Sonntag, 2. Dezember 2012

Die Rumänen lieben Deutschland

Entgegen der landläufigen Meinung kommen die Rumänen nicht nur nach Deutschland, um sich dort zu unseren Lasten zu bereichern. Im Gegenteil, die Rumänen geben auch gerne in Deutschland ihr Geld aus. Im Jahr 2012 werden voraussichtlich ungefähr 500.000 rumänische Staatsbürger Deutschland besucht haben. Deutschland ist neben den Nachbarländern Ungarn und Bulgarien das beliebteste Reiseziel der Rumänen und gleichzeitig stellen die Rumänen nach Kroatien den größten Anteil der Touristen aus Europa’s Südosten in Deutschland.

In den ersten 8 Monaten dieses Jahres wurden 391.937 nach Deutschland reisende Rumänen gezählt, was ein Wachstum des rumänischen Tourismus nach Deutschland in diesem Jahr von 23,5% bedeutet. Zwei Drittel dieser Besucher kommen nach Deutschland, um ihre Ferien da zu verbringen. Das fehlende Drittel besucht Verwandte und Freunde. Beliebtestes Ziel ist Bayern.

Und wie preist man den Rumänen Bayern an: “Bayern ist eine Region voll mit Zauber, wie aus einer Erzählung, geschmückt mit Blumen und bunten Häusern am Fuß der deutschen Alpen. Bayern ist das Land der Holzschnitzer, der mit dem “Dirndl” bekleideten Frauen, die riesige Krüge voll Bier servieren und der Ort, wo sich die Straßenbahn in der Nacht in eine Diskothek verwandelt. Bayern könnte der perfekte Ort für ihren Sommerurlaub sein.”

Am 1. August 1975 wurde die KSZE-Schlussakte in Helsinki unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung machte der damalige Ostblock auch Zugeständnisse im Bereich der Menschenrechte. Eines der Menschenrechte, auf denen vor allem der Westen bestand, war das Recht auf Freizügigkeit. Man mag es auch Reisefreiheit nennen. Der Osten hat in diesem Punkt die Verpflichtungen des KSZE-Abkommens nur geringfügig umgesetzt. Willkommene Gelegenheit für den Westen den osteuropäischen Ländern deswegen die Hölle heiß zu machen. Wie es sich herausgestellt hat, war das weitgehend Heuchelei. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs wollte man im Westen nichts mehr von der Reisefreiheit für hungerleidende Osteuropäer wissen und man wollte ihnen die Einreise so schwer wie möglich machen. Ein deutscher Staatsminister, der einmal den Mut hatte zu sagen, dass “im Zweifel für die Reisefreiheit” entschieden werden solle, wurde durch den Fleischwolf eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses gedreht.

Fast 40 Jahre nach der KSZE – Schlussakte ist deshalb diese Meldung ein Zeichen, dass in Europa Normalität eingekehrt ist, entgegen dem Gezeter volksverhetzender Populisten, denen alles Fremde ein Graus ist.

Informationsquelle
Ce așteaptă Germania de la români – Evenimentul Zilei
Bavaria un taram din poveste – ghiduri turistice