Sonntag, 30. Dezember 2012

Rumänische Hilfestellung für das neue Jahr

Rumänen sind Spezialisten für Aberglauben. Es sei daran erinnert, dass Graf Dracula schließlich in Rumänien seine Heimat gehabt haben soll. Horoskope spielen eine wichtige Rolle im Leben vieler Rumänen. Kein Wunder, dass es jetzt auch gute Ratschläge für den Übergang in das neue Jahr gibt. Wer sie berücksichtigt soll im kommenden Jahr glücklich, zufrieden und vermögend leben können.

Der Rest der Welt sollte an diesen heißen Tipps auch teilnehmen können, deshalb möchte ich sie hier in meinem Blog weitergeben. Für die Sylvesternacht wird empfohlen, dass wir etwas Rotes tragen und dass wir Geld im Geldbeutel haben, damit es uns das ganze Jahr gut geht. In der Sylvesternacht sollen wir einen riesigen Lärm veranstalten, um die bösen Geister zu vertreiben. Einigen Rumänen reicht der Lärm nicht, denn die bösen Geister können sich im kleinsten Winkel verstecken. Sie stecken deshalb eine Knoblauchzehe in ihren Geldbeutel, das soll auch sehr wirksam gegen böse Geister sein. Dracula lässt grüßen, denn schließlich hat er vor Knoblauch auch einen riesen Bammel. Der folgende abergläubische Tipp dürfte vielleicht einige Verwirrung mit sich bringen: Der erste Mensch, der über die Schwelle unserer Wohnung kommt, soll unser Leben das ganze Jahr beeinflussen. Also Türe zuschlagen, falls uns ein missliebiger Mensch besuchen sollen wollte. Angeblich sagen die Alten, dass man beim Jahresübergang neue Kleider und möglichst etwas rotes oder eine andere helle Farbe anziehen soll, das würde die positiven Energien anziehen.

Und dann noch ein paar weitere rumänische Tipps für den letzten Tag im alten und den ersten im neuen Jahr:
  • werfen sie nichts aus dem Haus, auch keinen Müll
  • gehen sie blonden Menschen aus dem Weg, sie bringen kein Glück, dafür umgeben sie sich lieber mit Brünetten
  • wenn ein Mann die Wohnung betritt bringt das Glück, wenn es eine Frau ist, dann bringt das Pech
  • Tanzen im Freien bringt Glück in der Liebe, Wohlergehen und Gesundheit
  • man darf in dieser Nacht nicht weinen und
  • man darf nur “symbolisch” arbeiten.

Von den Italienern sollen die Rumänen gelernt haben, dass man alte Gegenstände an Sylvester aus dem Fenster wirft. Das kollidiert mit dem rumänischen Aberglauben, dass man nichts aus dem Haus werfen soll. Auch die Griechen sollen für eine Bereicherung der rumänischen Aberglaubens gesorgt haben: Bei ihnen soll es üblich sein ein Gebäck zu essen, in das eine Münze aus Silber oder Gold eingebacken ist. Das soll ein Zeichen für Reichtum sein. Hoffentlich bekommt’s den Zähnen!

Und hier noch ein paar harte Fakten darüber, wie die Rumänen Sylvesternacht, die sie “Revelion” nennen, verbringen. Nach eine Studie werden 8 von 10 Rumänen die Sylvesternacht zu Hause genießen. 7% feiern in einem Restaurant und 3% steigen in einem Hotel oder einer Pension ab.  Ungefähr die Hälfte der Befragten geben an, in der Sylvesternacht zwischen 101 und 500 Lei auszugeben (ca 25 bis 100 Euro). Etwa 10% hauen etwas stärker auf den Putz und geben bis zu 1.000 Lei aus. Gegenüber dem Vorjahr wird die Hälfte der Rumänen in der diesjährigen Sylvesternacht weniger ausgeben.

Informationsquelle
Brunetele îţi aduc noroc tot anul 2012. Blondele şi roşcatele ţi-l răpesc – Realitatea.TV