Dienstag, 9. Oktober 2012

Apfelschnecken und Saboteure bedrohen die Reisfelder des Ebro-Deltas

“Als Apfelschnecken (Ampullariidae) bezeichnet man eine Familie der Schnecken (Gastropoda). Sie sind Süßwasserschnecken und werden häufig in Aquarien gehalten. Ihre Heimat sind die Gewässer in der tropischen Klimazone”. So definiert Wikipedia die Tiere mit dem schönen Namen, die auf spanisch “caracoles de manzana” genannt werden. Sie fühlen sich aber nicht nur in den Tropen wohl, sondern auch an den Ufern des Ebro. Seit 2009 ist zusammen mit dem Reisanbau ein Anstieg der Apfelschnecken-Kolonien im Ebro-Delta zu beobachten. Sie fressen besonders gerne die jungen Reispflanzen und sind damit zu einer echten Gefahr für den Reisanbau am Ebro geworden.

Die katalanische Landesregierung hat bereits mehr als 2 Millionen Euro in den letzten zwei Jahren zur Bekämpfung der Schnecken ausgegeben. Die ersten sollen aus einer Zuchtstation für Aquarien entwichen sein. Das katalanische Landwirtschaftsministerium berichtet über die bisherigen Stand des Kampfes gegen die Schnecke: “Während des Winters wurden mehrfach Aktionen zur Ausrottung dieser Wasserschnecke gestartet, aber nach der diesjährigen Aussaat der Reispflanzen wurde festgestellt, dass sie nicht nur in den Bewässerungskanälen und Abflüssen vorhanden waren, sondern bereits in die Reisfelder gelangt sind.  Auf einigen Parzellen waren die Attacken besonders heftig, sie fressen bereits die jungen Teile der Reispflanze. Bisher ist nur der linke Teil des Ebro-Deltas betroffen.” Bekämpft wurde die Schnecke, indem Salzwasser in die Reisfelder gekippt, Fallen installiert wurden, abgeerntete Felder brandgerodet und eine Kamelienart angepflanzt wurde. Alle diese Aktionen haben nichts gebracht. Inzwischen ist die Schnecke zu einer “offiziellen Plage des Deltas” erklärt worden.

Nun scheint aber jemand Spaß an den schleimigen Tieren zu haben. Mit Entsetzen haben die Verantwortlichen vor kurzem festgestellt, dass an acht voneinander unabhängigen Punkten Kolonien von Apfelschnecken vorhanden sind. Da sie keine Verbindungen untereinander haben, vermutet das Landwirtschaftsministerium, dass es sich um vorsätzliche und gezielte Sabotage handelt. Die Reisbauern sprechen von einer ökologischen Straftat. Es soll jetzt eine flächendeckende Überwachung der Region organisiert werden. Gegen den Ersttäter, die Firma, die diese Schnecken für Aquarien züchtete und die die ersten Exemplare entkommen ließ, läuft bereits seit einiger Zeit ein Gerichtsverfahren.

Informationsquelle
El caracol manzana penetra en el margen derecho del Ebro por un sabotaje – El Pais
Plaga del caracol manzana – DAR