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Ich gehe wählen, damit ich nicht auswandern muss

Am 11. Dezember stehen in Rumänien die Wahlen für das Parlament und den Senat an. Da die Wahlbeteiligung auch in Rumänien oft sehr niedrig liegt, hat jetzt die Bürgerinitiative “Step Ahead” ein Kampagne unter dem Titel gestartet “Warum wählen? Ich wähle, damit ich nicht auswandern muss!”. Hier die Gründe der Initiative:

“Wenn jeder von uns sich diese Frage stellt, scheint die Frage der Wahl irgendwo fern in unseren Sorgen vorhanden zu sein. Immer, wenn die Rumänen zur Wahl gerufen werden, gibt es Debatten, Argumente, Emotionen, der Verstand dringt nicht mehr zur Frage vor, WEN WÄHLE ICH? und “WARUM WÄHLE ICH?

Im Rumänien der letzten Jahre besteht die Wahl eher aus Schweigen, Enthaltung und Resignation. Wir haben darauf verzichtet, obwohl wir eine Meinung haben, diese durch die Wahl, durch eine Aktion auszuüben. Wir verkünden unsere Ansichten überall, nur nicht an der Urne! Wir haben aufgehört eine Antwort auf die Frage “Warum wählt man?” zu suchen.

Wir haben aufgehört, weil wir keine Hoffnung haben, weil wir nicht die Möglichkeiten sehen, weil wir nicht an die politische Klasse glauben, weil es uns schmerzt oder weil wir uns nicht mehr interessieren, wir haben aufgehört egal, ob wir in Großstädten oder in Dörfern leben, ob wir Jugendliche oder Senioren, ob wir arbeiten oder Rentner, ob wir ein eigenes Geschäft haben oder Freiberufler sind, ob wir im Land leben oder außerhalb, wir haben aufgehört daran zu glauben, dass es uns in Rumänien gut gehen kann.

Wir, wie auch viele andere Rumänen, stellen uns jetzt diese Frage WARUM SOLLEN WIR AM 11. DEZEMBER WÄHLEN? “

Die Leserinnen und Leser werden aufgefordert auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite ihr Begründung für die Teilnahme an den Wahlen öffentlich zu machen. Stellvertretend sei hier Lorena Balint genannt, die in ihrem Beitrag von dem 18-jährigen Dorinel, einem Klassenkameraden an der Schule, berichtete, der während der Revolution von 1989 gegen Diktator Ceausescu als Soldat in der Armee war und getötet wurde: “Er ist gestorben, ohne zu verstehen und ohne zu wissen warum”. Daraus leitet sie ihren Aufruf ab, das Wahlrecht wahrzunehmen:

27 Jahre später sind wir ein demokratisches Land. Wir können ohne Angst sprechen, ohne Angst lesen, wir können hingehen, wohin wir wollen, wir können uns selbst entscheiden, ob wir in die Armee gehen wollen oder nicht. Das sind Rechte, die Dorinel nicht hatte. Eine Demokratie, auf die er sich nicht berufen konnte. Wo die Macht dem Volk gehört. Und das Volk hat eine Stimme – und das Recht sie zu nutzen.
In einigen Tagen haben wir die Gelegenheit, dass unsere Stimme, die des Volkes, gehört wird. Und dass sie zählt – sehr. Also lasst uns mit voller Macht unsere Stimme erheben – durch das Wahlrecht. Wir haben eine moralische Verpflichtung für Dorinel und all jene Kinder, die in einen Kampf geraten waren, der nicht der ihre war. Für uns. Für unsere Kinder. Für die Zukunft. Weil wir es können. Weil die Apathie nirgendwo hinführt. Bei zu viel Apathie kann sich die Geschichte wiederholen.

Informationsquelle
#votezcasanuemigrez

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