Direkt zum Hauptbereich

Kaum Krebskranke in Rumänien oder nur Statistik-Lüge?

Gemäß den letzten Gesundheitsstatistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Rumänien in der Statistik der Krebserkrankungen auf dem 47. von 50 Plätzen. An der Spitze mit den meisten Krebserkrankungen liegen die Länder der westlichen Hemisphäre und Australien. Rumänien sieht hier wie ein Gesundheitsparadies aus. Laut der Statistik gibt es in Rumänien 205 Fälle auf 100.000 Einwohner

Da staunt selbst das rumänische Gesundheitspersonal. Sie glauben dieser Statistik nicht und das hat einfache Gründe. In Rumänien gibt es kein nationales Register für Krebserkrankungen, die Berichte darüber sind ungenau oder die Fälle nur geschätzt. Diese Meinung vertritt Dana Stănculeanu vom onkologischen Institut in Bukarest. Nach ihrer Meinung haben die nord- und westeuropäischen Staaten schlecht abgeschnitten, weil sie über genaue Berichte, ein Vorsorgesystem und ein sehr gutes Screening verfügen. Die Krebsfälle würden in der Regel rechtzeitig noch im Stadium ihrer Entstehung entdeckt. "Diese Statistik ist eine Schande, weil sie nicht ehrlich ist. Da wir kein nationales Krankenregister haben, werden die Kranken einfach unter den Teppich gekehrt. Die nord- und westeuropäischen Staaten sind in dieser Beziehung Spitzenklasse, weil sie ein sehr gutes Berichtssystem und Methoden der Früherkennung haben", fügte sie hinzu.

Der Präsident der Vereinigung Krebskranker (Asociaţia Bolnavilor de Cancer), Cezar Irimia, ist derselben Ansicht: "In Rumänien fehlt ganz klar ein Präventionsprogramm und im Bereich Screening und bezüglich der Finanzierung des nationalen Krebsbekämpfungsprogrammes stehen wir an letzter Stelle in Europa. Bei uns wird der Krebs in der Regel erst im fortgeschrittenen Zustand entdeckt mit Folgen für die Kosten der Behandlung und einem starken Sinken der Lebenserwartung".

Ganz schlimm sieht es wohl beim Lungenkrebs aus. Die Zuwachsraten sind sehr hoch und es gibt kaum Möglichkeiten diesen rechtzeitig zu entdecken. "Die Zahl der an Lungenkrebs erkrankten wächst ständig. Der Prozentsatz der Frauen, die an ihm leiden wird ständig größer. Auch Jugendliche sind auf Grund des stark ansteigenden Tabakkonsums seit 1995 davon betroffen. Es ist eine versteckte Krebserkrankung, es gibt keine klaren Erstsymptome, weswegen er nur selten sofort erkannt wird. Meistens erst, wenn nicht mehr operiert werden kann. Der erste Schritt zur Vorbeugung wäre der Verzicht auf das Rauchen", warnt Professor Florin Mihălţan vom pneumologischen Institut in Bukarest.

Vielleicht hilft dabei die kräftige Preiserhöhung durch Erhöhung der Steuern auf Zigaretten seit Beginn dieses Jahr. Die rumänische Zigarettenindustrie jammert: "Wir kommentieren die Steuererhöhungen nicht, aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass inzwischen 80% des Preises einer Packung Zigaretten der Tabak- und Mehrwertsteuer zuzurechnen sind. Deshalb werden jetzt viele geschmuggelte Zigaretten konsumiert, die dem Staat hohe Einkommensverluste kosten." Ein Pakte Zigaretten kostet in Rumänien kanpp 3 Euro.

Informationsquelle:
Cancerul din România, "coafat" în statistici - Sănătate > EVZ.ro

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …