Direkt zum Hauptbereich

Rumänische Hilfestellung für das neue Jahr

Rumänen sind Spezialisten für Aberglauben. Es sei daran erinnert, dass Graf Dracula schließlich in Rumänien seine Heimat gehabt haben soll. Horoskope spielen eine wichtige Rolle im Leben vieler Rumänen. Kein Wunder, dass es jetzt auch gute Ratschläge für den Übergang in das neue Jahr gibt. Wer sie berücksichtigt soll im kommenden Jahr glücklich, zufrieden und vermögend leben können.

Der Rest der Welt sollte an diesen heißen Tipps auch teilnehmen können, deshalb möchte ich sie hier in meinem Blog weitergeben. Für die Sylvesternacht wird empfohlen, dass wir etwas Rotes tragen und dass wir Geld im Geldbeutel haben, damit es uns das ganze Jahr gut geht. In der Sylvesternacht sollen wir einen riesigen Lärm veranstalten, um die bösen Geister zu vertreiben. Einigen Rumänen reicht der Lärm nicht, denn die bösen Geister können sich im kleinsten Winkel verstecken. Sie stecken deshalb eine Knoblauchzehe in ihren Geldbeutel, das soll auch sehr wirksam gegen böse Geister sein. Dracula lässt grüßen, denn schließlich hat er vor Knoblauch auch einen riesen Bammel. Der folgende abergläubische Tipp dürfte vielleicht einige Verwirrung mit sich bringen: Der erste Mensch, der über die Schwelle unserer Wohnung kommt, soll unser Leben das ganze Jahr beeinflussen. Also Türe zuschlagen, falls uns ein missliebiger Mensch besuchen sollen wollte. Angeblich sagen die Alten, dass man beim Jahresübergang neue Kleider und möglichst etwas rotes oder eine andere helle Farbe anziehen soll, das würde die positiven Energien anziehen.

Und dann noch ein paar weitere rumänische Tipps für den letzten Tag im alten und den ersten im neuen Jahr:
  • werfen sie nichts aus dem Haus, auch keinen Müll
  • gehen sie blonden Menschen aus dem Weg, sie bringen kein Glück, dafür umgeben sie sich lieber mit Brünetten
  • wenn ein Mann die Wohnung betritt bringt das Glück, wenn es eine Frau ist, dann bringt das Pech
  • Tanzen im Freien bringt Glück in der Liebe, Wohlergehen und Gesundheit
  • man darf in dieser Nacht nicht weinen und
  • man darf nur “symbolisch” arbeiten.

Von den Italienern sollen die Rumänen gelernt haben, dass man alte Gegenstände an Sylvester aus dem Fenster wirft. Das kollidiert mit dem rumänischen Aberglauben, dass man nichts aus dem Haus werfen soll. Auch die Griechen sollen für eine Bereicherung der rumänischen Aberglaubens gesorgt haben: Bei ihnen soll es üblich sein ein Gebäck zu essen, in das eine Münze aus Silber oder Gold eingebacken ist. Das soll ein Zeichen für Reichtum sein. Hoffentlich bekommt’s den Zähnen!

Und hier noch ein paar harte Fakten darüber, wie die Rumänen Sylvesternacht, die sie “Revelion” nennen, verbringen. Nach eine Studie werden 8 von 10 Rumänen die Sylvesternacht zu Hause genießen. 7% feiern in einem Restaurant und 3% steigen in einem Hotel oder einer Pension ab.  Ungefähr die Hälfte der Befragten geben an, in der Sylvesternacht zwischen 101 und 500 Lei auszugeben (ca 25 bis 100 Euro). Etwa 10% hauen etwas stärker auf den Putz und geben bis zu 1.000 Lei aus. Gegenüber dem Vorjahr wird die Hälfte der Rumänen in der diesjährigen Sylvesternacht weniger ausgeben.

Informationsquelle
Brunetele îţi aduc noroc tot anul 2012. Blondele şi roşcatele ţi-l răpesc – Realitatea.TV

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Rumänische Ex-Ministerin Udrea fleht um Asyl in Costa Rica

Elena Udrea, Ex-Ministerin unter dem ehemaligen Staatspräsidenten Basescu, wurde 2017 wegen Bestechung zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie gingen gegen dieses Urteil in Berufung, vor kurzem bestätigte aber das Berufungsgericht die Haftstrafe. Im Februar 2018 setzte sich Udrea in weiser Voraussicht nach Costa Rica ab. Die rumänische Polizei will sie jetzt mit einem europäischen Haftbefehl suchen und verhaften lassen.

Die costaricanischen Behörden haben bestätigt, dass Udrea im Februar einen Antrag auf Anerkennung als Flüchtling gestellt hat. Nach bisherigem Sachstand ist das Anerkennungsverfahren in Costa Rica immer noch anhängig. Costa Rica und Madagaskar sind die Sehnsuchtsorte rumänischer Flüchtlinge dieser Kategorie, denn mit diesen Ländern hat Rumänien kein Auslieferungsabkommen. Nach Madagaskar hat sich der ehemalige Oberbürgermeister von Konstanza geflüchtet.

Für viele Rumänen sieht das nach einem Luxusurlaub in exotischen Ländern aus. Udrea lamentiert allerdings …

Warum US-Amerikaner nur auf dem Papier reich sind

Blogger Umair Haque beschreibt in einem eindringlichen Blogbeitrag aus den USA die Einkommenssituation durchschnittlicher Amerikaner. Er geht davon aus, dass laut Statistik der durchschnittliche Amerikaner keine 500 US$ in einem Notfall zusammenkratzen kann. Ein Drittel der Amerikaner kann sich keine Lebensmittel, Unterkunft und Gesundheitversorgung leisten. Das jährliche mediane Einkommen in den USA beträgt 60.000 US$, davon muss in der Regel allein für die Gesundheitsversorgung durchschnittlich 28.000 US$ ausgegeben werden.
Davon ausgehend geht Umair Haque davon aus, dass die USA das erste "reiche und  trotzdem arme" Land ist. Er erläutert diese Folgerung so:
Ich meine nicht die absolute Armut. Die Amerikaner leben nicht von ein paar Dollar am Tag  im Vergleich zu Menschen zum Beispiel in Somalia oder Bangladesh. Das mediane Einkommen der Amerikaner ist immer noch das eines reichen Landes, ungefähr 50.000 US$, je nachdem wie man es berechnet. Ich meine auch nicht die relativ…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…