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Selbsternannter Herr über Leben und Tod

Im südlichen São Paulo fand man Leichen, denen man den Kopf abgerissen und teilweise die Hände abgehackt hat. Es geht um 12 Mordfälle, fünf Tote wurden enthauptet.

Rodolfo da Silva Vieira ist Militärpolizist in São Paulo. Sein Vater war ebenfalls Militärpolizist und ist in der Funktion eines Kapitäns (capitão) in Rente gegangen. Silva Vieira erfreute sich im Filz der Militärpolizei der Protektion durch den Oberst Eduardo Félix de Oliveira, einem Freund seines Vaters. De Oliveira gehörte auch einem Gericht in São Paulo an, die sich mit der Untersuchung von Straftaten befassten. Dieses Gericht wurde 2005 aufgelöst.

Das brasilianische Militär, insbesondere die Militärpolizei, die eine obskure Zuständigkeit halb militärisch und halb zivil hat, hat eine blutige Tradition in der Bildung von Todeskommandos, die sich zum Herrn des Gesetzes machten und hinrichteten, wen sie für einen Kriminellen hielten.

So auch Silva Vieira. Er war der Chef des Todeskommandos "Os Highlanders". Ihm und seiner Bande werden inzwischen konkret 4 Mordfälle zugeordnet, in denen die Ermordeten enthauptet wurden. Die Vorwürfe kommen von der Zivilpolizei. Von den eigenen Leuten hätte diese Gruppe wohl kaum etwas zu befürchten. Einige Mitglieder des Todeskommandos sitzen inzwischen im Gefängnis und liefern konkrete Informationen zu ihren Auslöschungsaktionen. So berichteten einige, dass sich Silva Vieira auf einem Fest im Jahre 2008 brüstete, einen Mann, den die Polizei bis heute noch nicht identifizieren konnte, enthauptet zu haben.

Vieira hat inzwischen auch einige Morde gestanden. So der an 2 Jugendlichen. Er verteidigt sich aber damit, dass er von diesen bedroht worden sei. Die Jugendlichen, einer 19 Jahre alt mit dem Spitznamen "o Maranhão" und er andere 20 Jahre alt mit Spitznamen "o Bebê", wurden am 6. Mai 2008 entführt und ihre toten Körper wurden am Ende des Monats an dem Ort gefunden, an dem zuvor der bisher nicht identifizierte Mann ermordet aufgefunden wurde.

Ein weiteres Verfahren gegen ihn läuft im Mordfall eines 31-jährigen, geistig behinderten Mannes mit Spitznamen "o Carlinhos". Die Leiche von Carlinhos wurde am 9. Oktober an demselben Ort wie alle andern Opfer aufgefunden ohne Kopf und Hände.

Insgesamt 9 Militärpolizisten, die zur Elitetruppe des 37º Batalhão gehören und im Süden São Paulo's tätig sind, werden von der Zivilpolizei beschuldigt, dem Todeskommando anzugehören. Nach den gewonnenen Erkenntnissen der Zivilpolizei taten sie dies, weil sie glaubten, dass es sich um Kriminelle handelte und dass sie im Drogengeschäft tätig waren.

Es ist gut, dass es solche Prozesse in Brasilien gibt. Sie zeigen, dass die menschenverachtende Selbstherrlichkeit mancher Militärs aus den Diktaturzeiten immer noch weit verbreitet ist. Aufgrund der Protektion und der Kumpanei, ist es sehr schwer, diese Banden dingfest zu machen. Der Sadismus, mit der die Morde ausgeführt werden, spricht Bände für die Mentalität dieser Leute.

Sie auch Blogbeiträge:
Todeskommando erschiesst Polizeichef
Brasilien: Hinrichtung eines Rechtsanwaltes
Informationsquelle: Folha Online, PM acusado de liderar grupo de extermínio em SP é indiciado por quarta decapitação

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