Dienstag, 4. Mai 2010

Die traurige Gestalt des Florin Nedelea im Meer der Niedertracht

Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Ich bin Florin Nedelea. Bürgermeister des rumänischen Dorfes Clejani im Kreis Giurgiu. Ich besitze mehrere Autos: Einen BMW X5, einen BMW X3, einen Mazda RX8 und einen Dacia Logan. Sie werden fragen, woher ich denn das Geld für die vielen teuren Autos habe. Das war ganz einfach, ich habe Grundstücksgeschäfte gemacht, so wie das hier alle machen. Mit meinem besten Pferd im Stall, dem weissen BMW X5, bin ich zum 1. Mai an den bulgarischen Goldstrand gefahren, um Urlaub zu machen.

Ich mache gerne Urlaub in Bulgarien. Bei uns in Rumänien kann man ja nur im Zelt seine Ferien verbringen, weil die Hotels nichts taugen. Aber jetzt haben mich die Bulgaren schwer enttäuscht. Ich bin richtig sauer, direkt vor meinem Hotel wurde mir mein BMW X5 geklaut. Ich habe mich so aufgeregt, dass ich jetzt Herzprobleme habe. Zum gleichen Zeitraum wurden in der Nähe 6 weitere Autos von Rumänen gestohlen! Wir haben uns zusammengetan und vor dem Hotel gegen diese Frechheit protestiert. Daraufhin wurden wir von den Sicherheitsleuten angegriffen und wir können von Glück reden, dass wir nicht verhaftet wurden. Die haben uns in unsere Hotelzimmern eingesperrt und behauptet, dass wir das Hotel in die Luft jagen wollten.

Ich habe meinem Ärger vor Presse und Fernsehen Luft gemacht. Jetzt habe ich Angst, denn wir werden von bulgarischer Seite bedroht und erpresst, unsere Anzeige zurückzunehmen. Ich bin so fertig, dass ich keinen Mut habe, zur Arbeit zurückzukehren. Ich habe Angst davor, dass vor meinem Rathaus ein Auto mit bulgarischer Nummer parkt, einige Verbrecher aussteigen und mir an die Gurgel gehen. Meinem Kind verbiete ich, in die Schule zu gehen. Es ist ein Drama!

Stellen sich vor, die Diebe haben sogar Kontakt mit mir aufgenommen! Sie sagten, dass ich mein Auto wieder bekomme, wenn ich ihnen eine "Belohnung" zahle. Ich habe ihnen gesagt, ich bin damit einverstanden. Sie sollen das Auto irgendwo hinstellen und wir finden das Auto. Die bulgarischen Zeitungen sind auf der Seite der Diebe. Sie schreiben, dass es mir nur darum ginge, die Versicherung zu kassieren. Ich habe aber keine Kasko-Versicherung, dafür hat das Geld nicht gereicht. Würde ich soviel Tam-Tam machen, wenn ich eine Kasko-Versicherung hätte? Schluss, ich zahle jetzt 10.000 Euro und ich seh ihn wieder. Es ist wahr, die Belohnung ist nicht sehr hoch. Wie ich den Wagen 2008 gekauft habe, musste ich 50.000 Euro dafür bezahlen.

Informationsquelle: Evenimentul Zilei, Războiul turistic româno-bulgar, faza pe maşini