Mittwoch, 25. März 2015

Flug Germanwings macht die Möglichkeit einer ganz anderen Katastrophe verständlich

Gestern ist der Flug von Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an den savoyischen Alpen zerschellt. 150 Menschen starben. Die Experten wissen noch nicht, was der Grund für diesen Absturz war. Eine Möglichkeit schildert Blogger Victor aus Frankreich: Ein plötzlicher Druckabfall in der Kabine und Bewusstlosigkeit der Piloten, die das Flugzeug nicht mehr steuern können und auf die Alpen zurasen. Blogger Victor: “Während 8 langer Minuten gab es keinen Funkkontakt mehr zum Flugzeug. War es nun ein Fall der Bewusstlosigkeit wegen Sauerstoffmangel? Ohne Chance, dass sie noch zu den Sauerstoffmasken greifen konnten? Das ist möglich. Oder eine andere Möglichkeit: Ein düsteren Geist könnte einem auch an eine Kugel im Nacken der Piloten denken lassen… aber das ist wirklich etwas für die ganz düster Denkenden.

Aber nun kommt Victor aus diesem Anlass ein in der Zukunft liegendes Horrorszenario in den Kopf, das durchaus realistisch sein könnte:
“Diese selben schlecht denkenden Geister könnten auch daran denken, was passieren würde, wenn ein Airbus oder eine Boeing bei einem ähnlichen Unfall wie in den Alpen oder … durch ein herbeigeführtes “Unglück” mit voller Geschwindigkeit und diesmal nicht gegen eine Bergwand der Alpen, sondern gegen die Sicherheitshülle der Atomkraftwerke von Cruas oder von Tricastin knallen würde? Glauben sie, dass die Betonmauer von 1 Meter Dicke und die innere Hülle aus Stahl, die bereits durch den Lauf der Zeit geschwächt sind (Alter 30 Jahre wenigstens) dem widerstehen könnte? Wirklich? Und glauben sie, dass die empfindlichen Installationen, die die nuklearen Brennstäbe beherbergen und die Kühlsysteme nicht beeinträchtigt würden? Ich für meinen Teil glaube es nicht….
In diesem Fall würde die Katastrophe eine ganz neue Dimension bekommen. Überhitzung des Reaktors, Kernschmelze (die weiteren Details siehe Tschernobyl und Fukushima).
Wenn Tricastin eine radioaktive Verschmutzung wie die von Tschernobyl verursachen würde… dann müsste ein großer Teil des Rhone-Tals evakuiert werden. Avignon, Valence, Saint-Étienne, Chalon-sur-Saône wären die Städte, die kontaminiert würden. Annecy und Chambéry müssten zweifellos evakuiert werden. Aber andere Länder als Frankreich wären ebenfalls betroffen, insbesondere die Schweiz. Genf müsste evakuiert werden. Die Verschmutzung würde sich nach Italien und Österreich ausweiten. Paradoxerweise würden die letzteren 3 Länder die Auswirkungen der Nuklearkatastrophe spüren, obwohl sie beschlossen haben aus der Atomkraft auszusteigen. Frankreich legt das atomare Risiko nicht nur den eigenen Bewohnern auf, sondern auch der gesamten europäischen Bevölkerung.
Wenn Tricastin die radioaktive Verseuchung von Fukushima erreichen würde…. dann wären Avignon, Lyon und Castres die verseuchten Städte. Je nach Windrichtung kämen auch Aix, Marseille und Toulon in Frage. In der Tat beschränkt sich die Messung des radioaktiven Niederschlag in Fukushima auf die feste Oberfläche der Insel, aber es gab ihn auch umfangreich im Osten, an der Pazifikküste.
Ich spreche von Tricastin, denn dies ist mein gefährlicher Nachbar, aber die Szenarios sind übertragbar auf alle Nuklearanlagen.”

Ein guter Denkanstoß, den Victor uns da bietet. Der Atomkomplex Pierrelatte / Tricastin liegt etwa 200 km westlich des Absturzortes des Germanwings-Flugzeuges. Im Rhone-Tal reihen sich mehrere Atomkraftwerke hintereinander an.
Führerlose Flugzeuge, haben wir das bisher nicht bewusst verdrängt? Die nuklearen Sicherheitsbehörden, die Stresstests, wurde dieses Szenario bisher wirklich ernst genommen? Es gibt inzwischen Terrorakte, die das Undenkbare wahr machen. Können wir deshalb weiterhin so tun wie wenn unsere gefährlichste Technologie, die Nutzung der Nuklearenergie, jeder Katastrophe trotzen wird? Ich bin mit Victor einig, ich kann es nicht glauben.

Informationsquelle
Airbus : une catastrophe peut en cacher une autre...