das Land im Verbund mit seinen Generälen und den spanischen Faschisten mit seiner Herrschaft bis zu seinem Tod im Jahre 1975.

"Ursachen für den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen in der spanischen Gesellschaft sowie in regionalen Autonomiebestrebungen zu finden, etwa im Baskenland und in Katalonien", ist in Wikipedia zu lesen. Vor seinem Tod setzte Franco den König wieder als Staatsoberhaupt ein. Ein König der in den faschistischen Militärakademien ausgebildet wurde. Das Volk wurde zur Wiedereinführung der Monarchie nicht befragt. Spanien gab sich dann eine Verfassung, die im Rahmen der "Transition" keinen radikalen Schnitt mit der Vergangenheit machte. Die Generäle drohten im Hintergrund, jede ihnen nicht passende…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…

Was hat ein Tornado in Westrumänien mit Privatisierungen zu tun?

Am Wochenende gab es in Westrumänien einen verheerenden Tornado, von dem vor allem die Stadt Temeswar (Timişoara) und der umliegende Kreis betroffen wurde. 8 Menschen starben, es gab erhebliche Schäden. Der Fernsehkanal PRO-TV berichtet unter der Schlagzeile "Die Menschen befinden sich im Schockzustand nach dem Gewittersturm im Westen des Landes: Lieber Gott, was passierte denn da?":

Ein heftiger Gewittersturm ereignete sich im Westen des Landes, 8 Menschen sind gestorben, 67 wurden verletzt. Es gab Windböen von über 100 km/h.

Und weiter berichtet der Fernsehsender:
Die Windböen waren so stark, dass die Autofahrer nicht mehr fahren konnten. Sie hielten am Rande der Straße und beobachteten mit Entsetzen den Sturm, der ihnen wie ein Orkan erschien. Ein makabres Schauspiel gab es an der Ortseinfahrt von Timişoara: Ein Schild mit der Aufschrift "Willkommen in Timisioara" wurde aus der Verankerung gerissen und auf ein Auto geschleudert. Der Fahrer wurde erschlagen und sta…