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Juden in den USA sind gerne desinformiert über den Gaza-Krieg

“Wann immer man in den vergangenen Wochen in der Nähe der jüdischen Gemeinschaft in Amerika war, hat man folgende Erzählung mit einer moralischen Botschaft gehört: Israel hat den Gaza-Streifen 2005 verlassen und gehofft, dass das neue unabhängig gewordene Land das Singapur des Mittleren Ostens wird. Statt dessen ergriff Hamas die Macht, plünderte Gewächshäuser, warf seine Gegner von Hausdächern und begann tausende von Raketen auf Israel abzuschießen.”

Wer dies schreibt ist der Journalist Peter Beinhart, von der israelischen Webseite “haaretz.com”. Er schreibt dies unter dem Titel “Gaza Mythen und Tatsachen: Was Führer der amerikanischen Juden ihnen nicht erzählen werden”. In der Tat ist das, was man da gerne und eingehend behauptet, wenn man es sich genau ansieht, falsch. Laut Beinhart kann man jedoch den derzeitigen Krieg nicht verstehen, wenn man nicht versteht, dass diese Argumente falsch sind. Er knöpft sich die 3 Argumente “Israel hat Gaza verlassen”, “Hamas hat die Macht ergriffen” und “die Gewächshäuser”  vor und gibt seine Erläuterungen dazu.

“Israel hat Gaza verlassen”. 2005 sei Israel aus Gaza abgerückt. Aber Gaza wurde damit nicht zu einem selbständigen Land. Es bekam nie eine eigene Kontrolle über seine Grenzen. Auch vor der Wahl von Hamas in die Regierung kontrollierte Israel, ob die Bewohner den Streifen betreten oder verlassen durften. Israel kontrollierte das Einwohnerregister über die Herausgabe von Personalausweisen. Verteidiger Israels würden behaupten, das wäre aus Sicherheitsinteressen notwendig. Es bleibe aber dabei, eine “notwendige” Besatzung sei eine Besatzung. Laut der amerikanischen Regierung halte Israel Gaza seit 1967 besetzt. Der damalige Ministerpräsident Sharon habe dem Abzug israelischer Siedler aus Gaza zugestimmt, um Geld zu sparen und dafür zusätzlich auf der Westbank neue Siedlungen gründen zu lassen. Der Gaza-Rückzug habe nicht den minimalsten palästinensischen Forderungen entsprochen.

“Hamas hat die Macht ergriffen”. Hamas habe die Macht nicht ergriffen, sondern in demokratischen Wahlen gewonnen, schreibt Beinhart. 2006 habe die Hamas gewonnen nicht mit dem Programm der Zerstörung Israels – dies war auch nicht ihr Wahlkampfthema –, sondern mit der Forderung nach einem “unabhängigen Staat, dessen Hauptstadt Jerusalem ist” und dem “Recht auf Rückkehr”. Überwiegend habe Hamas gewonnen, weil ihr politischer Gegner, die Fatah, bis auf die Knochen korrupt und bei der Gaza-Bevölkerung im höchsten Maße unbeliebt war. “Hamas hat in anderen Worten aus demselben Grund gewonnen, aus dem Wähler überall in der Welt Parteien abwählen, weil sie nach Jahren an der Macht unverantwortlich geworden und nur am eigenen Bedürfnissen interessiert sind”, schreibt Beinhart. Der frühere Mossad-Chef Efraim Halevy habe damals gefordert, einen Langzeit-Waffenstillstand mit Hamas zu suchen. In der Zwischenzeit war aber Bush jr. amerikanischer Präsident und seine Regierung begann Druck auf die palästinensische Behörde auszuüben, dass diese der Hamas-Regierung die Anteile an Steuer- und Zolleinnahmen verweigern solle. Zudem wurde der Putsch eines Fatah-Sicherheitsberaters gegen die Hamas mit Waffen unterstützt. Der Putsch ging schief, Hamas konnte den Aufstand niederschlagen. “Zu suggerieren, dass Hamas die Macht “ergriff” ignoriert die Tatsache, dass die brutale Machtübernahme durch Hamas gegen einen versuchten Putsch der Fatah, der von den USA und Israel unterstützt wurde, erfolgte.

“Die Gewächshäuser”. Amerikanische Juden erzählten sich oft folgende Geschichte: “Als die Siedler Gaza verließen, händigte Israel ihre Gewächshäuser an die Palästinenser aus in der Hoffnung, sie würden diese nutzen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Stattdessen hätten die Palästinenser diese in anti-israelischen Ausschreitungen zerstört”. Ein Verhandlungsführer beim Übereinkommen über die Gewächshäuser war der jüdisch-australische Geschäftsmann James Wolfensohn. Er hat in seinen Memoiren dazu geschrieben: “Die Gewächshäuser waren auf Grund gelegentlicher Plünderungen leicht beschädigt, aber im allgemeinen waren sie gut erhalten. Sie wurden von der palästinensischen Polizei bewacht. Die lange erwartete erste Ernte – Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Paprika und Blumen- begann. Die Produkte waren für den Export nach Europa über Israel gedacht. Der Export war von dem Grenzübergang Karni, der ständig geschlossen war, abhängig. Ein Export war somit nicht möglich. Die verlorene Ernte war das erkennbarste Zeichen für Gaza’s fehlende Einnahmen und für mich die größte persönliche Enttäuschung während meines Mandates”.

Beinhart schließt seinen Bericht: “In den 10 Jahren seit die jüdischen Siedler gegangen sind, war Israels Politik gegenüber Gaza genauso militärisch erfindungsreich wie sie politisch blind war. Tragischerweise ist das der Hintergrund des derzeitigen Krieges. Aber leider fährt das Jüdisch-Amerikanische Establishment fort, Israel dabei anzufeuern”.

Informationsquelle
Gaza myths and facts: what American Jewish leaders won't tell you

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