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Pamplona: Das Fest das Abschlachtens von Stieren und der niederen Instinkte

Sie sind wieder gestartet worden, die Fiestas Sanfermines in Pamplona. Einer der Höhepunkte wird der “Encierro” sein, das Eintreiben der Kampfstiere durch die Straßen Pamplonas in die Stierkampfarena. Inzwischen stößt dieses Spektakel auch bei Spaniern immer mehr auf Ablehnung, obwohl es zu einem der bekanntesten Volksfeste Spaniens gehört.

Zum Startschuss der Sanfermines, dem sogenannten “Chupinazo” spielte sich dieses Jahr vor dem Rathaus von Pamplona ein seltsames Schauspiel ab. Halbnackte Menschen bedeckt mit künstlichem Blut demonstrierten gegen die Misshandlung der Stiere. Für die Organisatoren des Protestes, der Gruppe “AnimaNaturalis” betrifft der Protest nicht das Volksfest, denn dieses könne perfekt auch ohne Stierkämpfe existieren. “Wir sind nicht gegen das Fest, sondern gegen die Grausamkeit, das Quälen und den Tod von unschuldigen Tieren.” Die Sanfermines sind in der Tat nicht nur Stierkämpfe, sondern auch Tage der Kultur mit Theater, Musik und Shows.

Nur, was seltsamerweise alle Welt in erster Linie nach Pamplona lockt, sind solche Menschen, die nur an den Mutproben des “Encierro” und am Krawall interessiert sind. Sexuelle Aggressionen haben inzwischen derartig überhand genommen, dass die Stadtverwaltung im Programm Hinweise zum Verhalten gegenüber Belästigungen gegeben hat. Darin werden die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, belästigten “Frauen zu helfen und Aggressoren zu isolieren“. Auf ihrer Webseite teilt die Stadtverwaltung mit, dass sie mit Kampagnen gegen Aggressionen und sexistisches Verhalten angeht. “Es gibt Aggressionen bei den Sanfermines und das Ziel ist, dass es solche nicht gibt”, wird erklärt und auf “auf dem Fest ist und bleibt ein Nein ein Nein”.

Die Schuld am Ansteigen von Ausschreitungen und sexuellen Übergriffen geben die Bewohner Pamplonas auswärtigen Besuchern. Vor allem beim Start, dem Chupinazo, würde den Besuchern vorgegaukelt, dass “alles erlaubt ist”. Es gibt einen speziellen baskischen Namen für solche Täter, man nennt sie “Babosoak” und bezeichnet damit Personen, die die Alkohol- und Drogenexzesse, die Menschenaufläufe und das festliche Ambiente benutzen, um ungeniert Frauen zu betatschen.

Vielleicht sollte man es aber auch nur so machen wie ein Kommentarschreiber in der Zeitung “El Pais”:
Ich bin nie zu den Sanfermines gegangen, ganz einfach, weil mir dieses Ambiente nicht gefällt. Glaubt ihr wirklich, dass man eine solch enorme und alkoholisierte Menschenmenge kontrollieren kann? Als Jugendlicher war ich bei einigen Dorffesten dabei, es gab immer Probleme, früher oder später. Da ich keine Probleme haben und mich in irgendwelche Händel verstricken will, habe ich die Entscheidung getroffen nicht mehr hinzugehen, mit der Erkenntnis, dass die Leute nun mal so sind wie sie sind und nicht wie wir sie gerne haben möchten. Ich weiß nicht, wo das Problem ist, ich leiste mir nicht mein tägliches Zechgelage, das ist ein dreckiges Spiel und Demagogie. Der Großteil der Leute, die zu solchen Festen gehen, wissen zu was sie gehen.

Informationsquelle
Contra los 'sanfermines'
San Fermín se baña de sangre y sexo.

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