Samstag, 22. Januar 2011

Prominentenspass im Freiluft-Schlachthaus

Ion Țiriac, der passionierte Jäger, hat heute wieder einmal zur Jagd auf die Wildschweine in Balc geladen. Die Wildschweine werden sich rühmen dürfen, dass sie von der Prominenz aus ganz Europa erschossen wurden. Ein Auszug aus der Liste der prominenten Jäger: Prinz Dimitri Sturdza, George Marsan - Bürgermeister der Stadt Monte Carlo, Erich Hampel − CEO der Unicredit Bank Austria, Cartier-Juwelier Alfred Baumhauer, Wolfgang Porsche − Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, Klaus Mangold − ehemaliger Chef der DaimlerChrysler Services, Österreichs Fruchtsaftkönig Franz Rauch, der österreichische Industriemanager und Politiker Rudolf Streicher, die ehemaligen Tennisgrößen Boris Becker und Goran Ivansevic.

Rumänischer Umweltschützer haben weniger Spass daran. Sie wenden sich mit folgenden Worten gegen das Spektakel: "Wir glauben, dass die Tötung aus Vergnügen moralisch inakzeptabel ist. Dies wird noch verdammungswürdiger dadurch, dass sich alles in einem geschlossenen Gebiet abspielt, wo die Tiere nicht die geringste Chance haben, mit dem Leben davon zu kommen. Die Zahl der getöteten Tiere geht in die Hunderte und dies alles konzentriert auf 2 Tage. Um es klar zu sagen: Die Jagd in Balc findet praktisch in einem Freiluft-Schlachthaus statt. Wir sind der Ansicht, dass das von Ion Ţiriac in Balc veranstaltete Schauspiel der Abschlachtung des Wildes der Angriff einer satten und unsensiblen Elite ist gerichtet gegen die grosse Masse der Bevölkerung Rumäniens, die zur Zeit mit immer zahlreicheren und belastenderen Einschränkungen im wirtschaftlichen Bereich konfrontiert wird." Die Umweltschützer weisen auch daraufhin, dass es bei den letzten Treibjagden immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen kam, von denen in erster Linie die rumänischen Treiber betroffen waren.

Für die Behörden ist das aber in Ordnung. Der Chefinspektor der Forst- und Jagdverwaltung der Region Bihor, erklärte, dass es nichts verdammenswertes an diesem Ereignis gäbe. "Es ist eine Jagd, die zur Tradition geworden ist. Was in Balc geschieht ist moralisch und gesetzlich erlaubt. Ganz zuletzt ist es auch eine persönliche Angelegenheit, er hegt die Wildschweine, damit er sie jagen kann".

Ion Țiriac und seine Jäger schiessen ja auch nicht, weil sie Hunger haben. Ihre Propaganda ist sehr menschenfreundlich: Sie wollen das Fleisch der getöteten Wildschweine Waisenhäusern und Altersheimen stiften.

Siehe auch:
Ion Tiriac's Prominentenjagd

Informationsquelle:
Ecologiștii îl atacă pe Ion Țiriac: „Partida de vânătoare de la Balc este un abator în aer liber”