Direkt zum Hauptbereich

USE–es ist Zeit für die Briten sich abzusetzen

Iain Martin von der Online Ausgabe der britischen Zeitung Daily Mail kreiert eine neue Abkürzung. USE, das sind für ihn die “United States of Eurozone”, die “Vereinigten Staaten der Eurozone”. Der neueste Griechenland-Pakt der EU hat ihn in höllische Aufregung versetzt. Zwar anerkennt er, dass die Griechenlandunterstützung dringend erforderlich war, da sonst eine gewaltige Rezession in den EU-Ländern zu befürchten gewesen wäre, aber so wie es nun ablief vermutet er deutsch-französischen Unrat.

Für ihn ist es klar, dass jetzt die Länder der Eurozone politisch mehr zusammenrücken werden. Für Mr. Martin bedeutet das, dass Deutschland und Frankreich nun den andern Ländern ihre Wirtschaftspolitik aufdrücken werden im Ausgleich dafür, dass sie die ärmeren Staaten Südeuropas unterstützen. Dafür müssten diese dann nach deutschen Regeln leben, mit harten Einschränkungen bei den Ausgaben. “Das ist eine Wende von historischer Bedeutung, dies ist der Weg, den die beiden mächtigsten Führer in Europa, Nicolas Sarkozy und Angela Merkel, gewählt haben. Die Deutschen zahlen den Musiker, dafür müssen die andern dann nach deren Melodie tanzen”, ist seine Ansicht. Wundert es noch, wenn im “The Telegraph” ein anderer Kämpe für Britanniens alte Größe titelt: “Die Eurokrise wird Deutschland das Reich geben, von dem es immer geträumt hat”.

Also Schreck lass nach, die Briten sind wieder einmal auf dem Weg zu imperialer Größe nicht dabei. Daraus zieht Mr. Martin nun denn Schluss, dass Großbritannien einen Weg aus der Europäischen Union suchen sollte. Diese Gelegenheit ist für ihn fast ein Ereignis wie die Sonnenfinsternis, man hat diese Chance nur einmal in einer Generation. Großbritannien kann endlich Souveränitätsrechte von der EU zurückholen, wenn die eigenen Minister nicht zu sehr die Weicheier spielen. Der ganze Brüsseler Regulationskram kann man mit einem Schlag los werden. Die Wiederherstellung der vollen Kontrolle über die eigenen Grenzen ist eine Pflicht.

Das Zauberwort heißt “renegotiation”, die “Wiederverhandlung” der Verträge mit der EU. Angeblich spekulieren auch Tory-Hinterbänkler mit diesem großartigen Gedanken. Diese meinen, dass es eine günstige Gelegenheit wäre, abgegebene Rechte von der EU zurückzuholen. Dass die Regierung scheinbar nicht solchen Träumen nachhängt und der Schatzkanzler George Osborne sogar dafür ist, dass sein Land sich noch mehr in die EU integrieren sollte, treibt Mr. Martin den Schaum vor dem Mund. Die “Tories”, da ist er sich sicher, würden gerne wieder nur für sich selber zuständig sein, aber der Koalitionspartner “LibDem”, diese fanatischen Pro-Europäer, wehren sich mit Händen und Füßen dagegen.

Der ganze Abhörskandal bei der Murdoch-Presse und die Verwicklungen in der britischen Politik ist für Mr. Martin ein Ablenkungsmanöver. Seine klare Schlussfolgerung: “Diese Gelegenheit verlangt nach einer kühlen, visionären Antwort wert eines Churchill oder einer Thatcher. Aber man sieht nicht, dass unsere Führer diese Gelegenheit ergreifen – gefesselt durch die Koalition und beschäftigt mit der Abhöraffäre und der Maßregelung der freien Presse.”

Ein Teil der Briten und vor allem die Journalisten der Tabloid-Meute möchte zurück zu ihrem Empire. Damals hatten sie genüsslich mehrere Jahrhunderte anderen Ländern ihre Souveränität gestohlen, sie versklavt und ausgebeutet und alle mussten nach ihrer Musik tanzen. Damals war die Welt für sie noch einfach und man brauchte sich bisher auch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, was man damals getan hat. Es wäre gut, wenn dieser Teil der Briten einmal über ihre Geschichte nachdenken würden, begreifen, dass alles vorbei ist und die alte Herrlichkeit nicht mehr zurückkommen wird. Das wäre ein guter Start für eine neue Einstellung, die vielleicht dazu führt, dass man in der EU nicht nur einen Selbstbedienungsladen sieht, sondern ein Projekt, bei dem man aktiv mitmachen kann. Aber eben nur als einer unter vielen.

Informationsquelle:
Britain has a once-in-a-generation chance to break free from Europe – Mail Online

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Der Generalkonsul mit Nazi-Vergangenheit, dessen Sohn mit internationalem Haftbefehl gesucht wird

Hans Hoffmann, mit Spitznamen “Juanito” oder “Don Juan”, war Generalkonsul in Málaga. Kein echter Berufskonsul, sondern ehrenhalber. Nicht nur Honorarkonsul, sondern Honorargeneralkonsul, wobei er gegen schwere Bedenken des Auswärtigen Amtes darauf bestand nur “Generalkonsul” genannt zu werden. Ganz früher war er zur Nazizeit an der deutschen Botschaft in Madrid tätig. Er kannte sich bestens im Land des Diktators Franco aus und war mit einigen Größen des Francoregimes befreundet. Spanische Medien haben inzwischen herausgefunden, dass Hoffmann an der Botschaft als Gestapo-Agent tätig war. Er soll auch bei Treffen zwischen Hitler und Franco gedolmetscht haben.Er ist 1998 gestorben.

Nach dem Krieg zog er an die Costa del Sol, wo er deutschen Nazis als Fluchthelfer gedient haben soll. In den 50er Jahren machte er die Bekanntschaft von Franz-Josef Strauß, der in Deutschland eine steile Politikerkarriere hinlegte. Strauß sorgte dafür, dass Hofmann sogenannter Wahlkonsul in Algec…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…