Deutsche Rentner werden noch nach Ungarn flüchten

Ungarns Reaktionäre schlagen immer neue Purzelbäume. “Eurotopics” berichtet heute von einem Zeitungsartikel aus Ungarn:
“Jeder, der in Europa bei Verstand ist, wird sich der Initiative der Visegrád-Staaten anschließen, glaubt Zsolt Bayer, Kommentator der regierungsnahen Tageszeitung Magyar Hírlap - und weiß sogar, wo deutsche Rentner bald ihren Lebensabend verbringen werden:
    „Wir müssen die Einheit und die Kooperation der Visegrád-Staaten bewahren, und wir müssen immer mehr Länder einbeziehen. Liegt es doch im ureigenen Interesse der europäischen Staaten, zu diesem Bündnis zu gehören. Denn wer eine Seele, ein europäisches Bewusstsein und natürlich einen gesunden Menschenverstand hat, der folgt Osteuropa. ... Bald werden deutsche Rentner massenweise nach Ungarn strömen, um sich in ungarischen Dörfern niederzulassen. Sie wollen an ihrem Lebensabend noch das Glockenläuten zu Mittag hören, und sie wollen nicht zuletzt auf der Straße weiße, christliche Menschen antreffen.“”

Vermutlich denkt Herr Bayer an die Pegida-Krakeeler, wenn er meint, dass es deutsche Rentner gibt, die nach Ungarn flüchten werden. Wenn es um das wohlige Gefühl der Abschottung und heimattümeliges Suhlen im völkischen Gedanken geht, dann mag er recht haben. Obwohl der dem Irrtum anhängt, dass sich Super-Ungarn mit Super-Deutschen vertragen werden. Das werden sie nur tun, wenn es um wehrlose Dritte wie zum Beispiel Flüchtlinge geht. Ansonsten steht zwischen deutschen und ungarischen Nationalisten der nationale Egoismus.

Seit dem Treffen der Visegrad-Staaten vor kurzem, fantasiert János Lázár, der Leiter der ungarischen Staatskanzlei auch noch von einem durchgehenden Grenzzaun zu Rumänien. Nachdem die ungarische Regierung bereits Anstrengungen unternommen hat, Griechenland aus dem Schengenraum hinaus zu mobben, nun also ein Schlag gegen das EU-Land Rumänien, das man ja ohnehin versucht über die ungarische Minderheit zu destabilisieren. Die ungarische Regierung darf also weiterhin mit absurden Vorschlägen und Hetzereien der Europäischen Union auf den Nerven herum zu trampeln. Die sollte allerdings einmal ein klares Zeichen gegen Sprücheklopfer Orbán setzen. Der überwiegende Teil der Europäer möchte nicht in einem Orban-Staat leben. Der überwiegende Teil ist auch beschämt, dass ein solcher Politiker im Namen Europas auftreten darf.

Informationsquelle
Lázár: Visegrád4 proposes help for Balkans to handle migrant crisis
Orbáns langer Arm reicht bis Rumänien

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

In Treue fest zum Atom

Der Mindestlohn in Spanien durchbricht die 1.000 Euro-Grenze