Donnerstag, 3. September 2009

Achtung Lebensgefahr!

Fast 3.000 Menschen sterben jährlich auf Rumäniens Strassen. 9.000 werden verletzt, manche für ihr Leben lang verstümmelt. Spitzenreiter bei den Unfällen ist die DN 1 (Drumul Naţional), die von Bukarest nach Norden durch die Karpaten nach Braşov (Kronstadt) und weiter nach Cluj-Napoca (Klausenburg) führt. Diese Strasse ist weder hü noch hott. Zum Teil autobahnähnlich vierspurig ausgebaut, aber ohne Mittelstreifen, führt sie vor allem im südlichen Karpatenvorland mitten durch lange Strassendörfer.

Da liegt auch schon das Problem: Die Strassen können zwar mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden, aber es fehlt jede vernünftige Infrastruktur für Verkehrssicherheit. Die Mentalität der Fahrer - potentes Auto muss auch mit Höchstgeschwindkeit gefahren werden - ist nicht dazu angetan, das Unfallpotential zu verringern. Da sich Verkehrsteilnehmer aller Arten auf diesen Strassen tummeln - oft artet die Fahrt in einen Salom zwischen Pferdefuhrwerken und streunenden Hunden aus- wär ein vorsichtiges Fahren oberste Pflicht. Hinzu kommt eine unausgegorene Verkehrsgesetzgebung. Die Verantwortlichen geben aber unisono dem verantwortungslosen Verhalten der Autofahrer die Schuld.

Autobahnen sind im Bau, aber Korruption und Bürokratie verhindern, dass zügig gearbeitet wird.

Die Zeitung "Evenimentul Zilei" stellt das Thema seinen Lesern zur Diskussion und fragt auch, wie machen es die andern?

Dann wird ein Loblied der deutschen Autobahn gesungen: "In deutscher Sprache bedeutet der Begriff "Autobahn" nicht nur "autostradă", sondern ist durch die hohe Qualität der ausgeführten Arbeiten gleichbedeutend mit "perfekte Strasseninfrastruktur". Auf der Autobahn dürfen keine Autos fahren, die nicht wenigstens eine Geschwindigkeit von 60 km/h fahren. Es gibt keine Geschwindigkeitsbeschränkung, man empfiehlt den Fahrern nur, dass sie ab 130 km/h etwas gemässigter mit dem Gaspedal umgehen."

Das rumänische Parlament brütet zu Zeit über einem neuen Strafgesetz (Cod Penal). Darin sollen auch bestimmte Verkehrsvergehen mit schärferen Strafen belegt werden. Insbesondere soll die Strafe bei schuldhafter Tötung von Verkehrsteilnehmern erheblich verschärft werden.

Siehe auch Blogbeitrag: Das Blutbad von Scanteia oder wenn Bus-Taxis aufs Gas drücken
Informationsquelle: Evenimentul Zilei, Atenţie, pericol de moarte: legi şi drumuri proaste! und DEZBATERE EVZ: De ce nu avem autostrăzi?

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