Direkt zum Hauptbereich

Ein Staatsanwalt, der ein Herz für eine gefallene Prinzessin hat

Pedro Horrach, geboren 1966 in Mallorca, ist seit 2006 Staatsanwalt zur Bekämpfung der Korruption in Palma de Mallorca. Bekannt wurde er durch die  Korruptionsverfahren im Fall "Andratx" und "Palma Arena". Gerade in letzterem Fall konnte er den ehemaligen Präsidenten der Balearen, Jaume Matas, vor Gericht bringen und unzählige Verfahren gegen Politiker der besonders korrupten Partei "Unió Mallorquina" einleiten. 

Seine Erfolge erzielte er also vor allem bei Lokalpolitikern, wenn auch Prominente darunter waren. Jetzt ist Horrach aber auch für den Korruptionsfall des königlichen Schwiegersohns Urdangarin und dessen Ehefrau der Prinzessin Cristina zuständig. Der Untersuchungsrichter José Castro war nach lange dauernden Voruntersuchungen zu dem Schluß gekommen sowohl den Prozess gegen Urdangarin und seine Mittäter sowie auch dessen Ehefrau Cristina zu eröffnen. Eigentlich meint man, dass der Staatsanwalt energisch an der Aufklärung der Korruptionsfälle mitarbeiten müsste. Nicht so Herr Horrach, der sich gegen kleinere Fische ausgezeichnet hatte und jetzt, wo es darum geht den Korruptionsverdacht gegen hochrangige Personen zu untersuchen, alles tut diese Untersuchungen zu behindern. Er läuft damit sogar dem Verteidiger der Prinzessin den Rang ab. Aber ist das seine Aufgabe?

Der Verdacht, dass die Prinzessin sehr wohl über die ungesetzlichen Taten ihres Ehemannes informiert war und die Korruptionsgelder ohne Scheu für ihre persönlichen Bedürfnisse verwendete, hat sich auf jeden Fall so erhärtet, dass die Eröffnung eines Strafprozesses unumgänglich war. Nur Herr Horrach will das nicht glauben. Statt auf die Vorwürfe sachlich einzugehen giftet er gegen den Untersuchungsrichter. Der habe die Prinzessin nur angeklagt, weil sie eben die Prinzessin sei. Sie wäre ungerecht behandelt worden, die Vorwürfe gegen sie seien haltlos. Selbstverständlich hat Horrach die Unterstützung der spanischen Regierung, die ebenfalls gegen den mutigen Untersuchungsrichter schießt.

Das Selbstverwaltungsorgan der Richter, der Generalrat der Justiz (CGPJ), stellte sich demonstrativ hinter den Untersuchungsrichter, während die "Permanente Kommission der Staatsanwälte" sich hinter ihren Berufsgenossen Horrach stellte. Der CGPJ forderte alle Beteiligten auf, in jeder Art von Prozessen und juristischen Verfahren keine Formulierungen zu benutzen, die ungerechtfertigter weise und außerhalb juristischer Betrachtungen des Verfahrens die rechtsprechende Arbeit der Richter und Magistrate beeinträchtigen.

Herr Horrach lässt sich davon nicht beeindrucken und unterminiert in seinem royalistischen Feuereifer weiter die Autorität der Justiz, die er eigentlich fördern müsste. Der Journalist Carlos Boyero von der Zeitung "El Pais" versucht das Verhalten des Herrn Staatsanwalts so zu erklären: "Meine Theorie ist natürlich so simpel wie manichäerhaft. Ich lasse mit Sicherheit nur 3 Gründe dafür zu, dass die Ehefrau des dürren Seelenfinders (Urdangarin) unschuldig bezüglich dessen Schachergeschäften ist. Es geht darum: Der Staatsanwalt beschränkt sich darauf die Befehle auszuführen, die er vom Ministerpräsidenten erhält (vor einiger Zeit erklärte Rajoy mit der Selbstsicherheit dessen, der alle Fäden in der Hand hat, seine absolute Überzeugung, dass der Prinzessin nichts passieren wird), die niemals zulassen würde, dass das nicht korrumpierbare königliche Blut in die Gefahr einer Gefängnisstrafe kommt. Oder anders, entweder ist der Staatsanwalt ausgerastet oder seine Antennen sind zu kurz, wenn er versucht das zu leugnen, was selbstverständlich ist. Oder er hat sich in die verliebt, die er verteidigt mit der entsprechend damit verbundenen geistigen Verwirrung, die dieses  Gefühl eines Opiumrausches verursacht hat."


