Dienstag, 10. Juni 2014

Was die Brasilianer an der FIFA und der WM ärgert

Heute Abend demonstrieren an der Copacabana in Rio de Janeiro gegenüber dem Hotel Copacabana Palace Mitglieder der Bürgerbewegung “Rio de Paz” (Rio des Friedens). Die Bürgerbewegung wurde 2007 gegründet, nachdem bei gewalttätigen Ausschreitungen 19 Menschen getötet worden waren. Das Ziel von “Rio de Paz” sind kreative gewaltfreie Aktionen zur Ermunterung der brasilianischen Gesellschaft, für die durch die Verfassung garantierten Menschenrechte zu kämpfen. “Rio de Paz” will mit der heutigen Aktion unter dem Thema “Weltmeisterschaft in einen Land des Elends, finanziert mit öffentlichem Geld ist ein moralisches Problem” auf die von den Steuerzahlern zu tragenden Kosten aufmerksam machen.

Die Bürgerbewegung hat sechs Forderungen an die brasilianischen Behörden, die FIFA und an die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2014: “Dass die Union, die Bundesstaaten und die Gemeinden das Volk dafür um Entschuldigung bitten,
  • dass sie diesem vorgemacht hätten, dass die WM allein aus privaten Mitteln finanziert werden wird;
  • für die Tatsache, dass ein Vermögen aus öffentlichen Mitteln für einen sportlichen Wettbewerb ausgegeben wurde;
  • dafür dass für die WM mehr ausgegeben als veranschlagt wurde;
  • dafür dass dass die WM mit öffentlichen Mittel organisiert wurde ohne das Volk zu beteiligen:
  • die Missachtung des sozialen Gewissens des brasilianischen Volkes, das bis jetzt nicht verstanden hat, warum der politische Wille der bisher für Investitionen in Gesundheit, Sicherheit und Bildung fehlte, bei der WM plötzlich vorhanden war;
  • dafür dass zugelassen wurde, dass beim Bau der Stadien überzogene Rechnungen bezahlt wurden.

Für das ersten Spiel Brasiliens verlangt die Bürgerbewegung, dass eine Schweigeminute eingelegt wird in Erinnerung an diejenigen, die beim Bau der Stadien gestorben sind. Zudem soll die FIFA verständlich erklären, wie viel sie von dem astronomischen Gewinn, den sie bei dieser WM machen wird, in sozialer Verantwortung entsprechend den “Standards der FIFA” in Brasilien lassen wird. Das mit den Standards der FIFA ("Padrão Fifa") ist ein Reizthema bei den Brasilianern. Sie fühlen sich von der FIFA mit diesen “Standards” terrorisiert und fühlen sich dabei wie kleine Kinder behandelt, die nicht im Stande sind ein sportliches Großereignis zu organisieren.

Informationsquelle
Jornal do Brasil - Rio - Rio de Paz faz manifestação contra gastos da Copa