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Boykottiert Zermatt!

"Verträumte Bergwelt, ungetrübtes Panorama und Tiefschneehänge soweit das Auge reicht – welcher Ski-Fan träumt nicht davon, hier Spuren zu hinterlassen?" Mit diesen Worten stachelt die Firma "Swiss Helicopter" unausgelastete und reiche Schifahrer zu einem Vergnügen der besonderen Art an.

"Verträumte Bergwelt?", fragen wir uns verwundert, wenn der Helikopter krachend seine Kreise um die Berge dreht. Bei "verträumt" denken wir doch eher an Jodler auf den Blumenwiesen der Alpen, an Alphörner und die Stille der Bergwelt. Das ist dem Schweizer auch lieb und gut, aber das Geld ist ihm noch lieber. Dafür nimmt er Krach in Kauf gegen den anderswo Bürgerbewegungen auf die Barrikaden gehen.

Vierwaldstättersee: Vom Bürgenstock aus der schöne Blick auf den blau-grünen See. Ein Alpen-Panorama der Spitzenklasse, aber was soll dieser ständige Fluglärm über dem See? Ungetrübt von Schönheiten der Natur üben Flugzeuge, bei denen die Lärmemission ganz unten auf der Qualitätsskala steht, ihre Loopings. Sie geben Gas, lassen sich fallen und steigen mit viel Krach wieder auf. Auf Dauer ist der Wanderer genervt. Er hat etwas anderes erwartet. Der Grund: Die Pilatus Pilatus Flugzeugwerke, der wichtigste Flugzeughersteller der Schweiz. Am Unternehmenssitz in Stans werden Trainings- und kleinere Mehrzweckflugzeuge hergestellt. Und diese Firma hat scheinbar einen Freibrief bei der Lärmbelästigung.

Am Brienzersee im Berner Oberland: Gerade eben hat man diesen schönen See und das Alpenpanorama genossen und schon wird man von einem Donnern beunruhiigt. Zwischen den Berghängen zwei Düsenjäger, die in das Tal hineinfliegen. Sie bleiben nicht allein, ständig folgen neue. Die Schweizer Armee hat dort einen Flugplatz und beim Üben legt sie sich keine Beschränkungen auf.

Und weil der Lärm keine Rolle spielt hat man noch das Heliskiing erfunden. Ein völlig nutzloses Freizeitvergnügen für einige Egomanen. Von sinnloser Umweltverschmutzung ganz zu schweigen. Aber Swiss Helicopter erzählt uns, wo der Spass liegt: "Swiss Helicopter bringt Sie schwerelos bergauf und lässt Sie in die Bergwelt eintauchen, zum Beispiel auf der Ebneflue auf über 4000 Meter über Meer. Die Jungfrau und der Eiger sind Ihre Begleiter, wenn Sie jauchzend talwärts brettern und sich vom Spiel mit dem weissen Element berauschen lassen."

Aber es gibt einige Schweizer, die nicht mehr jauchzen, aber dafür die Nase voll haben: Im April 2010 reichten der VerkehrsClub der Schweiz, der WWF, Pro Natura und Mountain Wilderness eine Petition mit 14 000 Unterschriften ein, die vom Bund ein Verbot solcher Flüge auf Gebirgslandeplätze in und am Rand von Schutzgebieten fordert.

Am Beispiel Zermatt, wo es jährlich 2.000 bis 4.000 Flüge im Jahr gibt, kann man studieren, welche Widerstände es gibt: "Ganz anderer Meinung waren die Air Zermatt, die Gemeinde Zermatt, die Verbände der Bergführer, Skilehrer und Hoteliers sowie die Walliser SAC-Sektionen. Unterstützt vom Staatsrat, forderten sie den Bund auf, die fünf bisherigen Gebirgslandeplätze beizubehalten. Zudem sollten Helikopter den vor einigen Jahre aufgehobenen Landeplatz Trift wieder benutzen dürfen, um Skifahrer nach der Abfahrt vom Aeschhorn aufzunehmen. Als Entgegenkommen an Ruhe suchende Berggänger sah ihr «Kompromissvorschlag» vor, in den Sommermonaten keine kommerzielle Flüge auf den Alphubel, den Monte Rosa und das Aeschhorn durchzuführen.

Ob dem Ruhe Suchenden Berggänger - von denen es sicher mehr gibt als Heliskier - damit gedient ist? Das Verhalten der Gemeinde Zermatt wäre ein guter Grund für alle Bergliebhaber diesen Ort zu boykottieren!

Informationsquelle:
Tagesanzeiger - Krach im SAC wegen Heliski-Flügen in Zermatt




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