Der Einsatz des Staatsanwaltes geht gegen alle sonst üblichen Verhaltensmuster in spanischen Strafprozessen, wo dieser in der Regel als scharfer Vertreter des Gesetzes auftritt. Was sich jetzt angesichts der Machenschaften zum Schutz der spanischen Monarchie abspielt, zeigt, dass die spanischen Eliten den Ansprüchen eines Rechtsstaates immer noch nicht gewachsen sind. Vielleicht sollte man zum Vergleich die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff heran ziehen, der bei den Staatsanwälten keine Gnade fand und gegen den kompromisslos in einer verglichen mit den Taten von Cristina und Ehemann läppischen Sache ermittelt wurde.


Informationsquelle:
A degüello | Televisión | EL PAÍS - A degüello No sabemos cómo terminará la guerra entre el juez Castro y el fiscal Pedro Horrach, pero está claro que las heridas serán imborrables
El Consejo Fiscal sale en defensa del fiscal Horrach - Libertad Digital

Beliebte Beiträge

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

Irland hat zu kuschen, wenn es nach Brexit-Britannien geht

Irland und Großbritannien verbindet eine schwierige Geschichte, bei der bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts Irland in der Rolle einer britischen Kolonie steckte. Einer Kolonie, die von den Okkupanten nach Strich und Faden ausgebeutet wurde. Iren hege keine Sympathie für ihre britischen Nachbarn. Letztere hingegen pflegen weiterhin gerne ihren Hochmut gegenüber dem ehemaligen Kolonialvolk. 
Beide Länder gehören der EU an und über die EU konnte auch der langjährige blutige Bürgerkrieg in Nordirland befriedet werden. Der Brexit reißt den Graben wieder auf. Da in Großbritannien, vor allem in England - in Schottland sieht die Lage anders aus - der Brexit auch die Rückkehr zum alten Hochmut der Kolonialherrschaft bedeutet, taucht sie wieder auf am Horizont: Die Feindschaft zwischen dem Herrenvolk und seinem Sklavenvolk. 
Der aus Irland berichtende britische Journalist Chris Johns beschreibt in der Zeitung Irish Times wie er die Situation empfindet:

Ich habe von Michael Collins gehört, be…

3 Jahre Dürre, Spanien entwickelt sich immer mehr zur Wüste

Der staatliche spanische Wetterdienst (AEMET) hat dieser Tage Bilder veröffentlicht, die den Stand der Niederschläge vor 3 Jahren mit denen von heute vergleicht. Es ergibt sich ein klares Bild: Spanien geht immer mehr das Wasser aus. Gab es vor 3 Jahren noch blaue Flecken mit regenreichen Gebieten im Nordwesten, so sind diese inzwischen vollständig verschwunden. Im restlichen Land nimmt die braune Fläche gravierend zu. Ein Zeichen, dass vielen spanischen Regionen das Wasser ausgeht.

Die Zeitung "La Vanguardia" zitiert den Wetterdienst wie folgt:
Technisch gesprochen zeigt das Bild die photosynthetische Aktivität. Es ist nicht so, dass dort wo es 2014 noch Bäume gab, dass es diese nicht mehr gibt, sondern dass es keine grüne Vegetration mehr existiert, weil es nicht mehr regnet. Wir sagen, dass es eine andere Form ist, um die Dürre zu erkennen.

"La Vanguardia" berichtet weiter:
Es ist sicher, dass sich die Dürre immer mehr verschärft. Seit 2015 sind die Quellen des …

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Bittere Cashew-Nüsse und schwarze Kinderhände

Im Nordosten Brasiliens werden die beliebten Cashew-Nüsse, auf deutsch auch Kaschu genannt, geerntet. “Der Cashewbaum trägt ungewöhnliche Früchte, augenscheinlich sind es sogar zweierlei verschiedene: die bunten Cashew-Äpfel und die an Bohnenkerne erinnernden Cashewnüsse, quasi als Anhängsel.  Nebenbei produziert der Cashewbaum auch noch Latex und ein technisch wertvolles Öl. Sein Holz ist sehr hart und dicht, resistent gegen Termiten und sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung.” So beschreibt die Webseite “Biothemen” Cashew und Cashewkerne.

Die Cashew-Nuss ist schwierig zu ernten. Die Schale enthält ein ätzendes Öl. Dieses Öl verletzt die Haut, verursacht Irritationen und chemische Verbrennungen. Zudem ist das Öl leicht entzündlich und klebrig. Beim Aufbrechen der Schalen mit den Händen werden die Hände schwarz und verletzen die Papillarleisten der Finger. Das Öl breitet sich beim Brechen der Nüsse über die Finger bis zu den Spitzen aus. Die Linien auf den Fingerspitzen verschwinde…