Montag, 17. Januar 2011

Lerne die Katastrophe kennen

Der brasilianische Katastrophenschutz (Secretaria Nacional de Defesa Civil) hat gewarnt. Für die derzeitige Katastrophe in der Bergregion von Rio de Janeiro hat es nichts gebracht. Die derzeitige Katastrophe ist nach Aussagen der Zeitung "Folha", das größte durch Regenfälle je verursachte Desaster in Brasilien. Inzwischen werden über 600 Tote gezählt. Die veröffentlichte Liste der Toten ist beängstigend.

Dabei hat der Zivilschutz schon auf die Gefahr dieser Katastrophe unter dem Stichwort "Erdrutsche" hingewiesen: "Erdrutsche entstehen durch das Abrutschen von festem Material, wie Erde, Felsen, Vegetation und Baumaterial entlang von Steilhängen. Die Erdrutsche an Steilhängen und Stadthügeln haben in den letzten Jahren alarmierend zugenommen und zwar auf Grund des ungeplanten Wachstums der Städte mit der Besetzung neuer Zonen von hohem Risiko vor allem durch die Bevölkerung um geringem Einkommen. Erdrutsche entstehen in den Zeiten heftiger und langanhaltender Regenälle, weil dann das aufgesogenen und eingesickerte Wasser die Steilhänge destabilisiert. Auf den Hügeln (morros) liegen die Grundstücke immer an Steilhängen und wenn das Wasser in die Erde eindringt, kann es zu einem Erdrutsch kommen, der die tiefer gelegenen Häuser zerstört."

Unter dem Thema "Lerne die Katastrophe kennen" wird versucht, die Bevölkerung für die Gefahren zu sensibilisieren. Hier einige Ratschläge:
"Lassen sie sich nicht täuschen durch leichte und trügerische Versprechungen beim Erwerb eines Grundstück in den Hügeln oder Risikozonen. Die Risiken einer Katastrophe sind sehr hoch. Entwalden sie nicht den Hügel und die Steilhänge, um Häuser und andere Konstruktionen zu errichten."

Zu der Frage "Was kann ich tun, um einen Erdrutsch zu vermeiden" antwortet der Zivilschutz: "Zerstören sie nicht die Vegetation der Steilhänge. Lassen sie das Wasser nicht einfach über den den Boden laufen, bauen sie kleine Abwasserkanäle.  Sammeln sie den Müll für den Abholpunkt der Müllabfuhr und lassen sie es nicht zu, dass sich dieser über den ganzen Hügel verteilt. Werfen sie keinen Schmutz und Müll an Steilhänge, weil diese verhindern, dass das Wasser abläuft und dadurch Erdrutsche verursacht werden. Auf den Hügeln und an den Steilhängen dürfen keine Bananenbäume oder andere Pflanzen mit kurzen Wurzeln gepflanzt werden, weil sie den Boden nicht zusammenhalten und so das Risiko von Erdrutschen erhöhen."

Soweit ein Auszug aus den Ratschlägen. Sie zeigen, dass neben der illegalen Bebauung das Problem der Abholzung, der wilden Müllablagerungen und fehlenden Kanalisation Hauptursachen der Katastrophen durch Unwetter sind.

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Informationsquelle:
Secretaria Nacional de Defesa Civil