Mittwoch, 13. November 2013

Finanzminister kündigt polare Kaltluft an und der Ministerpräsident weiß nichts davon

Aufregung in Rumänien, der Wetterdienst soll erklärt haben, dass ein scharfer Wintereinbruch mit polarer Kaltluft und starken Niederschlägen in der 2. Novemberhälfte im Land ansteht. Arktische Kälte soll über Europa hereinbrachen. Der Finanzminister hat daraufhin flugs gehandelt und den Entwurf für eine Notverordnung erstellt, in der er mehr Finanzmittel für die Kommunen zur Abdeckung der Kosten für den Winterdienst vorsieht.

Nun hat Ministerpräsident Ponta erklärt, dass er von dem Projekt nichts weiß.  Auch weiß wohl keiner so richtig, welcher Wetterdienst nun eigentlich das Finanzministerium so in Panik versetzt hat. Der Direktor des rumänischen Wetterdienstes hat deshalb eine Erklärung folgenden Inhalts abgegeben: “Es ist möglich, dass sich sowohl die Temperaturen wie auch die Niederschläge in den Monaten November, Dezember, Januar sich innerhalb des üblichen klimatischen Rahmen bewegen, was bedeuten kann, dass es sowohl einen leichten wie auch keinen leichten Winter gibt. Man darf aber keine Verwirrung veranstalten, dass, wenn die Meteorologen von einem normalen Winter sprechen, dies auch ein leichter Winter wird. So weit voraus kann keine detaillierte Prognose im Sinne einer Garantie dafür gemacht werden, dass wir eine extreme Frostphase haben werden”.

Ponta gibt nun die Schuld den Beamten im Finanzministerium. “Wie üblich, geht es wieder um die Arbeit von einigen Beamten, von der die Regierung bisher keine Kenntnis hat”, ist seine Meinung. Eigentlich sind die Beamten des Finanzministeriums sehr weitsichtig, denn die Winter in Rumänien sind in der Regel sehr hart und es ist gut, wenn rechtzeitig vorgesorgt wird. Warum und wer diese vernünftige Planung nun wieder mit einer wackligen Wetterprognose verquickt hat, das bleibt ein rumänisches Geheimnis. Tatsache ist, dass nun wieder ein paar Beamte lächerlich gemacht werden, die vielleicht den nötigen Weitblick hatten. Vielleicht waren es aber auch sie selbst, die um gehört zu werden, das Gerücht der Eiseskälte mit ihrer Notverordnung zusammen gepackt hatten.

Mit der Verordnung sollten von der Regierung den lokalen Behörden Geld aus dem Reserve-Fonds zur Bestreitung dringender Kosten für die Sicherstellung der Dienste im Winter und andere Ausgaben, inklusive Bezahlung der Gehälter zur Verfügung gestellt werden. Die Oppositionsführer äußern die Befürchtung, dass es sich nur um eine Maßnahme zur Verteilung von Geld an die Parteileute der Regierungsparteien handelt. Nicht ganz abwegig, dieser Gedanke.

Informationsquelle
Ministerul de Finanțe anunță temperaturi polare iarna aceasta. Victor Ponta: "Poate vine gerul la Finanțe”