Sonntag, 23. Mai 2010

Rumänischer Sprache soll die Frauenfeindlichkeit abgewöhnt werden

Die rumänische Sprache hinkt was Geschlechtergleichstellung berifft hinter der Entwicklung in Westeuropa her. Während die deutsche Sprache diese Lektion gelernt hat, ist im Rumänischen die Frau zum Beispiel bei den Berufsbezeichnung noch ein Mann. Alle Berufsbezeichnungen abgesehen von ein paar Ausnahmen sind männlich.

Das soll sich jetzt aber ändern. Die Nationalagentur für Gleichstellung, ANES, will mit Hilfe des Linguistik-Institutes "Iordu Iordan" eine Sammlung von Berufsbezeichnungen herausgeben, bei denen auch die weibliche Bezeichnung des jeweiligen Berufs verzeichnet wird. Das Verzeichnis bekommt den Namen "Einstufung der Berufe in Rumänien" und wird COR abgekürzt. Das Projekt steht noch am Anfang: Zusammen mit dem Linguistik-Institut wird nach der geeigneten weiblichen Form der Berufsbezeichnung gesucht. In 6 Monaten hofft man das Projekt abschliessen zu können.

Die Universitätsprofessorin Mihaela Miroiu meint dazu: "Die Sprache reflektiert eine Art Bedürfnis und sie die Macht die Realität zu ändern. Wenn die Sprache männlich ist wird auch die Realität so sein. Einige weibliche Bezeichnung sind herabwürdigend wie zum Beispiel "doctoriţă" (kleine Doktorin), "şoferiţă" (kleine Chauffeurin, bei den männlichen Bezeichnungen gibt es kein Doktorchen oder Chauffeurchen. An wen wendest du dich, wenn du die Wahl zwischen der "kleinen Doktorin" und dem "Doktor" hast? Die erste Bezeichnung hat keinerlei Prestigewert."

Informationsquelle: Gândul, Doctor, doctoră sau doctoriţă? Limba română le-ar putea face dreptate femeilor. Numele de profesii, trecute şi la feminin