Mittwoch, 5. Januar 2011

Wenn Ratten sich im Supermarkt wohl fühlen

Ja, dann bleibt nur noch die Möglichkeit diesen zu schliessen. So geschah es heute in Olinda, der malerischen Kleinstadt im Norden von Recife / Pernambuco. Der zur Carrefour-Kette gehörende Discounter-Supermarkt "Atacadão" wurde von den Gesundheitsbehörden aus hygienischen Gründen geschlossen. Er darf erst wieder aufmachen, wenn er die Auflagen der Gesundheitsbehörden, die unter anderem eine "Entrattung" verlangen, erfüllt sind. Der Supermarkt ging wohl sehr leichtsinnig mit verdorbener und abgelaufener Ware um, die zur Entsorgung einfach neben das Gebäude geworfen wurden.

Für die Pernambucaner scheinen Ratten in Supermärkten nichts ungewöhnliches zu sein. Denn die Kunden regten sich eher auf, weil der Supermarkt geschlossen war und sie den Weg dahin umsonst gemacht hatten. Ein Kunde: "Das ist einfach absurd. Man verliert viel Zeit, wenn man die geplanten Einkäufe nicht machen kann. Ich habe einige Ratten im Supermarkt gesehen, aber die waren alle tot. Die Beschäftigten kümmern sich, legen korrekt immer Gift aus". Ein anderer hat schon  lebende Ratten gesehen, die sich in der Gemüseabteilung tummelten. Er hat dann nicht mehr da eingekauft. Er meint aber, dass die niedrigen Preise ihn doch ab und zu in diesen Supermarkt führen.

Dabei war der Supermarkt für seine lässige Handhabung der Hygiene schon mehrfach abgemahnt worden. Einmal gab es sogar eine Strafe wegen der großen Menge an Produkten deren Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war.

Bereits zu Anfang des vergangenen Jahres hatte ein Bürger-Reporter in einem Internet-Forum folgendes zum gleichen Supermarkt berichtet: "Am Sonntag war ich am Morgen im "Atacadão" und ich habe mich fürchterlich geärgert darüber, was ich da gesehen und gehört habe. Der Markt war überfüllt und die Klimaanlage kaputt. Es herrschte eine unterträglich Hitze von fast 30 Grad. Die Kunden und die Beschäftigten beklagten sich darüber. Ich sprach mit einigen darüber, die mir bestätigten, dass das Problem schon seit einem Monat existiert. Es gibt keinen Plan B der Leitung, um diesen Zustand zu ändern. Das ist mehr als bedauerlich. Ich sah noch kaputte Einkaufswagen. Obst und Brot in Plastiksäcken versperren die Wege. Meines Erachtens ein gravierendes Missverständnis bezüglich Marketing und Merchandising. Es gibt haufenweise Plastik und Schmelzwasser im Bereich der Tiefkühlkost. Da hat man schon ein Risiko, wenn man nur hinguckt. Glauben sie, dass das alles ist? Auf keinen Fall. Die Kassiererin Nr. 9 ging um 10:30 Uhr Mittagessen, als der Laden total überfüllt war. Das Problem war nicht, dass sie ging, sondern dass sie nicht ersetzt wurde. Der Servicebereich war voll mit Karren, die die Warenlieferung vom Tag zuvor enthielten und von 3 Beschäftigten ausgeladen wurden. Damit kamen die Kunden weder rein noch raus."

Alltag bei brasilianischen Discountern? Die Gesundheitsbehörden haben den Supermarkt jetzt erst einmal mit einer etwas größeren Strafe belegt. Wäre schließen nicht besser?

Informationsquelle:
Por causa de ratos, Atacadão de Olinda é interditado | Últimas notícias | Diario de Pernambuco - O mais antigo jornal em circulação na América Latina