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Wasser ist keine Handelsware, sondern ein Menschenrecht

Foto: Ein schöner Tag ist ein Tag, an dem es regnet von Matheus TV Carvalho
São Paulo stöhnt weiter unter Wassermangel und die Proteste nehmen zu. Das “Kollektiv zum Kampf ums Wasser” (Coletivo del luta pela agua) schreibt auf seiner Webseite: “São Paulo erlebt eine Wasserkrise bisher nicht erlebten Ausmaßes. Es ist ein schwierige Situation für uns alle. Schon seit Jahren wird die Regierung des Bundesstaates vor dem Risiko eines Kollapses wegen der mangelhaften Infrastruktur zur Versorgung der Metropolregion von São Paulo und Campinas gewarnt. Obwohl dringend notwendig, gab es keine Investition in die Ausweitung des Versorgungsnetzes angepasst an die wachsenden Städte. Fahrlässiger Umgang mit dem Umweltschutz, fehlende Abwasseraufbereitung, Bebauung der Flussauen und Versiegelung des Bodens mit dazu kommenden Unwirksamkeit der Investitionen und dem Fehlen von Planung, haben zur Verschärfung der Krise beigetragen.”

Aber es sind nicht nur diese Versäumnisse. Der Wasserversorgung von São Paulo liegt in den Händen der Aktiengesellschaft “Sabesp”, deren Aktien auch an der Wallstreet gehandelt werden. Die Jagd nach der größtmöglichen Rendite habe dazu geführt, dass zu Lasten einer guten öffentlichen Dienstleistung das Unternehmen die klimatischen Voraussagen, die bereits auf einen Ausfall der Regenfälle hingewiesen hätten, ignoriert habe, schreibt das Kollektiv. Die Folge ist, dass inzwischen ein Riss zwischen Wasserbesitzern und der nur mit rationiertem Wasser versorgten Bevölkerung entsteht. Es gibt eine Liste privilegierter Institutionen, Firmen und Personen, die bei der Wasserversorgung von Sabesp vorrangig versorgt werden. Zur Kostensenkung wurden jetzt vom Wasserversorger Arbeiter entlassen, obwohl die in der derzeitigen Situation dringend benötigt würden. Der Präsident der Gewerkschaft der in der Wasserwirtschaft Beschäftigten (Sintaema) erklärt dazu: “Das Unternehmen versucht überfallartig zu sparen, um die Rendite für die Aktieninhaber zu halten und hat sich jetzt entschlossen, Arbeiter zu entlassen. Es gab 450 Entlassungen und das beeinträchtigt direkt die Dienstleistung für die Bevölkerung. Statt zu entlassen, sollte die Sabesp einstellen, um der Bevölkerung einen besseren Service bieten zu können”.

Was bereits Realität ist und was noch auf São Paulo zukommen kann, beschreibt das “Kollektiv zum Kampf ums Wasser” so: “Die Situation ist wirklich alarmierend und unvorhersehbar für die Bevölkerung und die Wirtschaft des Staates. Es droht  eine stark zunehmende Arbeitslosigkeit in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, Schulen können nicht mehr richtig betrieben werden und schränken damit die Erziehung von Tausenden von Kindern und Jugendlichen ein. Die Gesundheitsversorgung wird ebenfalls beeinträchtigt werden. Am Horizont tauchen Konflikte um das Wasser auf. Eine perverse Maßnahme zur Handhabung dieser Krise ist, Reiche zu privilegieren, die zudem ihre Wasserreservoirs vergrößern werden. Das Gegenteil geschieht mit dem ärmsten Bevölkerungsteil. An der Peripherie der Städte und an höher gelegenen Orten müssen die Bewohner bereits tagelang ohne Wasser auskommen”.

Zwar hat es in den Talsperren des Cantareira-Systems in letzter Zeit zumindest soviel geregnet wie üblicherweise zu erwarten war, dennoch liegen die Reserven nach Angaben von Sabesp nur bei 12,4%. Laut dem Präsidenten der Nationalen Wasser-Agentur (ANA) bleibt die Situation des Systems weiterhin bedrohlich. Das Fehlen von Transparenz von Seiten von Sabesp bei der Bekanntgabe des Wasserstandes wird von vielen Spezialisten kritisiert, die der Meinung sind, dass damit nur die Bevölkerung verwirrt werden solle.

Informationsquelle
Manifestantes pedem fim do racionamento seletivo de água e plano de contingência
A Água é um Direito Humano, não uma mercadoria!

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