Mittwoch, 16. Februar 2011

Klimaanlagen mit Klimaanlagen bekämpfen

In einem Land, in dem die Hitze im Sommer unerträglich werden kann, gibt es inzwischen auch Klimaanlagen zuhauf, die für Abkühlung sorgen sollen. So in Spanien und insbesondere Madrid. Muss man an einem heißen Tag Gebäude mit Klimaanlagen passieren, die ihre Abluft auf die Straße abführen, hat man das Gefühl einen Hitzeschlag zu bekommen. Drin wird runtergekühlt bis jedermann freiwillig etwas wärmeres anzieht und draussen wird einem jede Illusion auf eine Erfrischung genommen.

Dieser Zustand hat dazu geführt, dass das spanische Umweltministerium eine Untersuchung zur Frage "Wieweit erwärmen die Klimaanlagen in unseren Städten die Temperaturen insgesamt?" finanziert hat. Die Studie in Form einer Doktorarbeit liegt jetzt vor und die Antwort lautet: Für eine Stadt wie Madrid können die Klimaanlagen die Temperaturen in der Stadt im Sommer um 1,5 bis 2 Grad nach oben treiben. "Der Preis für eine angenehme Temperatur im Innern ist eine Erhitzung der städtischen Atmosphäre", geben die Forscher bekannt.

Die Untersuchungen wurden an Hand eines Modells in Madrid am 30. Juni und 1. Juli 2008 durchgeführt. Dabei stellten die Forscher fest, dass dieser Effekt sich nicht zur heißesten Tageszeit zeigt, sondern erst am späten Nachmittag und in der Nacht. Zu dieser Tageszeit gibt es die höchste Mortalitätsrate, die mit dem verlängerten thermischen Stress erklärt wird.

Eine ähnliche Studie soll mit denselben Ergebnissen auch in Houston durchgeführt worden sein. Die Schlussfolgerung: Klimaanlagen setzen einen Teufelskreis in Gang, in der die durch Klimaanlagen verursachten höheren Temperaturen mit noch mehr Klimaanlagen bekämpft werden.

Informationsquelle:
¿Cuánto calientan la ciudad los aires acondicionados? · ELPAÍS.com