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Blonde Engel, die im Elend leben, das darf nicht sein.

Nichts ist verräterischer wie die Meldungen der letzten Tage über ein blondes Mädchen, das in Griechenland in einer Roma-Familie lebt und damit die gesammelte Aufmerksamkeit Europas auf sich zieht. Im Anschluss daran wird gleich auch noch ein blondes Kind bei fahrenden Leuten in Irland entdeckt. Blond und arm, das scheint einfach nicht zusammen zu passen. Ein guter Grund den so lange unterdrückten Rassismus zum Leben zu erwecken und unserem Ärger über die Roma, die Kinderräuber freien Lauf zu lassen.  Inzwischen hat sich alles als Lug und Trug herausgestellt, die blonden Kinder sind tatsächlich Roma-Kinder. Jetzt stürzt man sich zum Ausgleich auf die Betrugsmasche von einigen Roma-Familien oder besser –Clans, die sich zur Erhöhung des Kindergeldes Kinder ausleihen. Oder wenn das auch nicht zutrifft, dann schicken sie sie halt betteln.

Braune Roma-Kinder mit dunklen Augen haben da keine Chance, sie können ruhig im Elend leben, denn ihnen sieht man die Zugehörigkeit ja an. Der Rumäne Ciprian Şiulea hat auf dem Blog-Forum “Vox Populi” sich des Themas angenommen. Rumänen gesteht man ja generell eine höhere Kompetenz in Sachen Roma zu. Er schreibt unter anderem: “Die Presse hat das Ereignis mit dicken Schlagzeilen als schockierend, unglaublich, erschütternd beschrieben. In eine nicht-heuchlerische Sprache übersetzt, ist die Botschaft klar: Erschütternd ist, dass ein Kind er weißen, zivilisierten Rasse in einem solchen Elend lebt mitten unter Menschen zweiter Klasse. So sieht bedingungsloser Rassismus aus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Eltern aus Bulgarien stammen und ebenfalls Roma sind und noch weitere blonde Kinder haben. Die Dummheit wendet sich fast in Lächerlichkeit als auch in Irland blonde Kinder im Ghetto entdeckt werden. Polizei und Behörden machen sich dabei lächerlich, weil sie einfach nicht glauben können, dass auch blonde Kinder im Elend leben können. Geht es hier um ethnische Diskriminierung und Rassismus? Die Polizei in Griechenland wird bestimmt keine weißen Paare mit dunkelhäutigen Kindern festhalten, weil sie einfach davon ausgeht, dass die Kinder adoptiert sind. Bei den Roma nimmt man automatisch an, dass hellhäutige Kinder gestohlen oder gekauft sind. Ich denke, dass wir überlegen sollten, warum Kinder überhaupt in Armut und im Elend leben, warum sie krank sind und nicht zur Schule gehen, aber darüber nachzudenken ist ja leider nicht so attraktiv. Und so fängt alles an.”

Die Medien waren sich in der Tat nicht zu blöd vom Roma-Kind in Griechenland vom “Blonden Engel” (Blond Angel) zu sprechen. Kein Wunder, dass in Irland die Lynch-Justiz erfunden wurde. Wie so etwas abläuft schildert die Neue Zürcher Zeitung: “Die irische Polizei hatte am Montag einen Anruf von einem Journalisten erhalten, der für den privaten Sender TV3 arbeitet. Er leitete einen anonymen Hinweis aus der Bevölkerung weiter, wonach eine Roma-Familie im Dubliner Vorort Tallaght eine auffällig blonde Tochter habe. Die Polizei schritt sofort ein. Sie misstraute dem vorgewiesenen Geburtsschein. Eine Bestätigung der Geburt in den Registern des erwähnten Dubliner Spitals schlug fehl, weil – wie sich seither herausgestellt hat – das Kind unter dem Namen der Mutter aufgeführt war.” Aber man sollte nicht nur mit den Fingern auf die Griechen und Iren verweisen. Wie schnell eine Fremdenhysterie mit unterschwelligem Rassismus angezettelt werden kann, sehen wir ja derzeit in Deutschland, wenn es darum geht Asylsuchenden eine Unterkunft zu organisieren.

Informationsquelle
Epidemia de “îngeri blonzi”. De ce pentru unii copii mizeria e normală, pentru alţii o oroare – Voxpublica

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